Tiere Kängurus: Kinderstube im Beutel

Känguru-Nachwuchs entwickelt sich nach der Geburt noch lange weiter, bevor er "fertig" ist: Im sicheren Beutel der Mutter. GEOlino.de hat hineingeguckt und erzählt euch, wie Känguru-Kleine heranwachsen
Kängurus: Kinderstube im Beutel

Australier nennen alle Känguru-Jungen "Joey"

Kängurus: Das Besondere der Beuteltiere

Wenn ein Känguru-Baby geboren wird, ist es ganz winzig: gerade mal so groß wie ein Daumen. In wenigen Minuten hangelt sich der frischgeborene Wurm durch das Fell der Mutter in den Bauchbeutel und saugt sich dort an der Zitze fest. Die Mutter nimmt das Ganze völlig gelassen hin. Das einzige, was sie tut, ist, die Muskeln der Bauchfalte zu entspannen, so dass das Junge in die Geborgenheit kriechen kann.

Hier bleibe ich erstmal! Einmal drin im Beutel, bleibt "Joey" - so nennen Australier alle Känguru-Jungen - dort, bis er vollständig entwickelt ist. Kängurus gehören zu den Beuteltieren. Sie sind Säugetiere, wie es sie ursprünglich überall auf der Welt gab.

Als sich vor etwa 60 Millionen Jahren Australien und die ihm vorgelagerten Inseln von den restlichen Kontinenten trennten, begann eine völlig eigenständige Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt. Australien wurde zur Hauptregion der Beuteltiere, es gibt sie aber auch Neuguinea und Südamerika.

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Nach der Känguru-Geburt: Warum der Beutel?

Im Gegensatz zu anderen Säugetieren fehlt den Beuteltieren das Nährgewebe, von dem sich der Nachwuchs bis zur Geburtsreife ernährt. Känguru-Junge kommen deshalb schon nach 30-40 Tagen auf die Welt und müssen sich im Beutel der Mutter erst noch fertig entwickeln.

Nach der Geburt ist "Joey" blind und unbehaart; seine Hinterbeine sind noch ganz schwach. Es dauert mindestens sechs Monate, bis das Junge erstmals einen Blick aus dem Beutel auf die Außenwelt wagt.

Wie das Känguru-Baby im Beutel aufwächst

Die Mutter nimmt von ihrem Nachwuchs erst einmal kaum Notiz. Sie leckt ihre Bauchfalte sauber vom Urin und Kot des Kleinen und putzt das Junge. Sogar, wenn Joey das erste Mal den Kopf aus dem Beutel steckt, macht sie nichts, außer ihn zu beschnuppern und vielleicht ein bisschen zu putzen.

Kängurus: Kinderstube im Beutel

Erst nach sechs Monaten steckt das Känguru-Junge seinen Kopf aus dem Beutel der Mutter

Schwupps! Plötzlich draußen ...

Je älter Känguru-Junior wird, desto mehr turnt er im Beutel herum. Und dann passiert es: Schwupps! Joey fällt raus. Eher unfreiwillig verlässt der Känguru-Nachwuchs also den sicheren Beutel der Mama. Nachdem er ein paar Sekunden unbeholfen genau dort gestanden hat, wo er gelandet war, klettert der Kleine aber schnurstracks zurück in die Bauchtasche.

Baby-Känguru Joey wird mutiger

Mit der Zeit wird Joey mutiger, seine Ausflüge werden länger. Es wird auch immer schwieriger, in den Beutel zurück zu klettern, weil das Junge immer größer wird. Es kann übrigens nur dann zurück, wenn die Mutter es zulässt: Sie muss sich nämlich herunterbeugen, so dass der Kleine reinklettern kann.

Auch müssen die Muskeln ihrer Hautfalte ganz weich und entspannt sein, damit sie sich öffnet. Aber wenn die Mutter eine Gefahr verspürt, geht alles ganz fix: Dann ist Joey sekundenschnell im Beutel verschwunden.

Kängurus: Kinderstube im Beutel

Wenn die Känguru-Kinder älter werden, passen sie bald nicht mehr in den Beutel ihrer Mutter

Joey wird zu groß für den Beutel

Nach etwa acht Monaten ist das Känguru-Junge fast zu groß für die Bauchtasche. Die Mutter entfernt sich bei jedem Ausflug des Kleinen von ihrem Nachwuchs, lässt ihm aber Zeit, ihr zu folgen. Joey lernt so, seine Mama zu erkennen und bei ihr zu bleiben.

Er lernt außerdem, dass in den Beutel darf, wenn tatsächlich Gefahr naht. Am Ende erlaubt die Mutter ihm gar nicht mehr, in ihre Bauchtasche zu schlüpfen. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen gibt Joey auf. Er ist jetzt erwachsen.

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