Nix wie raus Nix wie raus im Februar

Auch wenn draußen noch alles friert, sollte man im Februar nix wie raus, bevor einem noch das erste Grün entgeht. Selbst bei Frost, Schnee und eiskaltem Wind gibt es draußen viel zu entdecken
In diesem Artikel
Das Schneeglöckchen: Kleines Heizkraftwerk im Schnee
Basteln: Traumfänger aus Weidenzweigen
Schmetterlinge: Falter mit eingebautem Frostschutz
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Das Schneeglöckchen: Kleines Heizkraftwerk im Schnee

Die Ersten, die sich zeigen und den noch frostigen Temperaturen standhalten, sind die Geophyten, so genannte Erdpflanzen. Zu den Frühblühern gehören zum Beispiel Tulpen, Hyazinthen oder Schneeglöckchen. Sie alle haben unterirdische Speicherorgane – Knollen, Zwiebeln oder Wurzelstöcke – mit deren Hilfe sie trockene und kalte Zeiten überdauern können und die ihnen Kraft zum Austreiben liefern, sobald sie vom warmen Frühjahrslicht geweckt werden. Setzt noch einmal Frost ein, lässt er das Wachstum der Geophyten stocken, schadet ihnen jedoch nicht. Die Pflanzen wachsen einfach weiter, wenn die Temperaturen wieder zunehmen.

Das Schneeglöckchen kann zusätzlich mit einem ganz besonderen Trick aufwarten. Ist sein Stoffwechsel mit Hilfe der Nährstoffe in der Blumenzwiebel einmal in Gang gesetzt, produziert das Schneeglöckchen eigene Biowärme. Damit bringt der Sprössling beim Austreiben den umliegenden Schnee zum Schmelzen und kann so selbst durch die weiße Schicht ungehindert an die Oberfläche gelangen.

In der Regel zeigt das Schneeglöckchen im Februar die ersten Blattspitzen und beginnt spätestens Anfang März zu blühen. Aus den circa ein Zentimeter großen Zwiebeln wächst jeweils eine Pflanze mit einem Blütenstängel und drei graugrünen Blättern. Am liebsten mögen sie Halbschatten und feuchte, nahrhafte Böden.

In Großbritannien begann vor einigen Jahren eine regelrechte Schneeglöckchen-Manie. Immer mehr Menschen sammelten mit großer Leidenschaft die zierlichen Blümchen und zogen neue Kreuzungen heran. Mittlerweile gibt es mehrere hundert Sorten mit einfachen oder gefüllten, grün oder gelb gefärbten, spitzen oder runden Glöckchen. Auch in Deutschland werden inzwischen vielerorts Schneeglöckchentage veranstaltet, zu denen Liebhaber aus ganz Europa anreisen. Aber auch alleine macht die Suche nach den zierlichen Blümchen Spaß, also nix wie raus!

Basteln: Traumfänger aus Weidenzweigen

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Der Winter ist für Weidenbäume Schnittzeit, denn in dieser Zeit ruhen die Hölzer und können gestutzt werden, ohne beim Wachsen gestört zu werden. Ihre Zweige eigenen sich hervorragend zum Basteln, denn sie sind bei allen Weidenarten besonders biegsam. So bekam die Weide auch ihren Namen: Er stammt vom altdeutschen Begriff „wîda“ ab und bedeutet „die Biegsame“.

Besonders Trauerweiden, die häufig an Seen und Flüssen zu finden sind, lassen ihre langen, schlaksigen Äste bis zum Boden hängen und sind leicht zu erreichen. Mit etwas Übung lassen sich aus den Zweigen die unterschiedlichsten Formen biegen. Das Weidenflechten ist eine alte Tradition, bei der Körbe, Zäune oder sogar Hütten aus den dünnen Ästen gebaut werden.

Wir beginnen mit einem einfachen Reifen, der Grundform für einen Traumfänger. Laut Legenden hängen sich Indianer dieses Schmuckstück in ihr Tipi oder über ihr Bett, um ihren Schlaf zu verbessern. Denn während böse Träume im Netz des Traumfängers hängen bleiben und am nächsten Morgen von der aufgehenden Sonne aufgelöst werden, können die guten Träume hindurch schlüpfen.

