Mein Gemüsegarten

Im März werden endlich die kalten Tage seltener und im Gemüsegarten könnt ihr jetzt mit dem Säen und Pflanzen vieler Gemüsesorten beginnen. Dazu gehören zum Beispiel Möhren, Radieschen, Erbsen, Salat, Spinat und Gewürzkräuter. Die kleine Gartenschule gibt euch Tipps und Tricks, damit eure Pflanzen wachsen und gedeihen und ihr in wenigen Monaten knackiges Gemüse ernten könnt
In diesem Artikel
Gute Nachbarn - Schlechte Nachbarn
Das Gemüsegarten-ABC Teil 1
Das Gemüsegarten-ABC Teil 2
Unkraut jäten und richtig düngen
Ungewollter Besuch im Gemüsegarten: Schädlinge und Gemüseräuber
Erste Hilfe vom Pflanzendoktor
"Der Mini-Gemüsegarten" für Balkon und Blumenkasten

Bevor es aber ans Aussäen geht, braucht der Boden eine gute Vorbereitung. Am besten steckt ihr euch ein eigenes Beet im Garten ab. Es sollte möglichst an einem sonnigen Ort sein, da Gemüse viel Sonnenlicht braucht. Die Erde lockert ihr mit einem Spaten und einer Harke auf. So sorgt ihr für Luftaustausch im Boden. Das ist wichtig, damit sich die Samen später gut zu einer Pflanze entwickeln können. Tiefer als Daumentiefe solltet ihr aber nicht in harken. Denn die tiefe Bodenschicht ist besonders fruchtbar und muss erhalten bleiben. Nun zerkleinert ihr die aufgelockerte Erde in kleine Krümel. So bleibt die Feuchtigkeit besser im Boden und die Pflanzen können kräftige Wurzeln ausbilden.

Nun geht's ans Aussäen!

Baumärkte und Geschäfte für den Gartenbedarf bieten Samen in den verschiedensten Arten. Ihr findet kleine Tütchen mit vorgekeimten oder "normalen" Samen, in Form von Pellets und auch Salatbänder. Sie alle sollen die Aussaat und das Wachstum erleichtern. Entscheidet euch für eure Lieblingsgemüsearten. Auf der Rückseite des Tütchens könnt ihr lesen, in welchem Monat ihr aussäen könnt. Egal welche Samenform ihr auswählt, die Schritte beim Einsäen und die Pflege während des Wachstums sind gleich.

Es gibt verschiedene Aussaattechniken. Die übliche Methoden für Gemüse ist die so genannte Reihen- oder Rillensaat. Dabei zieht ihr mit dem einen Ende einer Harke eine Rille in den Boden. Anschließend sät ihr den Samen Korn an Korn in die Rille, schiebt mit einem Rechen Erde darüber und drückt die Erde leicht an. Wie tief die Samenkörner in den Boden gesetzt werden, hängt von ihrer Größe ab. Kleine Samen wie von Zwiebeln kommen beispielsweise 1 Zentimeter tief in den Boden, größere wie von Gurken 3 bis 5 Zentimeter tief. Als Faustregel gilt: je größer das Samenkorn, desto tiefer soll es in die Erde. Auch wie nah ihr die Samen nebeneinander setzen könnt, hängt von der Pflanze ab. Im Gemüse-ABC könnt ihr diese Daten nachgucken.

Wenn ihr mit dem Aussäen fertig seid, solltet ihr unbedingt euer Beet wässern. Das geht am besten mit dem Gartenschlauch und einer Brause. Es ist wichtig, dass die Samen genügend Feuchtigkeit bekommen, weil sie sonst absterben.

