Die Internetschule

Der zweite Teil unserer Serie "Schule mal anders" berichtet euch von einer Schule, die es nur im Internet gibt. Wie Schüler dort lernen, könnt ihr hier erfahren
In diesem Artikel
Alleine Lernen

Ein Klassenzimmer, 30 Schüler, vorne an der Tafel steht der Lehrer und unterrichtet. So sieht Schule aus. Oder vielleicht doch nicht immer? Es geht nämlich auch anders: die Web-Individualschule hat keine Klassenräume, keinen Pausenhof und keine Tafeln – sie ist eine Internetschule. Hier findet der Unterricht nur über den Computer statt.

Manche Schüler, deren Eltern zum Beispiel beruflich für längere Zeit ins Ausland müssen, können keine normale Schule besuchen. Sie verpassen zu viel Unterricht und verlieren irgendwann ganz den Anschluss. Diese Kinder und Jugendlichen haben aber meistens – egal wo auf der Welt sie gerade unterwegs sind – einen Internetanschluss. Und das reicht aus, um an der Internetschule unterrichtet zu werden.

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Schule - überall da wo der Laptop ist

Schulaufgaben, die Spaß machen

Jeder Schüler bekommt einen eigenen Lernplan per E-Mail zugeschickt. Das sind Aufgaben aus verschiedenen Themengebieten, die extra für diesen Schüler ausgesucht wurden. Der Schüler lässt sich soviel Zeit, wie er braucht und schickt dann die fertigen Aufgaben zurück an die Schule. Dann bekommt er sein nächstes "Lernpaket".

Das Besondere dabei ist, dass die Schüler nicht einfach irgendwelche Aufgaben bekommen. Nein – jeder Schüler bekommt Übungen, die extra für ihn entworfen wurden. Da berechnet dann ein Fußball-Fan, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ein Tor zu treffen. Ein Schüler, der sich gerne mit Autos beschäftigt, lernt, wie ein Automotor funktioniert. Schüler, die Computerspiele mögen, schreiben Aufsätze darüber, warum es Altersbeschränkungen für viele Spiele gibt. Und so bedeutet Lernen nicht mehr "trockener Unterricht", sondern mehr über interessante Themen zu erfahren.

Alleine Lernen

Deshalb ist die Internetschule auch oft die letzte Hoffnung für Schüler, die von "normalen" Schulen geflogen sind. Jugendliche, die gar keinen Abschluss haben, können hier auf einmal doch noch lernen. Sie können sich ihre Zeit frei einteilen und bekommen spannende Lernpakete. Da lernt plötzlich noch der schlimmste Schulschwänzer freiwillig.

Manche kritisieren das "alleine Lernen vor dem Computer" an der Internetschule: Schließlich soll man in der Schulzeit auch lernen, mit anderen zusammen zu arbeiten und auszukommen – das allerdings lernen die Internet-Schüler nicht.

Die Abschlussprüfung findet dann aber nicht im Internet statt. Wie alle anderen auch, müssen die Web-Individualschüler eine offizielle Prüfung an einer staatlichen Schule

mitschreiben. Doch da machen sich die Internet-Schüler keine Sorgen: Bisher hat noch jeder seinen gewünschten Abschluss geschafft.

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