Tiere Otter: Die Schlingel mit dem weichen Fell

Süß sehen sie ja aus, mit ihrer Stupsnase und dem dichten Kuschelfell - aber Fischotter sind auch gewiefte Jäger: Die flinken Schwimmer verputzen Fische, Krebse und Wasservögel. Nur vor Menschen nehmen sie aus gutem Grund Reißaus…
22b252ecfb5f375a1d4095aa7c34b353

Ein Otter im Gras

Wie junge Otter schwimmen lernen

In den Schwimmunterricht? Nein danke! Darauf haben die jungen Fischotter jetzt wirklich gar keine Lust. Bibbernd sitzen drei Geschwister am Ufer des Sees und blicken ängstlich ihre Mutter an. Doch die ist energisch: Einen nach dem anderen packt sie am Fellkragen - und springt mit ihm kopfüber in die Wellen. Anfangs schreien die Kleinen wie am Spieß. Hilfe! Aber dann verlieren sie schnell die Angst und fangen eifrig an, mit allen vieren zu paddeln.

Diese unsanfte Behandlung der wasserscheuen Bande ist lebenswichtig. Denn in spätestens einem Jahr müssen die Kleinen in den Flüssen und Seen der Umgebung selbstständig auf Jagd gehen. Dort werden die flinken Räuber ihren schier endlosen Kohldampf stillen - am liebsten mit Fischen. Aber auch mit Fröschen, Krebsen und sogar Enten.

Otter können bis zu fünf Minuten unter Wasser bleiben

Dabei sehen sie so harmlos aus: Mit ihren weichen Schnauzen und den zitternden Schnurrhaaren erinnern Otter eher an Hundewelpen oder Katzen. Ihre schlanken, einen bis eineinhalb Meter langen Körper aber sind perfekt dafür gemacht, durchs Wasser zu schießen; die kraftvollen Wellenbewegungen von Rumpf und Schwanz helfen ihnen, richtig Tempo aufzunehmen.

Und U-Boot spielen können die Otter außerdem: Bis zu fünf Minuten tauchen sie ab, ohne auch nur einmal Luft zu holen. Leider sind diese geschmeidigen Schwimmer heute in Deutschland fast ausgestorben. Das liegt daran, dass ihr Lebensraum immer weiter schrumpft - und sich Menschen zum Beispiel Häuser an Seen bauen.

Aber auch an dem flauschigen Fell, das bei Jägern lange sehr begehrt war. Und im Mittelalter verspeisten manche Gläubige die Tiere zur Fastenzeit, weil sie sie für eine Art Fisch hielten. Dabei zählen Otter zu den Mardern - sind also normale Säugetiere, die ihren Nachwuchs nach der Geburt drei bis vier Monate lang mit Milch versorgen?

Hält ganz schön warm: Das Otterfell

In Schweden wurden viele der geschickten Schwimmer früher sogar als "Haustiere" gehalten, die frisch gefangenen Fisch im Maul in die Küche brachten! Kein anderes Raubtier Europas gilt als so

zutraulich. Und als so verspielt: Junge Otter tollen gerne in Flüssen und Seen zusammen herum oder jagen ihrem eigenen Schwanz hinterher.

Und im Winter rutschen sie auf dem Bauch wie ein Bob vereiste Abhänge hinunter. Dass sie dabei nicht vor Kälte schnattern, liegt an ihrem Fell: Auf jedem Quadratzentimeter drängen sich rund 50000 Haare. Otter haben damit den dichtesten Pelz aller einheimischen Säugetiere! (Menschen haben auf dem Kopf auf der gleichen Fläche nur etwa 120 Haare.)

227cd5aa7bf95b784d19fae7dc15bf0a

Herr Otterton aus Zoomania

Das Otterfell hält übrigens nicht nur warm, sondern auch trocken: Beim Schwimmen bilden sich zwischen den Haaren so viele Luftblasen, dass das Wasser nicht bis zur Haut vordringen kann. Otter werden also nie richtig nass. Praktisch, oder?

Beruf: Tierpfleger
Beruf
Tierpfleger
Ihr liebt Tiere? Ihr wollt sie möglichst den ganzen Tag um euch haben, euch um sie kümmern? Ihr möchtet Tierpfleger werden? Dann besucht mit uns die Tierpflegerin Hannah Borger bei ihrer Arbeit im Wildpark Schwarze Berge. Erfahrt, welche Tiere sie betreut, was sie mit ihnen Spannendes erlebt. Und wie ihr selbst Tierpfleger werden könnt
GEOlino-Newsletter