Zusätzliche Hilfsmaßnahmen

Falls ihr schon Anfang März mit dem Säen beginnt und es doch noch recht kühl ist, könnt ihr eure Saat ganz einfach vor Kälte schützen: Folientunnel und Folienhauben sind gute Helfer. Ein Folientunnel ist ein Minigewächshaus, die Folien sind mit vielen kleinen Löchern und Schlitzen versehen, damit sie Licht und Wasser durchlassen. Das durchsichtige Material lässt das Sonnenlicht hindurch, die Wärme kann aber nicht so schnell entweichen. So können sich die Pflanzen schneller entwickeln und sind auch vor Vögel geschützt. In Baumärkten und Gartencentern könnt ihr zwischen verschiedenen Größen auswählen. Eure Eltern helfen euch sicher beim Einkauf. Die Folie solltet ihr an den Ecken mit Erde oder Steinen beschweren, damit sie nicht vom Wind weggepustet wird. Sobald es warm genug ist, könnt ihr sie wieder vom Beet entfernen.

Gute Nachbarn - Schlechte Nachbarn

Wenn ihr euch entschieden habt, welche Pflanze in euren Gemüsegarten einziehen werden, solltet ihr beachten wie gut sich die Sorten untereinander vertragen. Denn die einzelnen Pflanzen entziehen dem Boden unterschiedlich viele Nährstoffe. Manche Pflanzen wie Spinat reichern dafür ihrerseits den Boden mit Nährstoffen an. Bei wenig Nährstoff im Boden können die Pflanzen nicht nur schlechter gedeihen, auch Schädlinge können sich dann leichter ausbreiten. Deshalb ist der Nährstoffbedarf bei der Standortwahl der einzelnen Sorten zu beachten. Natürlich ist es auch wichtig, dass nicht sehr hoch wachsende Pflanzen Kleineren das Licht wegnehmen und, dass der Wasserbedarf bei Nachbarn ähnlich ist. Manche Pflanzen können sich sogar gegenseitig vor Krankheiten und Parasiten schützen. Viele Gemüsesorten wachsen beispielsweise gerne neben Spinat oder Knoblauch. Der Spinat führt dem Boden Nährstoffe zu und Knoblauch vertreibt durch seinen Geruch einige schädliche Unkräuter und Insekten. Welche Gemüsesorten ein Dreamteam bilden und wer sich gar nicht sympathisch ist könnt ihr im Garten-ABC nachschauen.

Das Gemüsegarten-ABC Teil 1

So, nun wisst ihr, wie ihr euer Beet vorbereitet und habt euch sicher schon für die "Besetzung" eures Gemüsegarten entschieden. Damit ihr die Vorlieben der einzelnen Gemüsesorten beachten könnt, stellen wir sie euch vor und geben Tipps zu ihrer Pflege. Einen ausführlichen Steckbrief zu jeder Pflanze und Ideen wie ihr euer Gemüse nach der Ernte lecker zu bereiten könnt, findet ihr im Gemüse-ABC.

Knoblauch: Das Gemüse mit dem bekannten Aroma wird meist wie Steckzwiebeln angebaut. Eine Aussaat von Knoblauch ist sehr selten. Die einzelnen Zehen werden ungefähr 3 Zentimeter tief in die Erde gesteckt mit einem Abstand untereinander von 10 bis 15 Zentimeter. Vom Spätsommer bis in den November könnt ihr dann die Knollen ernten. Wenn ihr die geernteten Zehen trocknen lasst, könnt ihr sie im nächsten Jahr wieder einpflanzen. Auch wenn ihr Knoblauch nicht gerne mögt, lohnt sich sein Anbau im Gemüsegarten. Sein Aroma vertreibt nämlich lästige Pflanzenschädlinge. Gute Nachbarn sind Gurken, Möhren und Tomaten. Mit Erbsen, Kohl und Stangenbohnen verträgt sich Knoblauch weniger.

