In dem großen Wald der Bärenwaisenstation Harghita in Rumänien fühlen sich die jungen Bären unheimlich wohl. In Rumänien leben - nach Russland - die meisten Braunbären der Welt

Viele überlebenswichtige Eigenschaften beherrschen die Braunbärenjungen schon von Geburt an. Die Natur hat es ihnen mitgegeben, dass sie zum Beispiel einen gefundenen Stein umdrehen, um nach Würmern und Ameisen als Nahrung zu suchen

Die jungen Braunbären werden von einigen wenigen Pflegern in der Bärenwaisenstation betreut und nur im jungen Alter zugefüttert. Ansonsten lernen sie, sich ihr Futter selbst zu suchen

Braunbären können sich bereits in einem Alter von sieben Monaten selbst versorgen. Das Problem ist, dass sie sich noch nicht selbst verteidigen können. Dafür brauchen sie ihre Mutter, die sie bis zu zwei Lebensjahre lang begleitet und vor Feinden beschützt

Wenn Bärenjunge einen Ast brechen hören, laufen sie gleich zum nächsten Baum, um sich darauf vor möglichen Feinden in Sicherheit zu bringen. Auch das ist eine angeborene Eigenschaft der Tiere

Durch möglichst geringen Kontakt gewöhnen die Bären sich nicht zu sehr an die Menschen und können später als wilde Tiere in die Natur entlassen werden

Braunbären vergessen später sogar ihre eigene Mutter, nachdem sie sich von ihr trennen. Daher vergessen sie auch die Menschen, die für eine kurze Zeit Teil ihres Lebens waren wieder

Ein Zaun umgibt die ganze Station, damit die Tiere diesen sicheren Ort nicht verlassen können. Doch er soll auch verhindern, dass Menschen sich dorthin verirren und den Bären zu nahe kommen. Die kleinen Braunbären lieben es zu klettern, daher muss der Zaun auch sehr stabil sein

Im Gegensatz zu manchen anderen Tieren können Bären in großen Gruppen zusammenleben, so lange genügend Futter vorhanden ist

Bären sind ausgesprochen friedliche Tiere und setzen ihre starke Körperkraft nicht gegeneinander ein. Nur während der Paarungszeit liefern sie sich manchmal kleine Revierkämpfe

Bei den sogenannten Revierkämpfen setzen die Tiere nicht ihre Tatzen oder Zähne ein. Stattdessen posieren sie möglichst eindrucksvoll, um ein anderes Männchen einzuschüchtern, damit es sich unterordnet. Viel lieber spielen die Bären aber miteinander, wie hier auf dem Bild zu sehen

Die Bärenwaisenstation wurde 2004 erbaut und umfasst etwa 200.000 Quadratmeter. Der Leiter der Bärenwaisenstation wohnt im angrenzenden Wald, ebenso wie sein Vater. Beide bewachen die Station und die Bären können sich ganz in Ruhe entwickeln

Manche der Bären leben schon länger in der Station. Die Pfleger kennen sich sehr gut mit den Tieren aus und können einschätzen, wann ein Bär bereit ist, wieder in die Wildnis entlassen zu werden

Bald kann auch der Bärenjunge Boogster sein neues und sicheres Zuhause erkunden. Bereits über 70 Bären wurden wieder in die Wildnis gelassen, nachdem sie im Schutze der Bärenwaisenstation natürlich aufwachsen konnten

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