Rom Er kam, sah und siegte: Julius Cäsar

Kaum ein römischer Staatsmann ist heute noch so berühmt wie Julius Cäsar. Er herrschte über das römische Imperium, eroberte das heutige Frankreich, hatte eine Affäre mit der ägyptischen Königin Kleopatra - und sagte über sich selbst: "Veni, vidi, vici" ("ich kam, ich sah, ich siegte")
Er kam, sah und siegte: Julius Cäsar

Eine Statue des berühmte römischen Staatsmanns Gaius Julius Cäsar (100 v.Chr. - 44. n.Chr.)

Es ist das Jahr 100 vor Christus. Gaius Iulius Caesar wird in Rom als Sohn einer bedeutenden Familie geboren. Schon als junger Mann ist er sehr ehrgeizig und will in die Politik gehen, doch der damalige Diktator Sulla ist gegen ihn. Sulla verlangt sogar, dass Cäsar sich von seiner Frau Cornelia scheiden lässt, weil ihre Familie eine andere politische Meinung vertritt als Sulla selbst.

Deshalb verlässt Julius Cäsar Rom und geht zunächst ins Ausland: Er reist in den Osten, studiert in Rhodos Redekunst und wird Statthalter in Spanien, bevor er in seine Heimat zurückkehrt und dort niedrige Ämter übernimmt. Als seine Frau Cornelia stirbt, heiratet Cäsar Sullas Enkelin Pompeia, und gewinnt durch ihre Verwandtschaft noch mehr Ansehen in Rom. Doch schon nach wenigen Jahren lässt er sich von Pompeia scheiden.

Julius Cäsar will hoch hinaus

Cäsars Ziel jedoch ist ganz klar: Er möchte Konsul von Rom werden, um viel Macht im Staat zu besitzen - doch viele der Senatoren wollen das verhindern, weil sie andere politische Ansichten vertreten. Deshalb schließt Cäsar sich mit zwei Verbündeten zusammen: Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus. Crassus ist zu dieser Zeit der reichste Mann Roms, Pompeius ein erfolgreicher General, und Cäsar selbst hat großen politischen Einfluss und ist sehr bekannt. Zusammen gründen sie die Dreimännerherrschaft, das so genannte Triumvirat, und regieren so das römische Reich.

Julius Cäsars Feldzüge in Gallien

Um sein Herrschaftsgebiet als einflussreicher Prokonsul zu erweitern, zieht Cäsar 58 vor Christus nach Gallien. Dort nimmt er einen Ort nach dem anderen ein - denn in Gallien gibt es zu diesem Zeitpunkt viele kleine Dörfer, die untereinander verfeindet sind. Sein Heer ist den kleinen Stämmen überlegen, so dass er die Macht über Gallien gewinnt; ein Gebiet, das heute Frankreich, die Niederlande und Belgien umfasst.

Zehn Jahre lang ist der Feldherr dafür in Gallien unterwegs, leitet sein Herr taktisch klug und führt erbitterte Kämpfe. Der große Feldherr überquert sogar den Rhein, zieht nach Germanien und über den Ärmelkanal bis nach Britannien - doch diese Gebiete kann Cäsar nicht einnehmen.

Rom, Griechenland, Ägypten

Nach vielen ruhmreichen Siegen muss Cäsar dann aber nach Rom zurückkehren. Sein Mitkonsul Crassus ist auf einem Feldzug gestorben und Pompeius, der dritte Verbündete, will den Staat nun allein regieren.

Das will Cäsar natürlich nicht hinnehmen; schließlich ist auch er Konsul von Rom. Er sagt Pompeius den Kampf an. Pompeius flieht nach Griechenland, doch Cäsar folgt ihm und besiegt sein Heer. Aber Pompeius kann entkommen und zieht weiter nach Ägypten. Dort lässt ihn der damalige ägyptische König Ptolemaios XIII. ermorden. Cäsar selbst macht sich auch auf den Weg nach Ägypten und trifft dort Kleopatra, die schöne Tochter des Königs und spätere Herrscherin des Landes. Er verliebt sich in sie und bleibt für einige Zeit in Ägypten. Zusammen bekommen sie einen Sohn, Cäsarion - während seine dritte Frau Calpurnia, die er schon vor seinem Aufbruch nach Gallien heiratete, in Rom auf ihn wartet.

Diktator auf Lebenszeit

Obwohl es Cäsar in Ägypten gut gefällt, rufen ihn die Regierungsgeschäfte nach Rom zurück. Hier will er alles neu aufbauen, neue Gesetze erschaffen und das römische Reich unter seiner Herrschaft umorganisieren und verbessern. Cäsar verändert sogar den bis dahin bestehenden Mondkalender; er führt das Schaltjahr ein und bestimmt die Länge der Monate. Bis heute existiert noch eine veränderte Form dieses "julianischen" Kalenders, und auch der Monat Juli ist nach dem großen Feldherren benannt.

Um all diese Veränderungen durchführen zu können, lässt Cäsar sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen. Normalerweise ist das im damaligen Rom gar nicht möglich. Kein Herrscher soll über einen so langen Zeitraum allein den Staat regieren können. Doch Cäsar ändert einfach das Gesetz und bekommt dadurch die volle Macht über das römische Reich. Den Senatoren, die schon lange gegen Cäsars Herrschaft sind, gefällt das gar nicht - sie schließen sich gegen ihn zusammen.

Julius Cäsars Ermordung

So kommt es zur Verschwörung: Am 15. März 44 vor Christus ist eigentlich eine ganz normale Senatssitzung geplant. Cäsar geht es gesundheitlich nicht gut und er möchte nicht an der Versammlung teilnehmen - und auch seine Frau bittet ihn, daheim zu bleiben. Sie hatte einen Alptraum und das Gefühl, dass etwas Schreckliches passieren würde. Doch Cäsar lässt sich von seinem engsten Vertrauten Marcus Junius Brutus überreden und erscheint im Senat. Wie immer setzt er sich auf seinen Platz. Doch plötzlich umringen ihn die Senatoren, ziehen ihre versteckten Dolche und stoßen ihn nieder. 23 Stiche töten Cäsar auf der Stelle. Und unter den Verschwörern ist auch Brutus, den Cäsar immer wie einen eigenen Sohn behandelt hatte.

Cäsars Geschichte jedoch bleibt wohl immer unvergessen. Viele Werke der Weltliteratur erzählen von seinem Leben - und auch die Kommentare, die der Feldherr selbst über die gallischen Kriege geschrieben hat, lesen und übersetzen heute noch viele Schüler im Unterricht.

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