Nix wie raus Nix wie raus im April

"April, April - der macht, was er will!" Doch wir lassen uns vom wechselhaften Wetter nicht beirren und blicken auf den Frühling, der sicher bald vollends erblühen wird

Apfelblütenland

Tag für Tag öffnen sich nun mehr von den kleinen weißen und rosa Blüten an Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen und verleihen ganzen Landschaftszügen einen natürlichen Schmuck. Das passiert jedoch keineswegs überall gleichzeitig. Wie ein La-Ola-Welle schwappt die Blüte in circa 80 Tagen über Europa. Sie beginnt im März in Südspanien, setzt sich Mitte April in Westeuropa fort und erreicht nach der Blüte Anfang Mai in Nordosteuropa schließlich Skandinavien.

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Apfelbäume blühen im ganzen Land

Auch dabei handelt es sich jedoch nur um Richtwerte, denn die Blüte, und mit ihr der Frühling, wandert jedes Jahr unterschiedlich schnell Richtung Norden.

Während sie in kühlen Jahren nur etwa 30 Kilometer pro Tag Richtung Norden rückt, ist sie in warmen Jahren mit rund 90 Tageskilometern fast dreimal so schnell unterwegs.

Die Natur richtet sich nicht nach unserem Kalender. Dafür können wir eine Menge von ihr erfahren. So erhoffen sich zum Beispiel Forscher, durch die Blüte der Apfelbäume mehr über den Klimawandel zu erfahren. Denn egal welches Datum der Kalender anzeigt, wissen sie: Wenn die Apfelbäume blühen, hat der Frühling endgültig Einzug gehalten. Die Forscher benutzen die Bäume also als Messgeräte, um den Beginn des Frühlings zu erkennen und so über mehrere Jahre hinweg mögliche Schwankungen oder Veränderungen im Klima festzuhalten.

Mitmach-Aktion "Apfelblütenland"

Bei der Mitmach-Aktion "Apfelblütenland" der ARD-Sendung „Planet Wissen“ könnt ihr die Wissenschaftler unterstützen. Dafür sucht ihr euch in eurer Nähe einen Apfelbaum und schreibt der Redaktion über das Kontaktformular eine Nachricht, sobald dieser Baum beginnt zu blühen. Um zu gewährleisten, dass die Ergebnisse vergleichbar sind, gehen nur Bäume des Typs Boskoop oder Klarapfel in die Wertung ein. Fragt ggf. Erwachsene, wenn ihr euch nicht sicher seid, um was für eine Sorte es sich bei eurem Baum handelt.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich die Apfelblüte in den letzten dreißig Jahren je nach Region um sechs bis zehn Tage im Kalender nach vorne verschoben hat. Mit der Aktion „Apfelblütenland“ soll herausgefunden werden, ob sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzt.

Daneben untersuchen die Forscher weitere Fragen: Wo in Deutschland öffnet sich die erste Apfelblüte des Jahres? Wie schnell wandert die Blüte und wie schnell klettert sie dabei vom Tal in die Berge und anders herum? Auch Informationen wie die geographischen Daten oder die Meereshöhe des Baumes sind daher interessant.

Auf der Homepage von "Planet Wissen" findet ihr mehr Informationen zur Aktion „Apfelblütenland“ und könnt das Voranschreiten der Blüte auf einer großen Karte mit verfolgen.

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Serie
Nix wie raus!
Wir verraten euch, was ihr jeden Monat in der Natur unternehmen könnt. Schaut hin und lernt eure Umwelt besser kennen!

Wettermonat April

Klar, jeder kennt das Sprichwort "April, April – der macht, was er will!" Gemeint ist das Wetter: Nach kurzem Sonnenschein zieht auf einmal ein heftiger Sturm auf und im nächsten Moment fallen dicke Regentropfen oder gar Schneeflocken vom Himmel. Nicht umsonst hieß der April früher "Launing" oder "Wandelmonat". Erst die Römern nannten den Monat um in "Aperire", das bedeutet so viel wie "das Öffnen der Knospen".

