Fidschi-Tagebuch, Teil 14: Alles wächst im Paradies

Paradiesische Zustände im Garten von Luisa und Finn: Sowohl die selbstgepflanzte Bananenstaude, als auch das Papayabäumchen wachsen und gedeihen. Und auch die Hündin Cindy wird bald kleine Welpen in die Welt setzen

Finn pflanzt Bananen im eigenen Garten

Fast alle Vorstellungen, die man in Deutschland von der Südsee hat, sind übertrieben. Bis auf eines - es ist wirklich paradiesisch hier, zumindest was das Wachstum anbelangt. Alles wächst hier schnell und üppig. Das erleben wir Tag für Tag an Pflanzen, Tieren und Menschen. Wenn ihr irgendwann mal wieder von uns hört, sind wir wahrscheinlich auch irre gewachsen. Jetzt erstmal zu den Pflanzen. Dass das Unkraut wuchert, erleben wir sehr direkt. Ständig muss man hier Rasen mähen. Aber auch in unserem kleinen Garten können wir das beobachten. Da haben wir Sachen eingepflanzt. Zum Beispiel Taroknollen, die wir auf dem Markt gekauft haben. Luisa hat davon einen Teil immer in unser Beet gepflanzt. Schon nach einer Woche kamen die ersten Blätter. Nach ein paar Wochen waren die Pflanzen so groß, dass wir sie ernten könnten. Und wir haben gar nichts weiter dafür getan. Gestern haben wir dann das erste Mal unsere eigene Ernte an Taroblättern in Kokosnusssauce mit Fisch gegessen.

Wir pflanzen auch immer die Kerne von unseren Papayas ein. Inzwischen haben wir schon einen richtig kleinen Baum. Man muss nur aufpassen, dass die Hunde nicht die Kerne ausbuddeln und essen. Ob unser Baum jemals Früchte tragen wird, können wir noch nicht sagen. Nur die weiblichen Papayabäume tragen nämlich Früchte. Wenn die Papaya das erste Mal blühen wird, können wir dann sehen, ob es ein männlicher oder weiblicher Baum ist. Außerdem pflanzen wir ständig Bananen. Die Setzlinge sind schon mehr als einen Meter hoch und wir bekommen sie von Freunden. Jede größere Banane bekommt ziemlich schnell so genannte „Sucker“ (Wurzelsprösslinge), die man dann wieder einpflanzen kann. Die Banane, die am schnellsten wächst, steht hinterm Badehäuschen. Da ist immer schön viel Wasser.

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Finn ist ein begabter Gärtner, vor allem, wenn man mal mit der Machete ran muss

Raini hatte Geburtstag

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Raini, Luisa und Finn pflanzen eine Banane

Aber auch die Menschen wachsen und werden älter. Gestern hatte Raini Geburtstag. Er ist jetzt zwölf Jahre alt (dabei hatte er uns schon vorher erzählt, dass er zwölf ist ...) und nächste Woche will er eine große Party machen. An seinem Geburtstag musste er allerdings wieder arbeiten. Wir hatten nur kurz Zeit, Fußball zu spielen und ein bisschen Filme zu gucken. Wisst ihr was wir gesehen haben? Einen ganz alten Draculafilm! Danach haben wir uns total gefürchtet. Als wir im Dunkeln zu Rainis Haus gegangen sind haben wir uns ein Holzkreuz mitgenommen. Das haben wir dann aber in den Busch geworfen, als wir es von daher rascheln hörten. Hier gibt es ja schließlich wirklich viele Fledermäuse oder Flughunde. Abends sieht man ihre Schatten immer zwischen den Palmen über den blauen Nachthimmel fliegen. Kein Wunder, dass sich Raini besonders gefürchtet hat. Denn die Fidschianer fürchten sich ziemlich viel vor Geistern, obwohl alle Christen sind.

Finn, der Ziegenretter

Die meisten Leute hier haben Schweine, Ziegen und Hühner. Und auch die fühlen sich in der Südsee pudelwohl. Die Schweine und Hühner werden häufig mit Kokosnüssen gefüttert. Aber auch die Hunde fressen das. Unsere Hunde fressen sogar Bananen, Papayas sowie Gemüse und sogar Kartoffelschalen. Vorgestern hat die Ziege von unserem Nachbarn ein Junges bekommen. Das war vielleicht niedlich. Die hatte gleich die Augen auf und konnte auch sofort meckern. Am nächsten Tag ist sie dann auch schon gelaufen und rumgesprungen. Ich durfte sie auf den Arm nehmen, als sie unters Haus gekrochen war, wo ich sie rausholen konnte, weil ich schön klein bin. Sie hat ganz weiches, lauschiges Fell. Ich hätte auch gerne eine Ziege. Aber erst einmal warten wir auf die Geburt unserer kleinen Welpen. Die Mutter unserer Hunde ist ja mit zu uns gezogen und vor ungefähr acht Wochen war sie läufig. Da hatten wir hier ständig alle Hunde von der ganzen Nachbarschaft im Garten. Das war nervig. Ihr erinnert euch bestimmt, als wir hierher kamen, waren unsere Hunde noch Babys. Und jetzt bekommen sie Geschwister. Cindy ist schon ganz dick, hat ständig Hunger und seit neuestem sieht man die Zitzen stärker rauskommen. Jetzt freuen wir uns sehr auf die neuen Welpen.

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Finn hätte auch gerne eine kleine Ziege!

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