Basteln Nix wie raus im September

Die heiße Jahreszeit neigt sich dem Ende entgegen. Wir zeigen euch, wie ihr den Geruch des Sommers noch eine Weile mit euch tragen könnt. Außerdem lässt sich auch im Frühherbst viel entdecken. Manche Pflanzen stehen erst jetzt in vollem Saft, den ihr für eure Wiesenapotheke nutzen könnt. Los geht’s!
In diesem Artikel
Duftsäckchen für den Kleiderschrank
Fledermäuse beobachten
Erste Hilfe aus der Wiesenapotheke
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Alles, was ihr braucht, auf einen Blick

Duftsäckchen für den Kleiderschrank

Sicher sind euch im August in den Gärten die leuchtenden Lavendel-Sträucher mit ihren lila Blüten aufgefallen. Die wohlduftende Pflanze enthält ätherische Öle, die beruhigend und entspannend auf uns Menschen wirken. Schnuppert mal an einem Lavendel-Strauch oder zerreibt eine Blüte zwischen euren Fingern. Schnell verströmt die Pflanz ihren intensiven Duft.

Im September sind die Blütenstängel langsam verblüht, werden trocken und leicht gräulich. Nun ist Zeit für die Ernte, denn den angenehmen Geruch des Lavendel könnt ihr euch über den Winter bewahren, indem ihr aus den trockenen Blüten kleine Lavendel-Säckchen macht. Wenn ihr sie im Kleiderschrank zwischen eure Kleidung legt, tragt ihr immer automatisch einen leichten Lavendel-Duft mich euch. Viel besser und einfacher als jedes Parfum! Motten stehen hingegen gar nicht auf den Geruch des Lavendels. Mit zwei oder drei kleinen Säckchen in eurem Schrank bleiben eure Klamotten also garantiert Mottenfrei!

Für ein Säckchen braucht ihr:

  • 1 Gartenschere
  • 1 kreisrundes Stück Stoff mit circa 25 Zentimeter Durchmesser
  • 50 Zentimeter Geschenkband
  • 1 Schälchen
  • 1 Strauß Lavendel

Und so geht's:

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Ein paar Stiele Lavendel mit der Gartenschere abknipsen

1.: Zunächst müsst ihr euch den Lavendel besorgen. Wenn ihr keinen Strauch im Garten habt, schaut euch doch mal im Park um oder fragt einen Nachbarn, ob ihr euch ein paar Blütenstängel von seinem Strauch abschneiden dürft. Das ist sicher kein Problem, denn der Lavendel muss nach der Blüte ohnehin geschnitten werden, so dass er sich im Winter erholen und im nächsten Jahr wieder austreiben kann. Dafür schneidet ihr die Blütenstiele recht weit unten bei den Blättern mit einer Gartenschere ab, bis ihr einen kleinen Strauß zusammen habt.

2.: Nun nehmt ihr euch jeden Stängel einzeln vor und zieht die Blüten mit Daumen und Zeigerfinger von den Stielen ab. Nach nur wenigen Sekunden wird alles um euch heru m nach Lavendel riechen. Sammelt die abgezogenen Blüten in einem Schälchen, sie bilden den Inhalt für unsere Säckchen.

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Die Blüten mit Daumen und Zeigerfinger von den Stielen abziehen

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Lavendelblüten in die Mitte eines Stoffstücks geben

3. Anschließend nehmt ihr euer kreisrundes Stück Stoff und breitet es flach auf dem Tisch aus. In die Mitte gebt ihr die Lavendelblüten. Dann nehmt ihr die Ränder des Stoffkreises nach oben zusammen, so dass ihr ein kleines Päckchen binden könnt.

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Zu einem Säcken binden

4. Für das Zusammenbinden holt ihr euch am besten eine zweite Person zur Hilfe: Einer hält das Säckchen und der andere bindet mit dem Geschenkband zunächst einen Knoten und anschließend eine schöne Schleife. Fertig ist das Lavendelsäckchen!

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Und fertig!

Nun einfach zwischen die Kleidung im Schrank legen und schon bald nehmen T-Shirts, Pullis und Hosen den angenehmen Geruch auf. Wenn die Wirkung einige Wochen später nicht mehr so stark ist, könnt ihr das Säckchen einfach einmal durchkneten und schon verströmen die Blüten im Inneren wieder frischen Duft.

Fledermäuse beobachten

Plötzlich huscht ein schwarzer Schatten in der Dunkelheit über euren Kopf hinweg und verschwindet unter dem Scheunendach. Was war das? Und da oben am Dachsims hat sich doch gerade etwas bewegt! Baumelt da nicht etwas vom Dach herunter? Der September ist Fledermaus-Zeit. In diesem Monat könnt ihr die schwarzen Flatterer besonders gut in der Dämmerung beobachten, denn von September bis November beziehen die Tiere ihre Winterquartiere und sind im Schutze der Nacht besonders viel unterwegs.

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Von September bis November beziehen Fledermäuse ihre Winterquartiere

Wie das Wort 'Winterquartier' schon verrät, haben Fledermäuse zwei Unterschlüpfe: Einen für den Sommer und einen für den Winter. Im Sommer leben sie in hohlen Bäumen, in Höhlen und in Felsspalten. Da es bei uns in Deutschland aber nur sehr wenige Höhlen gibt, quartieren sich viele der Tiere auch auf den Dachböden von Häusern und Kirchen ein. Bäume und Höhlen können neben Kellern und leerstehenden Hütten ebenso als Winterquartiere dienen.

