Erdöl - ein kostbarer Rohstoff

Manche Menschen bezeichnen Erdöl auch als "schwarzes Gold". In unzähligen Bereichen unseres Lebens sind wir von diesem Rohstoff abhängig. Ein Leben ohne ihn ist heute kaum vorstellbar
In diesem Artikel
Erdöl hält sich im Verborgenen
Wie kommt das Erdöl zu uns nach Hause?

Erdöl hält sich im Verborgenen

Das Erdöl, das heute so wertvoll für uns ist, bildete sich aus winzigen Meerespflanzen und Meerestieren, dem Plankton. Über Millionen von Jahren hinweg lebten und starben diese winzigen Lebewesen in den Weltmeeren. Nach ihrem Tod sanken sie zum Meeresboden. Wenn Lebewesen sterben, verrotten sie normalerweise. Zum Beispiel auf dem Komposthaufen, wo aus altem Laub und Küchenabfällen nach einiger Zeit Erde entsteht. Am Grunde des Meeres lagerten sich aber viele Schichten Schlamm und Sand über dem toten Plankton ab. Darunter gab es keinen Sauerstoff, es wurde immer wärmer und durch die vielen Schlammschichten stieg der Druck stark an. Unter solchen Bedingungen konnten die Kleinlebewesen nicht verrotten. Sie fingen an zu faulen und verwandelten sich so in eine zähe, schwarze Flüssigkeit, das Erdöl.

Erdöl ist schon lange kostbar für die Menschen

Schon vor tausenden Jahren verwendeten Chinesen, Ägypter und Römer Erdöl. Sie stellten daraus Heilmittel her und verbrannten es in Petroleumlampen. Das Wort Petroleum verrät schon, wo diese alten Kulturen ihr Erdöl herbekamen. "Petra" ist das griechische Wort für Fels, "oleum" bedeutet Öl. An manchen Stellen auf der Erde tritt Erdöl von selbst aus dem Gestein.

Leider reicht das Erdöl, das an einigen Orten auf der Erde freiwillig zu Tage tritt, für unseren Verbrauch heute bei weitem nicht mehr aus. Wir müssen die gewaltigen Mengen Öl, die wir verbrauchen tief aus der Erde holen. Und wo tief im Gestein Erdöl verborgen liegt, ist gar nicht so einfach rauszufinden.

Es ist nicht leicht ans Erdöl zu kommen

Spezialisten aus den unterschiedlichsten Wissenschaften arbeiten zusammen um Erdöllagerstätten zu finden. Geologen untersuchen Gebiete auf ihre Gesteinszusammensetzung und messen die Tiefe von Gesteinsschichten. Paläontologen untersuchen das Alter von versteinerten Pflanzen und Tieren, den Fossilien. So können sie herauszufinden, ob die Gesteinsschichten schon lange genug bestehen um Öl zu enthalten. Sprengstoffexperten führen Probesprengungen durch. Anhand der dabei entstehenden Druckwellen können sie bestimmen wo Erdöl verborgen sein könnte. Wenn die Experten schließloch an einem Ort Erdöl vermuten, wird dort ein Bohrturm errichtet. Mit einem riesigen Bohrer graben Arbeiter von dem Bohrturm aus bis zu 8500 Meter tief. Stößt der Bohrer auf das Erdöl, wird es mit einer besonders starken Pumpe nach oben befördert. Die größten Erdölvorkommen gibt es in den arabischen Ländern. Aber auch die USA, Russland und Venezuela sind wichtige Erdölproduzenten. In Deutschland wird Erdöl vor allem in der Nordsee gefördert. Manchmal liegen Erdöllager, wie in der Nordsee, unter dem Meeresboden. Dann bauen große Mineralölkonzerne, wie zum Beispiel Shell oder Esso, Bohrinseln um an den wertvollen Rohstoff zu kommen. Bohrinseln sind künstliche Inseln im Meer, die auf riesigen Betonpfeilern stehen. Wird an einer Stelle gebohrt, an der das Meer nicht so tief ist, können auch Bohrschiffe eingesetzt werden.

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Bohrinseln haben sogar einen eigenen Hubschrauberlandeplatz. Ist das Meer zu stürmisch, können die Arbeiter die Insel nur noch im Helikopter verlassen

Wie kommt das Erdöl zu uns nach Hause?

Wenn das Erdöl frisch aus der Erde gepumpt wurde, ist es noch ziemlich schmutzig. Also wird es noch von Wasser und Erdresten gereinigt. Da Erdöl meist weit entfernt von Deutschland gefördert wird, muss es anschließend erst noch zu uns gebracht werden. Pipelines, große Rohrleitungen, können das Öl über tausende Kilometer transportieren. Ist der Weg noch weiter, müssen Öltanker diese Aufgabe übernehmen. Sie bringen das Öl auf dem Seeweg nach Deutschland.

Hier in Deutschland gibt es riesige Industrieanlagen zur Ölverarbeitung, die Raffinerien. Durch Erhitzen und Verdampfen des Erdöls können in den Raffinerien Gas, Benzin, Heizöl, Schmieröl und Petroleum (Lampenöl) hergestellt werden. Benzin tanken wir in unsere Autos, mit dem Heizöl werden unsere Wohnungen kuschelig warm. Während man sich das noch gut vorstellen kann, hätte man in anderen Produkten sicher kein Erdöl vermutet.

Die schwarze, schmierige Flüssigkeit steckt nämlich noch in viel mehr Dingen, die wir jeden Tag verwenden. Sie ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Plastik: Wir trinken also aus einer "Erdöl-Colaflasche" und tragen unsere Einkäufe in einer "Erdöl-Einkaufstüte" nach Hause. Selbst die CD der angesagtesten Bands brauchen als Ausgangsstoff Erdöl. Und sogar ins Gesicht reiben kann man sich Erdöl. In Gesichtscremes steckt es nämlich auch.

Es gibt nicht unendlich viel Erdöl auf der Welt

Ganz schön vielseitig, dieses Erdöl. Und kaum noch aus dem täglichen Leben wegzudenken. Genau das werden wir aber nur allzu bald lernen müssen.

Damit Erdöl entsteht müssen Millionen von Jahren vergehen. Wir verbrauchen heute Erdöl, das vor einigen Millionen Jahren entstand. Die Vorräte sind also begrenzt. In den letzten 100 Jahren haben vor allem die Industrienationen, wie zum Beispiel Deutschland, schon einen großen Teil dieses Vorrats aufgebraucht. Manche Wissenschaftler sagen sogar, dass es in 50 Jahren schon gar kein Öl mehr gibt.

Deshalb ist es sehr wichtig einen Ersatz für Erdöl zu finden. Zahlreiche Ideen und Versuche gibt es dafür schon. Stromerzeugung mit Windrädern oder Sonnenenergie zum Beispiel. Oder Autos mit Wasserstoffantrieb. Und was die Gesichtscreme angeht: Da sind Produkte auf der Grundlage von natürlichen Ölen, zum Beispiel Mandelöl, sowieso viel besser für die Haut.

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