Das schwarz-gelbe Muster hat in der Tierwelt Signalwirkung: Es steht für Gefahr. Die Schwebfliege macht sich diese Warnfarben zunutze. Auf den ersten Blick ist es schwer zu erkennen, ob es sich nicht doch um eine gefährliche Wespe handelt. Das schreckt Feinde ab

Diese kleinen Krebse haben sich wirklich eine außergewöhnliche Tarnung einfallen lassen: Ihren Rückenpanzer und die Beine schmücken sie mit Muscheln, Algen, Seegras und Schwämmen, damit sie sich unbemerkt auf dem Meeresboden bewegen können. Aus diesem Grund werden sie auch Schmuck- oder Dekorateurkrabben genannt

Sie leben in den tropischen Gebieten Afrikas und Asiens und halten sich vornehmlich in Bäumen auf. Ganz klar, dass die Grünen Buschschlangen mit ihrer satten Farbe inmitten der Blätter nur schwer zu entdecken sind

Die Tarnung der Wandelnden Blätter ist perfekt bis ins kleinste Detail: Nicht nur Form und Farbe haben die Insekten aus Südostasien den Bäumen angepasst, sondern auch die Bewegungen - kommt ein Windhauch auf, fangen sie an, sich hin und her zu wiegen

So schnell kommt ihnen niemand zu nahe: Die spitzen Auswüchse am Rückenpanzer der Buckelzirpen sehen aus wie die Dornen an einem Rosenstrauch. Auch die grüne Farbe trägt dazu bei, dass sie eher als Teil der Pflanze und nicht als Tier wahrgenommen werden

Nicht nur wegen ihrer rotbraunen Fellfarbe sind junge Rehe im Gebüsch vor Feinden wie Füchsen und Luchsen sicher. Weil die Mütter ihre Kitze nach der Geburt ganz lange ablecken, haben die Kleinen keinen Geruch - sie können also nicht erschnüffelt werden

Seine weiß gefärbten Flügel mit den schwarzen Sprenkeln sehen genauso aus wie die Rinde einer Birke - daher kommt auch der Name des Birkenspanners. Der Schmetterling wird erst in der Nacht aktiv, tagsüber ruht er sich ganz unbemerkt auf den Baumstämmen aus

Ihr gesprenkelter Panzer ist kaum von den Sandkörnen auf dem Meeresgrund zu unterscheiden - das kommt den Nordseegarnelen besonders dann zugute, wenn sie sich häuten. Bis der neue Panzer fest und wehrhaft ist, dauert es eine Weile. So lange sind die Garnelen ihren Feinden fast schutzlos ausgeliefert

Der Steinfisch ist ein schlechter Schwimmer. Doch das macht nichts, denn wegen seiner fleckigen, verkrusteten Haut ist er von den Steinen auf dem Meeresgrund kaum zu unterscheiden. Er gräbt sich oft tagelang in den Sand ein und muss nur im richtigen Moment nach den vorbeischwimmenden Opfern schnappen

Bei Gefahr richtet sich die Rohrdommel wie ein Pfahl auf, damit sie im hohen Schilfgras nicht erkannt wird. Diesen Trick beherrschen die Jungtiere bereits eine Woche nach dem Schlüpfen. Auch ihr Gefieder mit den hellen und dunklen Flecken ist perfekt an die Gräserlandschaft, in der sie leben, angepasst

Im Gegensatz zu den ausdauernden Geparden sind Leoparden keine so guten Sprinter. Sie schleichen sich deshalb leise an ihre Opfer heran und stürzen sich im richtigen Moment auf sie. Weil ihr Fell so golden leuchtet wie die Gräser der afrikanischen Steppe in der Sonne, bleiben sie fast immer unentdeckt

Weil sie das Schwimmen erst noch lernen müssen, verbringen Sattelrobben ihre ersten Lebenswochen auf dem Eis. Während die Mütter im Polarmeer auf Beutejagd gehen, sind die Jungtiere Feinden schutzlos ausgeliefert. Dank ihrer Fellfarbe verschmelzen sie allerdings mit ihrer Umgebung - die perfekte Tarnung

Ob Polarfüchse in schneebedeckter Landschaft, Stabheuschrecken im Geäst oder Chamäleons mit ihren spektakulären Farbwechseln - all diese Tiere sind wahre Meister der Tarnung. Nur wer ganz genau hinsieht, kann sie in ihrer Umgebung erkennen. Doch wie machen sie das eigentlich? Was für Techniken sind das, mit denen sie ihre Feinde ganz einfach an der Nase herumführen?

In der Tierwelt gilt das Recht des Stärkeren, da haben es besonders die kleinen, langsamen und wehrlosen Arten schwer. Gegen größere Feinde können sie oft nicht viel ausrichten. Deswegen sind sie ständig auf der Hut und geben Acht, dass ihnen niemand auflauert. Wer sich nur schlecht verteidigen kann, muss sich eben auf andere Weise behelfen:

Mimese - Die Kunst, sich unsichtbar zu machen

Einige Tiere geben sich fast gar nicht zu erkennen. Täuschend echt ahmen sie ihre Umgebung nach und passen ihr Gefieder, ihre Farben und sogar ihr Verhalten daran an. Auf den ersten Blick halten wir sie für Blätter, Baumrinde, Blüten, Zweige oder Steine. Forscher nennen das "Mimese" - ein perfektes Versteckspiel, das Feinde oftmals in die Irre führt.

Doch nicht nur beim Verstecken sind gerade die Tiere im Vorteil, die sich äußerlich an ihren Lebensraum angepasst haben, auch bei der Jagd profitieren viele davon. Denn wer von Weitem schlecht zu erkennen ist, kann sich vollkommen unbemerkt an seine Beute heranschleichen. So machen sich viele Raubtiere wie Eisbären, Leoparden und Löwen ihre unauffällige Fellfarbe zunutze.

Mimikry - Das Vorgaukeln von Gefahr

Eine andere Art der Tarnung ist die sogenannte "Mimikry". Sie beruht ebenfalls auf dem Prinzip der Nachahmung. Allerdings wird in diesem Fall nicht die Umgebung imitiert, sondern das Aussehen von gefährlichen Tieren - ein Trick, der mit Hilfe von Warnfarben funktioniert. In der Natur stehen Schwarz-, Gelb- und Rot-Töne für Gefahr. Diese Farben signalisieren den Feinden, dass es sich um giftige oder völlig ungenießbare Beute handelt. Zahlreiche Tiere nutzen diesen Trick und führen andere mit ihrem Aussehen hinters Licht. Wegen ihres schwarz-gelb gesteiften Körpers wird zum Beispiel die Schwebfliege oft für eine Wespe gehalten - dabei ist sie völlig harmlos, denn sie hat überhaupt keinen Stachel. Genauso gaukeln viele Schmetterlinge, Käfer und Insekten mit Hilfe ihres Erscheinungsbildes vor, viel gefährlicher zu sein, als sie in Wirklichkeit sind. Nur so können sie sich viele Feinde vom Leib halten, denn die machen aus Prinzip einen großen Bogen um Tiere mit auffälligen Farben.

Im Kinder Brockhaus "Perfekt versteckt" gibt es die eindrucksvollsten Tarnungskünstler aus dem Tierreich zu sehen. Die Figuren Maja und Kalle Clever begleiten euch durch das Buch und erzählen viel Spannendes über das Versteckspiel in der Natur. Schafft ihr es, die Tiere auf den rätselhaften Suchbildern zu entdecken? In unserer Fotogalerie zeigen wir euch einige Seiten aus dem Buch.

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