Schlagen, schubsen, treten

Politiker und Medien kennen zur Zeit nur ein Thema: Jugendliche, die voller Wut auf Hilflose einprügeln. Aber wie kommt es überhaupt dazu? Und was könnt ihr selbst dagegen unternehmen? Im Forum zum Thema ist eure Meinung gefragt!
In diesem Artikel
Wie soll mit jugendlichen "Schlägern" umgegangen werden?

Überall hört man derzeit von erschreckend brutalen Überfällen Jugendlicher. Oft werden dabei besonders jugendliche Migranten als Täter genannt. Gibt es heute mehr gewaltbereite Kinder und Jugendliche? Und sind gerade eingewanderte Jugendliche anfällig dafür, zu "Schlägern" zu werden? Tatsächlich ist die Zahl der angezeigten Fälle von schwerer Körperverletzung gestiegen. Doch das liegt vermutlich auch daran, dass heute mehr Überfalle der Polizei gemeldet werden als früher. Zum anderen sind es oft dieselben Jugendlichen, die für einen Großteil der Überfälle verantwortlich sind. Zwei von zehn Gewalttaten Jugendlicher werden von Migranten begangen. Allerdings sinkt die Kriminalität ausländischer Jugendlicher in den vergangenen Jahren.

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Werden die Jugendlichen immer gewalttätiger?

Warum werden Jugendliche gewalttätig?

Oft werden gewalttätige Jugendliche als unverbesserliche "Monster" dargestellt. Doch niemand wird ohne Grund zum "Schläger". Um diese Gewalt zu vermeiden, ist es wichtig nach den Ursachen für die aufgestaute Aggression zu fragen. Häufig werden diejenigen später handgreiflich, die selbst zu Hause geschlagen wurden. Oft spielen auch das soziale Umfeld, Freunde und Bekannte, eine große Rolle. Manchmal ist auch Neid im Spiel: So kann es passieren, dass Jugendliche, die selbst wenig haben, auf wohlhabende Klassenkameraden losgehen.

Jugendliche Gewalttäter haben oft miese Zukunftsaussichten. Viele von ihnen verlassen die Schule ohne Abschluss und bekommen keine Arbeit. Ihre Wut darüber lassen sie dann an anderen ab. Besonders erschreckend: Oft ist es "nur" Langeweile, die zu Gewalt führt. Auf der Suche nach Spannung und "Action" in einem tristen Alltag kommen manche Jugendliche auf abwegige Gedanken.

Was passiert mit den Opfern?

Jugendliche, die Opfer von Gewalttaten wurden, kämpfen meist lange Zeit mit den Folgen.

In Deutschland gibt es die bundesweite Hilfsorganisation "Weißer Ring", die Opfern mit Rat und Tat zur Seite steht. Der "Weiße Ring" bietet vor allem auch seelische Hilfe an, denn die psychischen Folgen für die Opfer sind oft sehr gravierend.

Wie soll mit jugendlichen "Schlägern" umgegangen werden?

Darüber diskutieren seit Jahrzehnten Experten, Politiker und Pädagogen. Leider gibt es keine Patentlösung für dieses Problem. Allerdings mangelt es nicht an guten Ideen, die auch schon teilweise erfolgreich umgesetzt werden.

Trotzdem landen noch immer viele jugendliche Gewalttäter einfach im Gefängnis. Doch das ist nicht immer die beste Lösung: Neun von zehn Jugendlichen werden nach dem Gefängnisaufenthalt wieder straffällig. Ob die so genannten "Bootcamps" ein besserer Ansatz sind, ist fraglich. Darin sollen die jugendlichen Straftäter mit militärischem Drill zur Vernunft gebracht werden.

Mehr Erfolg verspricht der Einsatz von Sozialarbeitern und Bewährungshelfern. Denn so lange man die Jugendlichen mit ihrer Wut und Verzweiflung allein lässt, werden sie immer wieder zuschlagen. In Berlins Problembezirken beispielsweise sind sogar Sozialarbeiter unterwegs, die früher selbst straffällig waren. Sie kennen die Situation der Jugendlichen aus eigener Erfahrung. Zudem hören die Jugendlichen eher auf einen "Ehemaligen" als auf Lehrer oder die Polizei.

Den gleichen Nutzen erwartet man von so genannten "Teen Courts" (Jugendgerichte). Hier urteilen Schüler über Schüler. Die Schüler können sich besser in die jugendlichen Täter hineinversetzen als ein viel älterer Richter. Ein Sozialpädagoge begleitet diese Verhandlungen, anschließend entscheidet ein "echter" Richter gemeinsam mit den Schülern, ob es zu einem Strafverfahren kommt, oder ob eine andere Lösung gefunden wird.

Auch der Täter-Opfer-Ausgleich scheint ein guter Ansatz: Dabei treffen sich Täter und Opfer, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Der Täter muss aus eigenem Ansporn seine Tat wieder gut machen. Statt einen jugendlichen Schläger einfach zu verurteilen, muss er sich so mit seiner Tat auseinandersetzen. Natürlich müssen dazu beide einverstanden sein. Und das ist nicht immer so.

Jetzt seid ihr gefragt:

Habt ihr selbst schon Erfahrung mit Gewalt machen müssen? Was soll man eurer Meinung nach tun, um Jugendgewalt zu verhindern? Diskutiert mit in unserem Forum zum Thema "Jugendgewalt"!

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