Fast so schön wie fliegen

Kitesurfen ist gar nicht so schwer. Doch ohne Unterrichtsstunden sollte sich keiner aufs Wasser wagen. Denn bereits kleine Fehler können bei dieser Sportart eine gefährliches Ende als Folge haben

Der Wind pfeift mir kräftig um die Nase. Auf dem Wasser sind die ersten Schaumkronen zu sehen. Der Kite steht hoch am Himmel. Mit dem Surfbrett an meinen Füßen sitze ich im Wasser. Langsam lenke ich den Schirm nach unten und spüre wie ich sanft aus dem Wasser gehoben werde. Adrenalin saust durch meinen Körper. Ein Gefühl der Leichtigkeit überkommt mich. Meine ersten Meter auf dem Wasser, gezogen von der Kraft des Windes.

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Die erste Lektion besteht darin, den Schirm an Land zu steuern. Kann man sicher mit ihm umgehen, geht es aufs Wasser

Die Kraft des Windes nicht unterschätzen

Das Wichtigste beim Kitesurfen ist, die Kraft des Windes nicht zu unterschätzen. Deshalb sollte man zu Beginn sich ausgiebig mit dem Kite beschäftigen. Das beginnt mit dem Aufbau und geht über ins Steuern und Beherrschen des Schirms. Wer noch nie einen Kite geflogen ist, sollte ihn nicht bei Windstärken von mehr als vier Beaufort (Die Beaufortskala, von 1 bis 12, ist eine Skala zur Klassifikation von Winden nach ihrer Geschwindigkeit) starten. Ideal zum Üben sind Windstärken zwischen einem und drei Beaufort. Bevor der Kite aufgebaut wird, muss als erstes die Windrichtung und –stärke geprüft werden. Außerdem ist es ratsam, den Boden nach spitzen Gegenständen abzusuchen – sonst kann beim Aufpumpen schnell mal ein Loch ins Material kommen.

Stabil am Himmel stehen

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Bevor man solche Sprünge hinlegen kann, vergehen viele Übungsstunden

Der Schirm wird ausgelegt. Dabei zeigt ein Ende in den Wind und wird mit Sand beschwert - damit der Kite nicht wegfliegt. Nun werden mit der Pumpe die einzelnen Kammern, auch Tubes genannt, aufgepumpt und mit den Sicherungsklappen der Ventile verschlossen – zuerst die Querschläuche, die so genannten Stabilisationsschläuche, anschließend den großen Profilschlauch. Die Kammern sollten alle prall gefüllt sein, da sie bei Wasserkontakt leicht an Druck verlieren - Luft zieht sich bei Kälte zusammen. Außerdem steht der Kite bei gut gefüllten Tubes stabiler am Himmel.

Ist der Kite am Boden ausreichend gesichert werden die 25 Meter langen Leinen ausgelegt. Die Leinen werden einmal abgelaufen, um mögliche Verdrehungen und Knoten zu korrigieren. Dann werden sie mit dem Schirm verknotet. Eingehakt ins Trapez wird der Kite mit Hilfe des Lehrers langsam gestartet. Gerade hierbei ist volle Konzentration gefordert, denn viele Unfälle passieren beim Starten und Landen des Schirms.

Die erste Lektion besteht nun darin, den Schirm an Land zu steuern. Kann man sicher mit dem Kite umgehen, geht es damit aufs Wasser, vorerst noch ohne Brett. Der so genannte Bodydrag steht auf dem Programm. Dabei wird der Schüler vom Schirm durchs Wasser gezogen. Fühlt man sich sicher, kommt das Brett ins Spiel und der Wasserstart wird geübt. Dabei liegt das Surfboard vor den Füßen. Man selbst im Wasser. Durch steuern des Kites wird eine Spannung erzeugt und man selbst wird durch die Zugkraft aus dem Wasser gehoben. Das Fahren kommt mit ein wenig Übung dann fast von selbst.

Inhalte eines Grundkurses:

Kennenlernen von Material + Theoretische Grundlagen

Auf- und Abbau des Kites

Sicherheitstraining (Land & Wasser)

Flugübungen mit dem Kite

Den Kite auf dem Wasser starten

Relaunch des Kites

Bodydrag

die ersten Meter auf dem Board fahren

Die Teilnehmerzahl sollte auf fünf bis sechs Schüler begrenzt sein. In der Regel kostet ein Grundkurs, der sich über zwei Tage erstreckt (zirka acht bis zehn Stunden), zwischen 150 und 200 Euro. Bei der Auswahl der Schule sollten Einsteiger darauf achten, dass der Lehrer eine Lizenz des Verbandes Deutscher Windsurfing- und Wassersportschulen (VDWS) hat.

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