Auf der Fährte der Schneeleoparden

Ihr Fell ist flauschig und ihren Knochen werden magische Kräfte nachgesagt. Darum wurden die Raubkatzen gejagt, bis sie fast ausgestorben waren. Aber Naturschützer sind entschlossen, sie zu retten

Entwischt! Blitzschnell drückt sich der Schneeleopard mit seinen kräftigen Hinterpfoten ab, springt und ist auch schon hinter einem Felsen verschwunden. Im letzten Moment hat er sich aus der Falle befreit. Gerade noch eimal gut gegangen? Nein, denn die Besitzer dieser Falle wollten dem Tier nichts Böses. Im Gegenteil, Tom McCarthy und sein Forscherteam setzen sich für den Schutz der Schneeleoparden ein. Nun haben sie das Nachsehen.

Die Tierschützer können ihr Pech noch gar nicht fassen. Ausgerechnet ein großes Männchen ist ihnen um Haaresbreite durch die Lappen gegangen! Um die extrem scheuen Raubkatzen zu erforschen, begeben sich Tom und seine Kollegen jeden Tag auf eine anstrengende Klettertour durch die rauen Berge Nordpakistans.

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Körperpflege: Auf ihren mächtigen, dicht behaarten Pfoten können Schneeleoparden sicher über den Schnee laufen und sinken nicht so schnell ein

Forschung via Satellit

Im Gepäck haben sie spezielle Halsbänder, an denen kleine Satelliten-Peilsender befestigt sind. Insgesamt fünf Schneeleoparden wollen die Forscher mit einem solchen Halsband versehen. Die Sender sollen ihnen die genaue Position der Tiere verraten. So wollen die Tierschützer mehr über die Wanderungen der Schneeleoparden und über die Größe ihres Lebensraums in Erfahrung bringen.

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Eis und Schnee können Schneeleoparden nichts anhaben. Ihr dichtes Fell schützt sie auch vor der eisigsten Kälte

Um die Halsbänder anlegen zu können, müssen die Schneeleoparden jedoch zuerst einmal gefangen werden. Und das ist gar nicht so einfach und fordert viel Geduld. Auf den Gebirgskämmen des Chitral-Gor-Nationalparks haben Tom und seine Kollegen besondere Fallen aufgestellt, die die Tiere nicht verletzen. Jeden Tag kontrollieren sie, ob ein Schneeleopard darin gefangen wurde - meistens vergeblich. Doch vor ein paar Wochen hatten die Tierschützer Glück! Ein 35 Kilo schweres Schneeleoparden-Weibchen tappte in ihre Falle und konnte mit einem Halsband versehen werden.

Über vierzehn Monate können Tom und sein Team nun die Wege der Schneeleopardin verfolgen und sehen, wo sie schläft, wo sie jagt und wann sie sich ausruht. Danach fällt das Halsband von alleine ab. Die neuen Informationen sind wichtig, um wirksame Schutzmaßnahmen für die Schneeleoparden entwickeln zu können.

Phantome der Berge

Bis heute wissen die Forscher nur sehr wenig über die Katzenart. Denn Schneeleoparden zu erforschen, ist keine leichte Aufgabe. Nur mit Glück bekommt man die Tiere in freier Wildbahn überhaupt zu Gesicht. Ihr Fell, das im Winter gräulich und im Sommer beige gefärbt ist, bietet den Schneeleoparden eine perfekte Tarnung. Zwischen den Felshängen sind sie selbst für das geübte Forscherauge nur schwer zu erkennen. Nicht umsonst werden Schneeleoparden auch "Phantome der Berge" genannt.

Temperaturen von minus 40 Grad und Höhen von bis zu 6000 Metern können Schneeleoparden nichts anhaben. Sie haben sich perfekt an das Leben in den steilen Felshängen des zentralasiatischen Hochgebirges angepasst. Menschen können den Gipfelstürmern auf diesem unwegsamen Gelände nicht folgen. Hinzu kommt, dass die Tiere selten geworden sind. Auf der ganzen Welt leben nach Schätzungen nur noch etwa 3500 bis 7000 Schneeleoparden.

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Schneeleoparden lauern ihren Beutetieren aus dem Hinterhalt auf. Eine lange Jagd wäre in den steilen Hängen zu gefährlich und würde zu viel Kraft kosten

Vom Aussterben bedroht

Offiziell ist der Handel mit Fellen und Knochen der Schneeleoparden schon lange verboten. Dennoch werden die Raubkatzen mit dem flauschigen, beige-dunkel gefleckten Fell immer wieder von Wilderern erschossen. Die verkaufen dann für viel Geld die dicken Pelze auf dem Schwarzmarkt. Die Knochen der Tiere sind, zu Mehl gemahlen, eine beliebe Zutat für chinesische Heilmittel.

Eine weitere Gefahr: Der Lebensraum der Schneeleoparden wird immer kleiner. Die Bauern in Tibet, Indien, Nepal und Pakistan brauchen immer mehr Weiden für ihr Vieh und dringen mit ihren Herden in immer höhere Berggebiete vor. Weil die Tiere durch Weiden voneinander getrennt werden, können sie in der Paarungszeit nicht mehr so gut zueinander finden und es gibt weniger Nachwuchs.

Internationale Schutzprojekte

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Aufmerksam beobachtet der Schneeleopard seine Umgebung. Wenn es sein muss, ergreift er blitzschnell die Flucht

Tierschützer aus aller Welt kämpfen für das Überleben der Schneeleoparden. Mit Erfolg: Kaum ein Händler wagt es mehr, das Fell eines Schneeleoparden öffentlich auf einem Basar anzubieten. In der Mongolei werden Hirten dafür bezahlt, dass sie nicht nur ihr Vieh, sondern auch die Schneeleoparden bewachen. Vielerorts passen auch Wildhüter darauf auf, dass die Schneeleoparden nicht von Wilderern erschossen werden oder in eine Falle geraten. Es sei denn, es handelt sich um eine "gute" Falle von Tom und seinem Forscherteam.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) setzt sich für den Schutz der Schneeleoparden ein. In Kirgisien haben die Tierschützer ein großes Freilandgehege für Schneeleoparden eröffnet. Geschwächte oder verletzte Tiere werden hier aufgenommen und gepflegt. Wenn die Schneeleoparden gesund sind, werden sie in die Wildnis entlassen. Mehr Informationen über das NABU-Schutzprojekt und über Schneeleoparden findet ihr hier.

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