Fidschi-Tagebuch Teil 5: Die Schule auf Fidschi

Andere Länder, andere Sitten. In Fidschi tragen die Schüler eine Uniform, und "Besenbinden" ist ein Schulfach. Und wer frech wird, kriegt eins auf die Finger
In diesem Artikel
Luisa erzählt:
Finn erzählt:

Luisa erzählt:

Meine Schule ist die "Nasavusavu Public School" und ich gehe dort in die siebte Klasse. Ich gehe gerne zur Schule. Meine Schule ist nämlich wunderschön auf einem Hügel gelegen. Man kann sie weit von der Straße, die zur Stadt führt, aus sehen. Wir haben so viel Grün um die Schule: zwei riesige "Raintrees", Hibiskus, viele Bäume und natürlich Palmen und Früchte überall. Von der Schulwiese aus, hat man einen schönen Ausblick auf die Berge und die Umgebung.

In unserer Schule wird manchmal wirklich noch geschlagen. Das heißt dann, man kriegt ein "hitting". Wenn man ganz frech war, muss man zum Office gehen. Dort bekommt man den "Sasa-broom", also den Besenstiel (Sasa- heißt der fidschianischer Besen aus Kokosnuss) auf den Hintern. Aber auch das passiert nur, wenn man frech ist. Und die Fidschianischen Kinder können ganz schön frech sein. Ich wurde noch nie geschlagen und darüber bin ich ziemlich froh.

Ein Prefect hat zahlreiche Pflichten

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Suchbild: Wo steht Luisa?

Ich bin von den Lehrern zum "Prefect" ernannt worden, das ist so was wie der Klassensprecher. Meine Aufgabe als Prefect ist es, auf die anderen aufzupassen, wenn die Lehrerin nicht im Klassenzimmer ist. Prefecte haben ein gelbes Band an Ihrer Uniform. Ich muss dann die Namen von denen aufschreiben, die frech waren, und die danach der "Madam" geben.

Basic Science ist mein Lieblingsfach

Nun zu unserem Schulunterricht. Ich habe fünf Hauptfächer. Morgens um 8:30 Uhr fangen wir immer mit "Maths" an, danach haben wir "Health Science". "Health Science" ist so etwas wie Gesundheitskunde und wir lernen in dem Fach mehr über den Körper, die Blutzellen, den Knochenaufbau und so weiter. Nach "Health Science" ist Pause. Wir gehen zur Kantine und essen etwas. Dann ist "English" dran. Nach Englisch ist die "lunch time" und die ganzen Schüler der Schule sitzen draußen auf der Wiese und essen.

Nach der "lunch time" kommt das Fach "Social Science" (Sozialkunde), in welchem wir etwas über die Familie, verschiedene Länder und Bräuche lernen, und natürlich auch viel über Fidschi. Das letzte Fach des Tages ist dann "Basic Science" - mein Lieblingsfach. Es besteht aus einer Kombination aus Chemie und Physik. Wir lernen nicht nur mit dem Buch, sondern machen auch Experimente. Das macht mir großen Spaß. Dabei lerne ich auch lauter neue englische Wörter, deren Bedeutung oft sogar meine Eltern nicht kennen.

Es gibt auch Nebenfächer zum Beispiel "Gardening". Wir gehen dann zu unserem Schulgarten und legen Pflanzungen an. Die Pflanzen sind Gemüse wie "Eggplant" (Aubergine), Karotten, Beans, Cabbage (Kohl), Gurken, Tomaten und auch Früchte. Ein anderes Nebenfach ist "Art and Craft". Das ist so etwas wie Werk- und Kunstunterricht zusammen. Wir lernen hier, wie man zum Beispiel einen Fidschianischen Besen aus Kokosnusswedeln macht.

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Die Schule liegt mitten im Grünen

Finn erzählt:

Seit Januar gehen wir beide in die normale Fidschianische Schule – eine Public School. In meiner Klasse bin ich der einzige Weiße (auf Fidschianisch "kai valagi") und Luisa und ich sind die einzigen Europäer an der ganzen Schule. Es gibt noch ein paar japanische Kinder hier. Deshalb werden wir auch manchmal nur die "kai valagis" also die Weißen genannt. Das mag ich nicht besonders. Wir haben schon viele Freunde hier und ich wurde einmal sogar in der Schule mit dem Lineal auf die Hand gehauen.

Das machen die Lehrer hier noch, obwohl es eigentlich verboten ist. Meine Eltern haben dann aber mit der Lehrerin gesprochen, dass sie das nicht wollen. Der Unterricht hier ist streng aber auch sehr leicht. Alle müssen Englisch sprechen und wir tragen Schuluniformen. Unsere Schule hat graue Schuluniformen, andere Schulen haben blaue oder grüne. Nach der Schule gehen wir in Gruppen, den "lines" nach Hause, geordnet nach den Dörfern oder Siedlungen, in denen wir wohnen. Man kann aber auch mit dem Schulbus fahren.

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Finn inmitten seiner fidschianischen Schulkameraden

Unsere Lehrerin müssen wir mit "Madam" ansprechen

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Nach einem anstrengenden Schultag geht es wieder heimwärts

Wir sind 49 Kinder in unserer Klasse. Wir haben ziemlich viele Fidschianer in unserer Klasse und ein einziges indisches Mädchen, sechs indische Jungs und einen europäischen Jungen - der bin ich. Mein Lieblingsfach ist Social Science - Sozialkunde. Hier haben wir gelesen und besprochen, wie das Leben im typischen Fidschianischen Dorf ist.

Zum Beispiel wie die Menschen "in the hills", "near the sea", auf einem "small island" oder "near the river" leben. Ganz verschieden eben, weil es ganz andere Landschaften sind. Ich kann auch schon die Fidschianische Nationalhymne singen. Der Refrain geht so: "Ni bula lako viti ...". Bei besonderen Feiern und so haben wir das Lied gesungen.

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Luisa und Finn sind Anfang des Jahres mit ihren Eltern nach Fidschi ausgewandert. Bei GEOlino.de berichten sie regelmäßig über ihre Erlebnisse. Hier im Forum könnt ihr ihnen auch selber Fragen stellen
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