Für einen Traumfänger braucht ihr: Einen 0,5 bis 1 Meter langen, dünnen Weidenzweig Stabilen Faden Federn Perlen Weitere Fundstücke aus der Natur, die sich auffädeln lassen: Muscheln, Beeren, Blätter,…

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Aus dem Weidenzweig formt ihr einen Kreis und bindet die Enden oben mit einem Stück Faden fest zusammen. Der hier abgebildete Traumfänger hat einen doppelten Rahmen, bei dem die Zweige umeinander geführt wurden. Das verleiht dem Reifen noch mehr Stabilität. Wurde der Zweig schon vor längerer Zeit geschnitten, legt ihn zuvor für einige Minuten in eine Schale Wasser, so dass er sich mit Feuchtigkeit vollsaugen kann und wieder schön biegsam wird.

Im nächsten Schritt knüpft ihr das Netz des Traumfängers. Nehmt dazu einen langen Faden (bei einem Reifen-Durchmesser von 14 Zentimetern benötigt ihr etwa 1,5 Meter Faden) und knotet das eine Ende an eine beliebige Stelle des Rahmens. Das andere Fadenende fädelt ihr auf eine Nadel auf. Nun führt ihr den Faden einige Zentimeter entfernt vom Knoten unter dem Reifen hindurch nach außen und zieht ihn anschließend von oben zwischen Reifen und Faden wieder zurück in den Kreis (siehe Zeichnung). Diesen Vorgang wiederholt ihr, bis ihr den Reifen einmal umrundet habt. In der zweiten Runde knüpft ihr nach dem gleichen Prinzip weiter, umwickelt jedoch nicht mehr den Reifen, sondern den Faden aus der ersten Runde.

Damit aus dem Faden ein richtiges Netz wird, muss er gut gespannt sein. Es ist daher hilfreich, den Faden nach jeder Umrundung zu verknoten, so dass sich die letzte Runde nicht mehr lockern kann. Denkt außerdem daran, Perlen, Muscheln oder andere Dekorationen mit aufzufädeln, mit denen das Netz verziert werden soll. Mit ein bisschen Übung entstehen dabei wunderschöne Muster. Ist das Netz weit genug geschlossen, verknotet ihr einfach den Faden. Damit der Knoten nicht sichtbar ist, könnt ihr zuvor noch eine Perle auffädeln und diese anschließend über den Knoten schieben.

Nun könnt ihr euren Traumfänger noch mit Federn und Perlen schmücken, die ihr mit weiteren Fäden an der untere Hälfte des Weidenreifens befestigt. GEOlino.de wünscht schöne Träume!

Schmetterlinge: Falter mit eingebautem Frostschutz

Schmetterlinge gibt es auch im Winter. So ein Quatscht, sagt ihr? Keineswegs. Tatsächlich sterben die meisten Schmetterlinge spätestens in der ersten Frostnacht. Nur ihre Eier überwintern. Nicht jedoch beim Zitronenfalter. Er faltet die Flügel zusammen und hängt sich an einer geschützten Stelle an einen Baum oder versteckt sich in trockenem Laub am Boden. Dort überwintert er in der Winterstarre. Wie macht er das?

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Ein körpereigenes Frostschutzmittel des Zitronenfalters, das aus Eiweißen und anderen Stoffen besteht, sorgt dafür, dass seine Körperflüssigkeit nicht einfriert. So kann er bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad problemlos überleben, selbst wenn er von Schnee bedeckt wird. Mit bis zu zwölf Monaten lebt der Zitronenfalter von allen mitteleuropäischen Schmetterlingen am längsten und ist der einzige unter ihnen, der in der freien Vegetation überwintert.

Nur wenige wärmende Sonnenstrahlen erwecken den Schmetterling zu neuem Leben. So kann es sein, dass er an warmen Tagen sogar mitten im Winter zu einem Rundflug aufbricht. Gewiss jedoch gehört er zu den ersten Frühlingsboten. Dann steht für den Zitronenfalter zunächst ausführliches Sonnen auf dem Programm. Dabei hält er seine Flügel noch geschlossen und setzt sich seitlich zu den wärmenden Lichtstrahlen, so dass er mit seiner gesamten Breite möglichst viele von ihnen aufnehmen kann.

Im März verlässt der Falter seinen Überwinterungsplatz, dann könnt ihr ihn häufig an Waldrändern und –wegen beobachten. Die leuchtend gelben Männchen gehen schon bald auf Brautschau und jagen den weißlich-grün gefärbten Weibchen hinterher. Wie ihr seht, bezieht sich der Name „Zitronenfalter“ also nur auf die männlichen Tiere. Mit anderen Arten kann man ihn kaum verwechseln, denn es gibt nur wenige Falter mit ähnlicher Färbung. Keiner von ihnen ist jedoch so früh im Jahr unterwegs wie der Zitronenfalter. Habt ihr schon einen entdeckt?

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