Möhren: Möhren sind etwas pflegeintensiver, aber ihr Anbau im Garten lohnt sich. Denn sie sind sowohl gekocht als auch als Rohkost ein Leckerbissen. Das Wurzelgemüse mag gerne einen lockeren Boden, der mit Kompost gedüngt wird. Außerdem brauchen Möhren ausreichend Feuchtigkeit. Ab- und zu solltet ihr im Möhrenbeet Unkraut jäten. Die Möhren-Samen werden mit einem Abstand von 5 Zentimeter eingesät. Ernten könnt ihr die Möhren von Juli bis Oktober. Wenn ihr sie im Keller lagert, halten sie meist bis zum Winter. Besonders gut gedeihen Möhren neben Dill, Erbsen, Knoblauch, Radieschen, Salat, Spinat und Zwiebeln. Nur Rote Beete mögen Möhren weniger.

Petersilie: Die Petersilie ist eines der bekanntesten Würzkräuter. Ihr kennt sicher sowohl die glattblättrige als auch die krausblättrige. Die Samen werden gruppenweise mit einem Abstand von 15 bis 20 Zentimeter ausgestreut. Den Boden solltet ihr am besten immer leicht feucht halten. Ideal ist es, wenn ihr Petersilie an einem halbschattigen Ort aussät. Dünger mag die Pflanze nicht. Ernten könnt ihr die stärkeren Stiele der Petersilie jederzeit. Erst wenn sie anfängt zu blühen, schmecken die Blätter bitter.

Pflücksalat: Pflücksalat nennt man die Salatsorten, die mehrmals in einem Jahr geerntet werden können. Ihr könnt sie also immer wieder abpflücken. Zu den Pflücksalaten gehören zum Beispiel "Lollo Rosso" und "Eichblattsalat". Die Salatsorten vertragen kurzfristige Trockenheit und sind auch gegen Kälte wenig empfindlich. Trotzdem werden Pflücksalate erst ab Mitte März ausgesät. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 30 Zentimeter betragen, da Salat ja mehr in die Breite als in die Höhe wächst. Ein großer Vorteil von Pflücksalat ist, dass er im Gegensatz zu anderen Salatsorten wenig anfällig für Schnecken ist. Salat könnt neben fast alle Gemüsesorten pflanzen, Bohnen, Erbsen, Möhren, Radieschen und Zwiebeln. Salat und Petersilie oder Sellerie solltet ihr besser nicht zusammen säen.

Das Gemüsegarten-ABC Teil 2

Radieschen: Das rote oder weißrote Knöllchen-Gemüse wächst schnell und ist wenig kälteempfindlich. Ihr könnt sie also schon sehr früh im März aussäen. Die Samen sollten ihr mit einem Abstand von 5 bis 8 Zentimeter im Boden verteilen, bis zu 1 Zentimeter tief gehören sie in den Boden. Radieschen lieben besonders Feuchtigkeit. Deshalb solltet ihr sie immer ausreichend gießen. Am besten hackt ihr den Boden, sobald sich kleine Pflänzchen entwickelt haben, einmal in der Woche leicht durch. So bleibt er locker, und lästige Erdflöhe werden vertrieben. Meist schon nach vier Wochen könnt ihr die Radieschen ernten. Radieschen vertragen sich gut mit Erbsen, Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Spinat und Tomaten, neben Gurken, Zwiebeln pflanzt ihr sie besser nicht.

Schnittlauch: Auch mit Schnittlauch könnt ihr Speisen prima würzen. Er mag wie die Petersilie am liebsten einen halbschattigen Standort mit feuchtem Boden. Besonders kalkhaltigen Boden bevorzugt Schnittlauch. Nach der Aussaat mit einem Abstand von circa 15 Zentimeter zwischen mehreren Körnern, könnt ihr bald die ersten Stängel ernten. Die grünen Röhrchen sind übrigens die Blätter vom Schnittlauch. Bis zum Herbst könnt ihr immer wieder neue Stiele abschneiden. Am besten schneidet ihr sie 2 Zentimeter über dem Boden ab. Dann wachsen sie schnell wieder nach.

