Die Sprache der Tiere

Tiere verständigen sich meist mit Hilfe ihres Körpers und kleinen unscheinbaren Bewegungen. Es ist nicht schwer, sie zu verstehen. Mit einigen Tricks werdet ihr zu Hundeverstehern, Katzenexperten und Pferdeflüsterern

Tiere verstehen uns Menschen ganz ohne Worte: Sie erkennen unsere Trauer und trösten uns. Sie bemerken unsere gute Laune und verleiten uns zum Spielen. Wir sollten auch versuchen, sie besser zu verstehen, um auf ihre Stimmungen richtig reagieren zu können. Achtet dafür einfach ganz genau auf die Körpersprache eures Tieres.

Hunde

Hunde sind dem Menschen sehr ähnlich: Ihr Blick sagt mehr aus als 1000 Worte. So zählen auch Hundeexperten die Augen zu den wichtigsten Signalgebern der Tiere. Achtet man zudem auf ihren Schwanz, ist die Hundesprache leicht zu durchschauen.

Hundeaugen spiegeln besonders deutlich drohende Stimmungen wider. Sie sind dann leicht zugekniffen und angespannt. Spitzt der Hund dazu noch die Rute und streckt sie in die Luft, ist er auf einen Angriff vorbereitet. Dazu kommt meist noch Zähnefletschen und Knurren. Klar - hier sollte man Abstand halten! Geht man in die Hocke und spricht ruhig auf Augenhöhe mit dem Hund, kann man die Situation oft entschärfen.

Dieselbe Reaktion ist angebracht, wenn der Hund Angst hat. Seine Augen sind dann sehr wach und weit aufgerissen. Seine Rute steckt er verängstigt zwischen die Hinterbeine. Die Körperhaltung ist sehr zurückhaltend. Als Mensch sollte man den Vierbeiner aber nicht überfordern, sondern langsam Vertrauen aufbauen. Ansonsten kann es zu Bissen oder Angriffen kommen.

Augen und Rute des Tieres sind in Bewegung, es wirkt freundlich und tanzt umher? Keine Sorge: Der Hund ist absolut entspannt und will spielen. Geht er manchmal noch mit den Vorderbeinen in die Hocke, gibt er dem Menschen oder Spielgefährten das letzte überzeugende Zeichen, er sagt: "Wirf den Ball, ich will Spaß!"

Die Sprache der Tiere

Hunde drücken ihre Stimmungen durch die Augen und die Rute aus

Katzen

Die Katze nutzt vor allem ihren Schwanz als Verständigungsmittel. Wer kennt das nicht? Die Katze läuft miauend durch den Raum, wedelt dabei mit dem Schwanz. Was wie eine freundliche Geste wirkt, ist in Wahrheit ein Zeichen für Anspannung. Sie nimmt gerade viele Einflüsse auf, ist verwirrt und aufgeregt. Wenn sie in dem Moment nicht in einer fremden Umgebung ist, verunsichern sie gerade unbekannte Gerüche.

Befindet sich die Katze in einer gefährlichen Situation, erstarrt sie fast. Sie macht einen Katzenbuckel. Dabei spitzt sie den Schwanz, streckt ihn in die Luft und bleibt ganz still stehen. Die Ohren legt sie in dieser Laune meist streng an. Wenn sie einem Menschen diese Geste entgegenbringt, sollte er Abstand halten und sich nur vorsichtig und in der Hocke annähern. Sonst erschrickt die Katze und könnte kratzen.

Besonders gute Laune hat das Schmusetier, wenn der Schwanz lässig und locker nach oben gerichtet ist. Sie wirkt entspannt und schlendert umher. In der Position darf man sich ihr gerne nähern. Erwidert sie die Nähe, schleicht sie kurz darauf fast flirtend um eure Beine. Sie genießt die Streicheleinheiten und sagt: "Weitermachen, bitte!"

Besonders die Samtpfoten beherrschen aber viele Ausdrucksformen. Sie gelten nicht umsonst als unberechenbare Tiere. Unerfahrene Katzenbesitzer sollten vor allem auf das Schnurren, Fauchen und die wachen Augen achten.

Die Sprache der Tiere

Achtung: Katzen nutzen ihren gesamten Körper als Verständigungsmittel

Pferd

Wusstet ihr, dass Pferde viel besser hören als Menschen? Deswegen sind ihre Ohren ständig in Bewegung. Sie können sie nach vorne, zur Seite und nach hinten richten und so alles um sich herum aufnehmen. Mit den Ohren verdeutlichen Pferde aber nicht nur, in welche Richtung sie gerade hören. Es stecken auch viele Gefühle dahinter:

Hat es seine Ohren beispielsweise gespitzt und dabei noch die Augen auf dich gerichtet, freut es sich, wenn du näher trittst. Es sagt: "Komm, sprich' mit mir!" Achtung ist geboten, wenn es die Ohren nach hinten anlegt, sodass sie kaum noch sichtbar sind. Sind die Augen dazu noch weit aufgerissen, ist das Pferd sehr angespannt und droht dir mit Bissen oder Tritten. Wahrscheinlich ist die Situation unbekannt und es hat Angst. Sei vorsichtig und nähere dich erst mal nicht.

Das Pferd befindet sich in der Ruhephase, wenn es die Ohren schräg nach außen gedreht hat. Es döst. Damit es alle annähernden Gefahren wahrnimmt, hat es die Lauscher zur Seite gedreht. Möchtest du dich nähern, mache vorher deutlich auf dich aufmerksam, sonst erschrickt es sich und könnte vor Angst treten. Sind die Ohren stets in Bewegung und pendelt der Schweif dabei noch aufgeregt hin und her ist das Pferd in Bestform. Es hat gute Laune und ist aufmerksam. Dieses Körperspiel will jeder professionelle Reiter erreichen, denn dann fühlt sich das Pferd in der Situation wohl und hat Spaß.

Eine bekannte und häufig belustigende Geste ist das Flehmen. Dabei reißt das Pferd die Oberlippe hoch und zeigt das komplette Gebiss. Es sieht auf den ersten Blick aus, als würde es lachen. In Wahrheit nutzt es aber das zusätzliche Riechorgan, das sich unter der Oberlippe befindet. Wahrscheinlich ist ein Pferd in der Nähe, das dem "Flehmenden" gut gefällt.

Die Sprache der Tiere

Die Ohren eines Pferdes sind stets in Bewegung. Sie können so die gesamte Umgebung wahrnehmen

Natürlich drücken die Tiere auch mit den anderen Körperteilen viel aus. Je länger ihr euren besten Freund aber kennt, desto besser werdet ihr seine Stimmungen erkennen können. Bei unbekannten Tieren ist zu Beginn immer mehr Achtung geboten!

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