Tierkinder Ein kleiner Seelöwe erkundet die Welt

Seelöwen sind Einzelkinder. Die Jungen suchen sich schnell Freunde, mit denen sie zusammen herumtollen und dabei die Vielfalt des Meeres kennenlernen

Flink taucht der kleine Seelöwe unter der nahenden Welle herab. Mit der linken Flosse stupst er seinen Freund an, um im nächsten Moment schon wieder unter ihm hinweg zu tauchen und seine Runden im Meer zu drehen. Schnell versucht ihm sein Gefährte zu folgen, doch die nächste Verlockung naht schon. Was schillert dort im Sand? Es gibt so viel zu entdecken!

Ein kleiner Seelöwe erkundet die Welt

Schon bald wird der kleine Seelöwe mit den anderen um die Wette schwimmen

Seelöwenkinder lieben es gemeinsam in flachen Gewässern umherzutollen. Dabei sind Seelöwen immer Einzelkinder. Erst vor wenigen Wochen haben die jungen Ohrenrobben das Licht der Welt erblickt und werden nun von ihren Eltern beim Spielen beobachtet. Die liegen in der Sonne auf der Sandbank und lassen sich die warmen Strahlen auf das dunkle Fell scheinen. Im Gegensatz zu den Seehunden, die zu der Familie der Hundsrobben gehören, haben sich die Seelöwen an ein Leben an Land angepasst. Mit ihren Vorder- und Hinterflossen können sie sich auf allen Vieren fortbewegen.

Freudige Erwartung

Die Seelöwen sind Stammgäste an der Küste. Jedes Jahr im Mai kehren sie zur Paarung zurück. Schon Tage vor den Seelöwendamen kämpfen die Bullen um das beste Revier, in dem sie ungeduldig auf die Ankunft der Weibchen warten. Doch bevor es zur erneuten Paarung kommt, gebärt die Seelöwendame ihr Baby, das sie die vergangenen elf Monate in ihrem Bauch getragen hat. Schon wenige Tage nach der Geburt wird sie wieder fruchtbar sein.

Das Neugeborene wiegt gerade einmal fünf Kilogramm und wird von seinen Eltern liebevoll beschützt. Dem bis zu 280 Kilogramm schweren Vater kommt so schnell keiner zu nahe. Unbeholfen kuschelt sich das Kleine an seine Mutter, die es immer wieder mit den Tasthaaren ihrer Nase kitzelt und fest an ihr warmes Fell schmiegt.

Auch ein Seelöwe muss schwimmen lernen

In den ersten drei Monaten werden die Kleinen mit reichhaltiger Milch gesäugt, damit sie schnell zu Kräften kommen. Schon bald können sie mit anderen Seelöwenjungen um die Wette schwimmen. Doch zuvor steht auch für sie der erste Schwimmunterricht an der Seite der Großen auf dem Stundenplan. Mit großen schwarzen Augen blickt der kleine Seelöwe argwöhnisch in das kalte Nass. Dort soll er hinein?

Doch schon bald überwiegt seine Neugier und alle Ängste sind vergessen. Seelöwenkinder sind besonders gesellig. Verspielt suchen sie den Kontakt zu ihren Artgenossen und lernen so die Welt kennen. Jede Welle, jede Muschel und jede Alge muss verfolgt und probiert werden.

Durch die Wellen hört das Kleine den Ruf seiner Mutter. Schnell schwimmt er zu ihr, die den jungen Seelöwen nun zum ersten Mal auf das offene Meer hinaus begleitet. Hier suchen sie gemeinsam nach Fischen, kleinen Krebsen und Tintenfischen. Die Seelöwendame kann auf der Jagd nach Nahrung bis zu 100 Meter tief tauchen und folgt dabei dem Echo ihrer Artgenossen als Orientierung. Während sie dafür sorgt, dass ihr Nachwuchs bald wieder mit vollem Magen in der Sonne dösen kann, spielt der Kleine schon wieder mit seinem Freund, der ihm in die Flosse zwickt und zum Wettschwimmen herausfordert.


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