Spinat: Spinat sollte in eurem Gemüsegarten nicht fehlen. Denn seine Wurzeln lockern die Erde auf und hinterlassen nach der Ernte einen natürlich gedüngten Boden. Spinat selbst stellt wenige Ansprüche an Boden und Klima. Für die Aussaat im März sollte ihr eine spezielle Sorte für den Frühanbau auswählen. Es gibt nämlich Sommer- und Winterspinatsorten, so dass auch im September noch Spinat gesät werden kann. In der Reihe sollte der Abstand zwischen den Samen daumenbreit sein. Nach dem Säen ist es wichtig, dass ihr den Boden festklopft oder -tretet. Ein intensiver Bodenkontakt ist für die Samen von Spinat nämlich wichtig. Nun müsst ihr nur noch für genügend Feuchtigkeit sorgen. Sonst kann es passieren, dass der Spinat zu blühen beginnt und dann nicht mehr schmeckt. Spinat teilt sich am liebsten ein Beet mit Kartoffeln, Radieschen, Bohnen oder Tomaten. Neben Rote Beete wächst es weniger gut.

Zuckererbsen: Die Erbsensorte schmeckt sehr zart, und ihr könnt die Schale mitessen. Erbsen gehören zu den Rankpflanzen und können bis zu 20 Zentimeter hoch wachsen. Am besten steckt ihr ein paar Äste in den Boden sobald die ersten kleinen Pflänzchen aus der Erde sprießen. An den Ästen können sich die Pflanzen dann entlang ranken und werden nicht vom Wind umgeweht. Im Juni könnt ihr meist die ersten Erbsen ernten. Wichtig ist, dass ihr sie nicht zu spät erntet, weil sie dann hart werden. Allerdings könnt ihr sie als Samen fürs nächste Jahr verwenden. Erbsen sollten nicht nah bei Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten wachsen.

Zwiebeln: Die Aufzucht von Zwiebeln ist ziemlich unkompliziert, braucht aber etwas Geduld. Denn die Samen keimen sehr langsam. So dauert es einige Zeit von der Aussaat bis zur Ernte. Schneller geht es, wenn ihr nicht Samen nehmt, sondern Steckzwiebeln einpflanzt. Diese drückt ihr mit einem Abstand von 10 Zentimeter in den Boden bis sie gerade von Erde bedeckt sind. Wenn ihr euch aber fürs Säen entscheidet, ist es wichtig, die Samen zunächst regelmäßig zu gießen. Sobald sich aber die Pflanzen gut entwickelt haben, wollen sie kein Wasser mehr. Auch bei Trockenheit solltet ihr sie dann nicht gießen. Dasselbe gilt auch für die Verwendung von Steckzwiebeln. Zwiebeln freuen sich über eine Düngung mit Kompost. Zwischen Juli und Oktober könnt ihr sie ernten. Gute Nachbarn für Zwiebeln sind Dill, Bohnenkraut, Möhren, Radieschen, Rote Beete, Salat und Zucchini. Schlechte Nachbarschaft bilden sie mit Kartoffeln und Kohlsorten.

Unkraut jäten und richtig düngen

So, mit der Aussaat habt ihr schon einen großen Schritt erledigt. Doch nun braucht euer Gemüse regelmäßige Pflege. Dann sollte einer erfolgreichen Ernte nichts im Wege stehen.

Neben der ausreichenden Bewässerung, ist es auch wichtig, dass ihr auf eurem Gemüsebeet Unkräuter jätet. Diese unerwünschten Pflanzen rauben eurem Gemüse nämlich Nährstoffe, Wasser und häufig auch Sonnenlicht. Wenn ihr das Gemüsebeet regelmäßig hackt, beugt ihr der Ausbreitung von Unkräutern vor. Sollten sie sich doch einmal angesiedelt haben, reißt ihr sie mit der Wurzel aus dem Boden und beseitigt sie. Zu den bekanntesten Unkräutern gehören Brennnesseln, Löwenzahn, Quecken, Vogelmiere und Spitzwegerich. Aber Unkräuter sind nicht nur schädlich. Viele Sorten wie Brennnesseln gehören zu den Wildkräutern und können zu Tee oder Suppen verarbeitet werden. Und Haustiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen freuen sich, wenn ihr ihnen Löwenzahn und Vogelmiere füttert.

