Tiere So könnt ihr Schmetterlingen helfen

Viele heimische Schmetterlinge sind vom Aussterben bedroht – weil ihr Lebensraum schrumpft. Doch zum Glück könnt ihr euch für die Falter einsetzen! Wie, das erklären wir in diesem Artikel.
Wie wir die Welt retten: Schmetterlinge

Schmetterlinge: Das solltet ihr wissen

In Deutschland leben rund 3500 Schmetterlingsarten. Die meisten sind Nachtfalter. Nur etwa 180 verschiedene Tagfalterarten fliegen durch unsere Natur.

Viele Schmetterlingsarten sind bedroht. Das stellt etwa der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fest: Seit fast 30 Jahren sammeln Naturschützer an 88 Standorten in Nordrhein-Westfalen Fluginsekten, um sie zu bestimmen und zu wiegen. Lagen vor zwölf Jahren noch rund 1,6 Kilogramm in den Untersuchungsfallen, sind es aktuell nur noch etwa 300 Gramm! In den Proben finden sich auch immer weniger Schmetterlinge.

In Wildblumen steckt lebenswichtiger Nektar für Schmetterlinge. Weil der Mensch immer mehr Wiesen bebaut und Moore etwa für die Landwirtschaft trockengelegt hat, schrumpft das Nahrungsangebot für Schmetterlinge und ihr Lebensraum. Noch dazu zerstören Unkrautvernichtungsmittel viele Schmetterlingspflanzen.

Das könnt ihr für die Schmetterlinge tun:

  1. Blumen pflanzen!
    Am besten Wildblumen, denn deren Nektar schmeckt Schmetterlingen besonders gut. Aber auch Nektar von Gartenpflanzen wie Astern, Lavendel und Flieder stehen auf dem Speiseplan vieler Falter. Einen guten Überblick gibt die Seite Floraweb.de.
     
  2. Balkon herrichten!
    Balkone sind ein toller Rastplatz für Schmetterlinge. In Blumentöpfen oder -kästen mögen die Falter fast alles, was duftet. Nur einige Blumenarten wie Geranien geben zu wenig Nektar. Lasst stattdessen lieber verschiedene Küchenkräuter blühen.
     
  3. Garten verwilden lassen!
    Es ist gut, wenn zumindest eine Ecke des Gartens verwildert. Gerade „Unkraut“ wie Brennnesseln, Wegerich oder Klee haben Raupen zum Fressen gern.
     
  4. Winterquartiere schaffen!
    Experten empfehlen, den Garten im Herbst nicht zu gut aufzuräumen: Vertrocknete Blütenstände und Gräser oder luftig aufgeschichtete Laub- und Reisighaufen sind tolle Verstecke, die die Schmetterlinge vor Kälte schützen und ihnen so helfen, den Winter zu überstehen.
Kleiner Kohlweissling

Der Kleine Kohlweissling

Die GEOlino-Leseraktion

Frida und ihre Freundinnen knien im Sommer alle vier Wochen gebückt auf einer Wiese im Stadtgarten und zupfen Unkraut zwischen den Wildblumen heraus. Um sie herum flattern dann Schmetterlinge – Kleine Kohlweißlinge etwa, Zitronenfalter, manchmal auch Tagpfauenaugen.

Die kleine Wiese in Radolfzell am Bodensee ist ein Schmetterlingsparadies. Die Blumen blühen, es duftet. Die Sonne bringt die Mädchen allerdings ganz schön ins Schwitzen: "Unkrautjäten ist bei 30 Grad Celsius echt anstrengend", stöhnt Frida. "Aber in der Gruppe ist es auch lustig."

Die Gruppe, das sind außer ihr noch Antonia, Jule, Leonie, Mareike und Noemi. Zusammen setzen sich die Mädchen der BUND-Jugendgruppe für Naturschutz ein, besonders für Schmetterlinge.

"In der Stadt gibt es keinen Platz und keine Nahrung für Schmetterlinge, weil alles zugeteert ist", sagt Antonia. "Deshalb haben wir bei der Stadtgärtnerei gefragt, ob wir ein Stück Land bekommen dürfen." Und das durften sie, sogar kostenlos! Ihre Idee: Pflanzen aussäen, deren Nektar Schmetterlinge gern schlürfen und deren Blätter Raupen gern fressen.

Dann würde der Stadtgarten ein Schmetterlings-Schlaraffenland. Also krempelten die zehn- bis 13-jährigen Mädchen ihre Ärmel hoch und machten sich an die Arbeit. "Zum Glück hat uns jemand von der Stadtgärtnerei geholfen und den Boden vorher umgegraben", erzählt Frida.

So war es auch kein Problem, ein paar Topfpflanzen einzubuddeln: Sonnenhut, Ysop, Lavendel, Thymian, Oregano, Salbei und Bohnenkraut. "Was wir Menschen zum Würzen nutzen, lieben auch viele Falter", weiß Frida.

Vor ein paar Wochen haben die Schmetterlingsretterinnen sogar noch eine zweite Wiese angelegt. Frida pachtete ein weiteres Stück Land in einem Gartenprojekt im Norden der Stadt – für 30 Euro im Jahr. "Wir haben Schokolade verkauft und Spenden gesammelt, um das zu bezahlen", erzählt die Naturschützerin.

Und dann hat sie noch einen Tipp für alle, die es ihr nachmachen wollen: "Geht zur Stadtgärtnerei und fragt, ob ihr ein Stück Land haben dürft“, rät die 13-Jährige. „Dann streut ihr eine Schmetterlings-Saatmischung aus, und ein paar Wochen später ist die Schmetterlingswiese fertig!"

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