Solch ein Wetter macht die morgendliche Wahl der Klamotten schwer. T-Shirt und kurze Hose oder doch lieber Jacke und Regenschirm? Da hilft allein das Zwiebelprinzip, also viele Schichten übereinander, die ihr ausziehen könnt, wenn sich die Sonne einmal wieder kurz blicken lässt.

Verantwortlich für unser verrücktes Aprilwetter sind unterschiedlich warme Luftmassen über Europa. Die Sonne hat inzwischen schon eine Menge Kraft und erwärmt die Luft über Südeuropa und Afrika. Die Meere im Norden sind hingegen noch recht kalt. Die Temperaturen von Ost- und Nordsee liegen im April bei etwa vier bis sechs Grad und auch der Nordatlantik erreicht trotz des wärmenden Golfstroms nicht mehr als sieben Grad.

Bei uns in Mitteleuropa treffen daher die trockenen, warmen Luftmassen aus dem Süden mit der feuchten, kalten Luft aus dem Norden aufeinander. Über unseren Köpfen findet in diesem Monat daher ein Wechselspiel der Luftströmungen statt, die die Wetterlage täglich neu ausfechten.

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Hasen paaren sich

Hasenhochzeit im April

Zur Paarungszeit der Feldhasen geht es auf den Ackern hoch her. Viele nennen dieses Ereignis auch „Hasenhochzeit“, denn nun werben die Hasen-Männchen, die Rammler, um die Weibchen. Sehr romantisch geht es dabei allerdings nicht zu.

Für einige Zeit scheinen die Tiere zu vergessen, dass sie eigentlich nachtaktive Einzelgänger sind. Am helllichten Tag könnt ihr nun turbulente Verfolgungsjagden der liebestollen Hasen beobachten.

Mit Sprüngen, Haken und Stupsern versuchen die Rammler, eines der wählerischen Weibchen für sich zu gewinnen. Dabei kriegt so mancher etwas auf die Löffel: Wenn das Weibchen nicht zufrieden ist, stellt es sich auf die Hinterläufe und wehrt den Rammler mit gezielten Boxschlägen ab.

Hat sich das Weibchen für einen Anwärter entschieden, dauert es anschließend noch etwa 42 Tage bis sie den ersten Wurf Junge zur Welt bringt. Ein Wurf besteht aus bis zu sechs Hasenkindern. Da viele von ihnen in den ersten Tagen sterben, hat die Natur die Feldhasen mit einem besonderen Trick ausgestattet: Die Hasen-Weibchen können doppelt trächtig werden und zwei Würfe nacheinander austragen. In den meisten Fällen ist die Fortpflanzung dadurch gesichert.

Hasenkinder kommen als Nestflüchter zur Welt. So heißen Tiere, die sehr weit entwickelt geboren werden. Für den Hasen-Nachwuchs bedeutet das, dass er sehen kann und bereits sein komplettes Fell trägt. Schon nach wenigen Stunden hoppeln die Kleinen außerdem um ihre Geburtsstätte, die so genannte Sasse, herum. Sie besteht aus einer flachen Erdmulde, die ihnen in den ersten Tagen weiterhin als Schutz dient.

Ihre Mutter lässt sie direkt nach der Geburt zurück, denn die Gefahr ist viel zu groß, dass sie mit ihrem Geruch Feinde anlockt. Die Hasenkinder hingegen sind noch nahezu geruchlos und somit für andere Tiere nur schwer auffindbar. Morgens und abends kehrt die Hasen-Mama jedoch zurück, um die Jungen zu füttern. Hasenmilch ist viermal so fettig wie Kuhmilch und lässt die Kinder schnell groß und stark werden. Nach circa zehn Monaten gelten sie als ausgewachsen und können sich selbst an der Hasenhochzeit beteiligen.

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