Sehr guter Dünger für euren Gemüsegarten ist Kompost aus dem eigenen Garten. Deshalb solltet ihr gejätete Unkräuter nie zum Kompost geben. Ob und wie häufig ihr euer Gemüsebeet düngen müsst, hängt vom Nährstoffgehalt des Bodens in eurem Garten ab. Am besten lasst ihr euch von euren Eltern beraten. Sie haben sicher schon Erfahrung beim Gärtnern gemacht. Meist ist die Düngung mit Kompost, Hornspänen oder Pferdemist völlig ausreichend. Falls euer Garten zusätzliche Nährstoffe braucht, solltet ihr im Fachgeschäft nach biologischem Dünger fragen. Chemikalien haben in eurem Garten möglichst nichts zu suchen. Verwendet sie auch nicht, um Schädlinge oder Unkräuter zu bekämpfen. Chemikalien hinterlassen nämlich nicht nur Rückstände im Boden und im Gemüse, das ihr essen möchtet, sie töten oftmals auch nützliche Lebewesen im Boden ab.

Ungewollter Besuch im Gemüsegarten: Schädlinge und Gemüseräuber

Auch einige Tiere können Schäden an euren Schützlingen anrichten. Größere "Eindringlinge" wie Kaninchen, Mäuse und Vögel könnt ihr relativ leicht durch Zäune oder Vogelscheuchen abhalten. Vögel lassen euer Gemüsebeet auch in Ruhe, wenn ihr klappernde Windräder oder glänzende Bänder aufhängt.

Besonders unbeliebte Gartenbesucher sind Schnecken und manche Wurmarten. Fressen sie zu große Teile eurer Pflanzen ab, können sie Wachstum und Entwicklung des Gemüse stark schädigen. Am besten legt ihr in die Nähe eures Beetes ein großes Holzbrett. An der dunklen und feuchten Unterseite sammeln sich Schnecken und Würmer gerne. Ihr könnt sie dann einfach absammeln und weit weg aus dem Garten bringen. Besonders hartnäckige Schnecken oder Würmer, solltet ihr auch von eurem Gemüse absammeln. Aber keine Sorge - ob euer Garten überhaupt Schnecken anlockt, hängt von Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit ab. Mit Chemikalien solltet ihr sie aber grundsätzlich nicht töten. Denn für andere Tiere wie Vögel dienen sie als Nahrung.

Kleinere Schädlinge wie Blattläuse und Gemüsefliegen saugen aus den Pflanzen den Saft. Dabei können sie Pflanzenkrankheiten übertragen. Am besten haltet ihr sie von euren Pflanzen fern mit Hilfe von Klebefallen oder speziellen Folien und Netzen. Häufig lassen sie sich auch erfolgreich mit Wasser oder speziellen Flüssigkeiten von den Pflanzen abspülen. Auch der Duft von bestimmten Pflanzen wie Lavendel, Salbei oder Pfefferminze vertreiben Läuse und andere Insekten aus eurem Gemüsegarten. Entweder pflanzt ihr sie direkt mit in euer Beet oder stellt sie in Töpfen an den Gartenrand. Mit frischen Knoblauchzehen lassen sich übrigens Wespen sehr gut verjagen.

Erste Hilfe vom Pflanzendoktor

In seltenen Fällen kann es passieren, dass Krankheiten wie Bakterien oder Pilzen eure Pflanzen befallen. Diese stören das Wachstum der Pflanzen und können sogar zum Absterben führen. Gegen Krankheiten von Gemüsepflanzen gibt es kaum geeignete Präparate oder Spritzmittel. Deshalb ist Vorbeugung das beste Gegenmittel. Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber auch in eurem Gemüsegarten ist Hygiene wichtig. Die Arbeitsgeräte wie Spaten, Harken und Gartenschere solltet ihr sauber halten und ab- und zu mit einer Desinfektionslösung reinigen.

