Parasiten Vom Medina-Wurm bis zur Zecke

Hier werden die kleinen Krabbel- und Kriechtiere einzeln vorgestellt. Manche sind nichts weiter als eine lästige Plage. Andere können dem Menschen wirklich schaden. In seltenen Fällen können sie sogar tödlich sein.
In diesem Artikel
Der Medina-Wurm
Der Menschenfloh
Der Peitschenwurm
Die Bettwanze
Die Zecke

Parasiten - Begleiter seit Urzeiten

Der arme Ötzi. Rund 5300 Jahre ist es her, da stapfte der Mann mit dem zottigen Bart durch die Alpen - und immer wieder plagten ihn Durchfall und Bauchschmerzen. Kein Wunder: Peitschenwürmer hatten sich in seinem Darm eingenistet. Knapp fünf Zentimeter lange Tiere, die aussehen wie winzige Würstchen, mit einem peitschenartigen Faden an einem Ende. Diese Würstchen bohren sich in der Darmwand fest und verursachen heftige Übelkeit.

Doch Ötzi kannte ein Gegenmittel: Ab und zu aß er etwas Birkenporling, einen Pilz, dessen Öle die Würmer nicht vertragen. Nur leider waren die Viecher sehr hartnäckig. Als Ötzi starb, eine Pfeilspitze im Rücken, wimmelte es in seinem Gedärm immer noch. 1991 wurde seine mumifizierte Leiche gefunden - und darin der Rest der Peitschenwürmer, die mit ihm im Eis die Jahrtausende überstanden hatten.

Der Steinzeit-Mann beweist es: Parasiten "wurmen" den Menschen bereits seit Urzeiten. Schon das Wort "Parasit" ist bezeichnend. Übersetzt bedeutet das griechische "para sitos" so viel wie "Mitesser". Einer also, der sich bei einem anderen bedient - ohne Einladung, ohne zu zahlen, ohne Dank.

Für Parasiten sind wir Menschen ein wandelndes Schlaraffenland: ein Restaurant, in dem man sich den Bauch voll schlagen kann, etwa mit Blut. Ein warmer Unterschlupf mit verschlungenen Gängen, etwa dem Darm. Ein Dickicht, in dem man sich und seinen Nachwuchs herrlich verstecken kann, etwa in den Haaren. Und ein Transportmittel, mit dem man weit herumkommt, ohne selbst ein Beinchen krumm zu machen.

Der Medina-Wurm

Eine große Plage in Afrika: Die Larve des Medina-Wurms lebt in Wasserlöchern, wo sie winzige Krebse befällt. Trinkt ein Mensch dieses Wasser, verschluckt er den Krebs mit Larve. Der Krebs stirbt, die Larve wächst zum Wurm. Die Männchen werden bis zu fünf, die Weibchen 80 Zentimeter lang. Die Weibchen legen ihre Eier oft in die Beine des Menschen. Dort wächst eine Blase, die im Wasser platzt und Tausende neue Larven entlässt. Der Mutter-Wurm muss danach herausgezogen werden, indem man ihn um einen Stock wickelt.

Der Menschenfloh

Früher hatte fast jeder sie, heute sind sie in Deutschland so gut wie ausgestorben: Menschenflöhe. Vor allem die Erfindung des Staubsaugers hat ihnen das Dasein schwer gemacht. Die nur drei Millimeter kleinen Tierchen leben von Menschen- oder Tierblut. Und sie sind gar nicht 'stubenrein': Noch während sie unser Blut trinken, pieseln sie einen Großteil gleich wieder aus und hinterlassen am Tatort eine Pfütze.

Der Peitschenwurm

Zwickende Zwerge: Der vordere Teil eines Peitschenwurms besteht aus einem dünnen »Faden«, der Hinterleib sieht aus wie eine Wurst. Die etwa fünf Zentimeter langen Würmer bohren sich im Darm des Menschen fest. Bereits »Ötzi« litt vor rund 5300 Jahren unter den Plagegeistern. Aber er kannte eine Natur-Medizin: Birkenporlinge – Pilze, die an alten Birken wachsen. Sie enthalten Öle, die die Würmer töten

Die Bettwanze

Tagsüber ruhen die rund fünf Millimeter kleinen Parasiten hinter Bildern oder Tapeten. Nachts kommen die Wanzen hervor und stechen die Schlafenden: Weil sie mit ihrem Rüssel aber nicht immer sofort auf Blut treffen, piksen sie oft mehrmals. Zehn Minuten dauert ihr Mahl - und dabei können sie auf das Siebenfache ihres ursprünglichen Gewichts anschwellen. Als "Andenken" bleiben uns juckende Quaddeln auf der Haut.

Die Zecke

Zecken "erobern" uns Menschen, indem sie auf Blättern oder Gräsern sitzen und sich von Spaziergängern einfach abstreifen lassen. Von ihrem Stich spürt man nichts: Wenn sie ihren Rüssel in die Haut bohren, spucken sie ein Betäubungsmittel in die Wunde. Manche Zecke schwillt beim Trinken um das 200fache an, bevor sie kugelrund abfällt. Sie kann mit ihrem Biss rund 50 zum Teil lebensgefährliche Viren und Bakterien übertragen.

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