Für den Winterschlaf müssen sie jedoch geschützter sein als das Sommernest. Das ist wichtig, damit die Tiere nicht gestört werden. Denn in der kalten Jahreszeit fahren Fledermäuse die Mechanismen in ihrem Körper herunter, so dass sie die Zeit bis zum Frühjahr ohne Nahrung überbrücken können. Aber Fledermäuse schlafen nicht nur im Winter. Im wahrsten Sinne des Wortes hängen Fledermäuse gerne ab, auch im Sommer. Dann dösen sie kopfüber den lieben langen Tag in ihren Quartieren.

Fledermäuse sehen auf den ersten Blick ganz schön ulkig aus: Die großen Ohren, die nackten Flügel...Sie tragen nicht gerade dazu bei, dass die Tiere sonderlich beliebt sind. Es werden außerdem viele Lügengeschichten über Fledermäuse erzählt, zum Beispiel, dass sie nicht sehen können oder mit Vampiren verwandt sind. Nichts davon stimmt und wer mehr über die kleinen Flatterer erfährt erkennt schnell, wie nützlich sie für uns sind. Fledermäuse fressen nämlich für ihr Leben gerne Insekten. Dadurch gibt es weniger Fliegen und Mücken, die für uns Menschen furchtbar lästig sein können, wenn wir an warmen Sommerabenden noch auf dem Balkon oder der Terrasse sitzen wollen.

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Nix wie raus!
Wir verraten euch, was ihr jeden Monat in der Natur unternehmen könnt. Schaut hin und lernt eure Umwelt besser kennen!

Die beste Eigenschaft der Fledermäuse sind aber ihre Ohren, denn viel mehr als ihre Augen helfen sie ihnen zur Orientierung. Besonders in der Dunkelheit. Mit dem Mund oder der Nase stoßen die Tiere kurze, sehr laute Töne aus. Sie sind jedoch viel zu hoch, als dass wir Menschen sie hören könnten. Die Töne treffen auf ein Objekt, zum Beispiel eine Hauswand oder einen Baum.

Anhand des Echos können die Fledermäuse erkennen, wie weit der nächste Gegenstand entfernt ist und was sich in der Luft befindet. Dafür brauchen sie die großen Ohren, die viel genauer arbeiten als unsere. Wir sprechen bei dieser Art der Orientierung von der 'Echoortung'. Die Tiere können dadurch ganz einfach Objekten ausweichen oder sich schnell die Mücken schnappen, die sie in der Luft geortet haben. Wir Menschen haben uns ihr System abgeguckt und verwenden es nun beispielsweise in der Seefahrt, in der das Echolot für die Tiefenmessung eingesetzt wird, oder in der Medizin, in der anhand des Ultraschalls in den Menschen hineingeschaut werden kann.

Im September veranstalten viele Naturschutzverbände Fledermausnächte, in denen euch Experten zu beliebten Fluggebieten der Tiere führen und euch mehr über ihre Besonderheiten erzählen. Vielleicht findet solch eine Führung ja auch ganz in eurer Nähe statt? Falls nicht, haben sicher einige eurer Freunde Lust, in der Dämmerung gemeinsam auf Fledermaus-Entdeckungstour zu gehen. Zu dieser Tageszeit ist es bereits dunkel genug, damit die Tiere erwachen, aber noch hell genug, damit ihr sie noch gut fliegen sehen könnt.

Erste Hilfe aus der Wiesenapotheke

Ein juckender Mückenstich, ein aufgeschlagenes Knie, ein verknackster Fuß...Wer viel draußen unterwegs ist, muss das ein oder andere Missgeschick in Kauf nehmen. Kein Problem, denn in der Natur findet ihr viele Kräuter und Pflanzen, die euch richtig angewendet schnell helfen können.

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Eine gute Heilpflanze: die Kamille

Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen die heilende Wirkung von Pflanzen, um Krankheiten und Verletzungen zu kurieren. In vielen Kulturen gibt es heute noch Medizinmänner und -frauen, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergeben. Und auch in der modernen Medizin spielen die Inhaltsstoffe von Pflanzen wieder eine immer größere Rolle.

Wenn ihr auf die natürlichen Helfer zurückgreifen wollt, sucht die passende Pflanze, zerreibt einige Blätter oder Blüten kräftig zwischen den Fingern und tupft den frischen Saft der Pflanze auf die betroffene Stelle.

Diese Pflanzen wirken

  • bei brennenden Schürfwunden: Blüten von Kamille und Ringelblumen
  • bei juckenden Insektenstichen: Blätter von Gänseblümchen, Minze, Walnussbäumen, Melisse oder Kamille
  • wegen ihrer kühlenden Wirkung bei verknacksten Füßen: Blätter von Sauerampfer und Rosen
  • bei schmerzenden Bienen- oder Wespenstichen: Blüten von Kamille
  • bei Entzündungen: Blüten und Blätter von Schafgarbe und Arnika.

Achtung! Dreck und Staub können Verletzungen leicht entzünden, deshalb sollten die verwendeten Blätter und Blüten natürlich sauber sein.

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