Wenn eine Pflanze doch von Pilzen oder Bakterien befallen ist, schneidet ihr am besten die befallenen Stellen ab und entsorgt sie über die Mülltonne (auf keinen Fall auf dem Kompost). Auch heruntergefallene Blätter müssen entfernt werden, auf ihnen können noch Krankheitserreger überlebt haben. So verhindert ihr eine weitere Ausbreitung der Krankheit.

Die meisten Gemüsesorten sind mittlerweile aber so gezüchtet worden, dass sie sehr widerstandsfähig sind und nur ganz selten krank werden.

"Der Mini-Gemüsegarten" für Balkon und Blumenkasten

Leider habt ihr sicher nicht alle einen Garten. Deshalb geben wir euch ein paar Tipps für den Mini-Gemüsegarten auf dem Balkon oder im Blumenkasten auf der Fensterbank. Mit "Balkongemüse" könnt ihr nicht nur lecker kochen oder Salate zubereiten, es sieht auch sehr dekorativ aus. Viele Gemüse- und vor allem Kräutersorten sind für die Aufzucht in Blumentöpfen oder -kästen gut geeignet. Meist ist es sinnvoller, Pflanzen für Balkon oder Blumenkasten nicht auszusäen, sondern kleine Jungpflanzen einzupflanzen. Diese könnt ihr im Fachhandel kaufen. Da die Pflänzchen ja schon etwas entwickelt sind, stellt ihr sie besser erst Mitte April an die frische Luft.

Zu den geeigneten Gemüsesorten gehören zum Beispiel Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Bohnen und Zuckermais. Für diese Gemüsearten wählt ihr möglichst ein Gefäß, das 10-Liter fassen kann und einen Durchmesser von 30 Zentimeter hat. So haben die Pflanzen genügend Platz für ihre Wurzeln. Die Gemüsesorten solltet ihr an einem sonnigen Platz aufziehen. Wenn es auf eurem Balkon sehr zugig ist, schützt ihr die Pflanzen besser mit Planen. Denn Zugluft vertragen sie nicht.

Erbsen, Möhren, Radieschen, Salat und Cocktailtomaten könnt ihr auch in einem Blumenkasten oder kleineren Töpfen großziehen.

Für Balkon, Blumenkasten und Fensterbank eignen sich alle Kräuterarten. Sucht euch einfach eure Favoriten wie Basilikum, Petersilie oder Oregano aus. Einige Arten wachsen mehrjährig, sie könnt ihr auch in den folgenden Jahren wieder ernten. Im Gegensatz zum Gemüse mögen die Kräuter lieber einen halbschattigen Standort. In der prallen Sonne trocknen sie schnell aus.

Für Balkontöpfe und Blumenkästen gibt es spezielle Kübelpflanzen-Erde. Diese enthält mehr poröse Bestandteile und Mineralstoffe als normale Blumenerde. Das ist wichtig für die Gemüsepflanzen. Das poröse Material hält die Erde luftig. Die Mineralien sorgen für eine ähnliche Versorgung mit Nährstoffen wie die natürliche Erde im Garten.

Genauso wichtig wie im Garten ist auch auf Balkon und Fensterbank, dass ihr euer Gemüse ausreichend gießt. Gerade auf dem Balkon bekommen Pflanzen meist keinen Regen ab. Deshalb schaut immer wieder nach, ob die Erde noch feucht genug ist.

Da Balkonpflanzen nur eine geringe Menge an Erde und so ein begrenztes Nährstoffangebot zur Verfügung steht, solltet ihr sie alle zwei Wochen düngen. Am besten fragt ihr oder eure Eltern im Gartengeschäft nach biologischem Dünger speziell für Balkonpflanzen.

Ein letzter wichtiger Tipp noch: Achtet darauf, dass eure Balkontöpfe und Blumenkästen fest angebracht sind und nicht von Balkon oder Fensterbank geweht werden können. Sonst kann es zu ernsthaften Verletzungen von Spaziergängern oder Beschädigungen von parkenden Autos kommen.

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