Quallen: faszinierende Glibberwesen

Das Badevergnügen können sie uns mächtig vermiesen. Doch eigentlich sind Quallen faszinierende Wesen. Sie schweben elegant durch die Meere, leuchten und manche sind sogar unsterblich
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Quallen
Spiegeleiqualle

Quallen

Eine Qualle, die 200 Kilogramm wiegt? Kaum vorzustellen, denn die Glibberwesen bestehen doch aus fast nichts – schließlich treiben sie nahezu schwerelos durch die Weltmeere.

Die Nomura-Qualle ( Nemopilema nomurai) hat einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und Tentakel, die sogar fünf Meter lang sein können – da kommt dann doch einiges auf die Waage! Alle paar Jahre tauchen sie in Scharen an den Küsten vor Japan, China und Korea auf.

Die Fischer sind wenig begeistert von den riesigen Meerestieren, denn ab und zu landen sie in ihren Netzen. Meistens zerquetschen sie beim Einholen der Netze den eigentlichen Fang – die Fische. Im November 2009 brachte ein Netz voll mit Nomura-Quallen sogar einen Kutter zum Kentern.

Für Menschen sind die Riesenquallen nicht besonders gefährlich. Der Kontakt mit den giftigen Nesseln führt zwar zu starken Schmerzen, Todesfälle durch Zusammenstöße mit den Quallen sind aber nur wenige bekannt.

Doch es gibt noch viele weitere Quallenarten mit besonderen Eigenschaften. Im Folgenden stellen wir euch ein paar davon vor.

Asiatische Delikatesse

Ähnlich groß wie die Seewespe ist die Stomolophus meleagris. Allerdings erinnert ihre Form eher an einen Pilz, außerdem ernährt sie sich ausschließlich von Plankton.

Quallen: faszinierende Glibberwesen

Die Stomolophus meleagris ernährt sich ausschließlich von Plankton

Mit Hilfe eines schleimigen Magenstiels filtern sie das Plankton aus dem Meerwasser. Sie selbst stehen auf dem Speiseplan von verschiedenen Meeresschildkröten. Die Lederschildkröte frisst beispielsweise bis zu 100 Kilogramm Quallen am Tag.

Aber nicht nur Schildkröten, sondern auch einige Feinschmecker in Asien haben Gefallen an den weiß-braunen Glibberwesen gefunden. Die Nesselzellen der Schirmqualle sind zwar ebenfalls giftig, doch nach einer Behandlung mit Kochsalz und Alaun, einem schwefelhaltigen Salz, sind sie ohne Bedenken zu verspeisen.

Spiegeleiqualle

An ein ganz bestimmtes Gericht erinnert – zumindest rein optisch – die Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata).

An ihrem etwa 35 Zentimeter breiten Schirm befinden sich viele kleine Arme, die in violetten Knöpfen enden. Zwischen diesen Nesselfäden verstecken sich kleine Fische vor ihren Feinden.

Quallen: faszinierende Glibberwesen

Die Spiegeleiqualle lebt im Mittelmeer

Die Spiegeleiqualle lebt im Mittelmeer. Wie fast alle Quallen bewegt sie sich fort, indem sie den Schirm zusammenzieht und dabei Wasser nach unten ausstößt.

Die meisten Arten nutzen diese Bewegung fast ausschließlich, um nicht auf den Meeresboden abzusinken und lassen sich ansonsten mit der Strömung treiben. Die Spiegeleiqualle dagegen ist ein guter Schwimmer und somit nicht auf die Meeresströme angewiesen.

Ein Polyp – viele Quallen

Die Fortfplanzung der wabbeligen Meerestiere läuft in zwei Stufen ab. Die weiblichen Quallen lassen kurz vor ihrem Tod Larven ins Wasser ab. Diese setzen sich als Polypen auf dem Meeresboden ab.

Von diesem, an eine Blume erinnernden Polypen, schnüren sich mehrere Medusen, wie Biologen sagen, ab. Für die meisten von uns sind das die Quallen. Die Medusen leben in der Regel drei bis sechs Monate.

Quallen: faszinierende Glibberwesen

Ab und zu leuchten die Ringe der Aequorea victoria im dunklen Meerwasser

Licht ins Dunkel

Ebenfalls ein beliebtes Forschungsobjekt ist die Aequorea victoria. Die Biologen Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien erhielten 2008 den Nobelpreis für Chemie – für die Entdeckung und Weiterentwicklung des grün leuchtenden Proteins, das diese Quallenart in sich trägt.

Dieses Protein wird unter anderem in der Genforschung eingesetzt. Mit seiner Hilfe können Proteine farblich markiert werden, so dass die Wissenschaftler genau erkennen können, wo in der Zelle diese Proteine gebraucht werden.

Wozu Aequorea victoria das Leuchten einsetzt, wissen wir bisher nicht. Es wird jedoch vermutet, dass sie damit entweder Beute oder einen Fortpflanzungspartner anlockt.

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