Zahlen ohne Bargeld

Anstatt viel Bares mit sich herumzuschleppen, zahlen viele Menschen lieber mit einer blauen Plastikkarte. Wie funktioniert eigentlich so eine "Scheckkarte"?
In diesem Artikel
Wer Geld leiht, muss mehr Geld zurückzahlen

Bestimmt habt ihr schon oft gesehen, dass eure Mutter oder euer Vater an der Supermarktkasse eine kleine blaue Plastikkarte zückt, diese der Kassiererin gibt, die sie dann in ein kleines Gerät steckt. Eure Eltern tippen Nummern auf die Tasten des Geräts – und schwupps spuckt die Kasse einen Bon aus, genauso als hättet ihr mit „richtigem“ Geld bezahlt.

Mit einer Plastikkarte bezahlen

Bargeldlos einzukaufen ist sehr bequem. Man muss sich nicht darum kümmern, immer ausreichend Scheine und Münzen dabei zu haben. Man hat sozusagen immer passend Geld. Und wenn wer doch mal „flüssig“ sein will, kann man mit derselben Karte, mit der man im Supermarkt oder in anderen Geschäften bezahlt, am Geldautomaten Bargeld „ziehen“ – sofern man eine „PIN“ hat, eine „Persönliche Identifikationsnummer“.

Ohne Girokonto läuft nichts

Wie funktioniert das alles, wollt ihr wissen? – Natürlich muss das Geld, das eure Eltern mit der Karte ausgeben, irgendwo vorhanden sein. In der Regel liegt es auf dem so genannten „Girokonto“. Dieses Konto können Erwachsene einrichten, um jeden Monat Lohn oder Gehalt entgegenzunehmen. Von einem Girokonto werden meistens auch regelmäßige Rechnungen bezahlt, etwa für Miete, Strom, Wasser - und für Einkäufe im Supermarkt.

Vorsicht vor überzogenen Konten

Wenn eure Eltern mit der blauen Plastikkarte - der „Euroscheck-Karte“ oder, kurz, „EC-Karte“ bezahlen -, wird der Rechnungsbetrag ein, zwei Tage später automatisch vom Girokonto der Eltern abgebucht. Bargeldlos einkaufen ist also bequem – aber man muss aufpassen, nicht mehr Geld „bargeldlos“ auszugeben, als auf dem eigenen Girokonto tatsächlich hinterlegt ist. Sonst macht man Schulden.

Wer Geld leiht, muss mehr Geld zurückzahlen

Zwar räumen die meisten Banken und Sparkassen den Inhabern von Girokonten so genannte „Dispokredite“ ein. Dann kann man auch mal mehr Geld ausgeben, als sich gerade auf dem Konto befindet (man „überzieht“ das Konto und nimmt einen kurzfristigen „Kredit“ bei der Bank auf, das heißt man verschuldet sich).

Mit Zinsen verdient die Bank Geld

Aber natürlich muss auch problemlos zu erlangende Dispokredit irgendwann mal an die Bank zurückgezahlt („getilgt“) werden. Und bis dahin sind ziemlich hohe „Zinsen“ fällig. Zinsen sind eine Entschädigung an die Bank, weil sie ihrem Kunde Geld leiht.

Geldautomaten sind immer geöffnet

Ihr seht: bargeldlos einkaufen ist zwar einfach – aber man muss trotzdem viel dabei bedenken. Auch das Geld, das eure Eltern am Geldautomaten ziehen, wird natürlich am nächsten Tag vom Girokonto abgezogen. Viele kleine Kinder glauben, die Erwachsenen müssten nur zum Geldautomaten gehen und könnten sich dann immer so viel Geld drucken, wie sie gerade haben möchten. Schön wär’s!

Girokonten zum Üben

Um sich ein Girokonto einzurichten, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Zum Üben können Eltern für ihre Kinder aber auch kostenlose Girokonten eröffnen. Dazu gibt es dann auch eine echte EC-Karte. Aber natürlich ist der Betrag, über den Kinder verfügen können, strikt begrenzt: Ausgeben kann man immer nur so viel, wie sich Geld auf dem Konto befindet. Überziehungen sind nicht möglich.

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