Weihnachten Weihnachten rund um den Globus

Zu Weihnachten gehören Tannenbäume, Plätzchen und Kerzenschein. Und natürlich Geschenke, weiß doch jeder. Das ist vielleicht in Deutschland so. Rund um den Globus sieht das Weihnachtsfest mitunter ganz anders aus
Weihnachten weltweit
In diesem Artikel
Europa
Amerika
Australien, Neuseeland und Ozeanien
Afrika
Asien

Auf der ganzen Welt feiern die Christen Weihnachten. Denn zusammen mit Ostern und Pfingsten ist es eines der wichtigsten Feste des Kirchenjahres. Allerdings geht es dabei keineswegs überall so besinnlich zu wie bei uns. In Mexiko feiern die Menschen beispielsweise mit einem großen Feuerwerk und viel Radau. In Australien kommt Santa in Badehose und in Island klauen die Weihnachtswichtel die Würstchen aus der Kammer.

In Siebenmeilenstiefeln reisen wir mit euch einmal um die Welt und zeigt euch, wie rund um den Globus Weihnachten gefeiert wird. Klickt euch durch die Kontinente und erfahrt mehr über den Heiligabend in anderen Kulturen.

Europa

Am winterlichsten ist Weihnachten natürlich in Skandinavien, denn dort muss man eigentlich nie um weiße Weihnachten bangen. In Dänemark beginnen die Feierlichkeiten bereits am 23. Dezember. Dieser Tag heißt bei den Dänen "Lillejuleaften", kleiner Heiligabend. Am Nachmittag wird überall im Land gemeinsam Apfelkuchen und Tee genossen. Genau wie in Schweden wird am 24. Dezember eine Schüssel mit Brei auf die Fensterbank gestellt.

Sie soll bewirken, dass die Kobolde den Menschen wohlgesonnen bleiben und ihnen keine Streiche spielen. In Skandinavien feiern die Menschen nicht nur die Geburt Christi, sondern auch das Julfest. Mit dem Julfest feiern sie die Wintersonnenwende am 21. Dezember, also den kürzesten Tag des Jahres. Nach dem Essen gehört außerdem ein gemeinsamer Saunabesuch zur Tradition.

In Island werden die Geschenke nicht nur von einem Weihnachtsmann gebracht, sondern gleich von 13! Sie wohnen zusammen mit ihren Eltern, dem faulen Leppalúði und der Hexe Grýla, sowie der riesigen Weihnachtskatze in einer Höhle in den Bergen. Ab dem 12. Dezember geht jeweils einer der Burschen, die ständig Schabernack im Sinn haben, zu den Menschen hinunter, bis am ersten Weihnachtsfeiertag wieder alle versammelt sind. Jeder von Ihnen hat sich auf etwas anderes spezialisiert. Bjúgnakrækir klaut zum Beispiel Würste, Hurðaskellur knallt die Türen oder Pottaskefill schleckt die Suppentöpfe aus.

Einige Traditionen aus Irland und Großbritannien kennt ihr sicher bereits. Dort hängen die Menschen beispielsweise einen Mistelzweig über die Tür. Begegnen sich ein Mann und eine Frau unter dem Zweig, müssen sie sich küssen. Am Abend des 24. Dezember hängen die Kinder große, weihnachtlich verzierte Socken an den Kamin. In der Nacht werden die von Father Christmas gefüllt, am Morgen des 25. Dezember beginnt dann das große Auspacken.

In Belgien und den Niederlanden bringt der Nikolaus (Sinterklaas) mit seinem Gehilfen, dem schwarzen Peter, die Geschenke. Sie befüllen die Säcke, die vor den Haustüren für sie bereitgelegt wurden. Deshalb ist dort der 6. Dezember der Höhepunkt der Weihnachtszeit.

In Spanien wiederum feiern die Menschen den 6. Januar. An diesem Tag haben die Heiligen Drei Könige dem Christkind ihre Geschenke überbracht. Daher finden an diesem Tag in Spanien große Umzüge statt, bei denen die Ankunft der drei Könige gefeiert wird. Der 24. Dezember ist nur ein kirchlicher Feiertag, an dem es ruhig zugeht. Am 28. Dezember versuchen die Spanier hingegen, so viele Leute wie möglich zu veräppeln, ähnlich wie bei uns am 1. April.

In den Ländern Osteuropas besuchen Väterchen Frost und seine Tochter Schneeflöckchen die Menschen. Für die Katholiken beginnt am 1. Advent die Fastenzeit, die bis zum Heiligabend andauert. Sobald am 24. Dezember der erste Stern am Himmel steht, beginnt dann in Polen und Rumänien das große Festessen im Kreise der Familie.

In Russland feiern die Menschen gemäß dem alten Julianischen Kalender von Julius Caesar Weihnachten erst am 7. Januar. Geschenke gibt es erst am Neujahrstag. Der wiederum findet nicht wie bei uns am 1. Januar, sondern erst am 11. Januar statt.

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Amerika

Na klar, auch hierzulande kennen alle Santa Claus auf seinem Rentierschlitten, der von Rudolph mit der großen roten Nase und weiteren acht Rentieren gezogen wird. Viele Amerikaner stellen ihnen Milch und Plätzchen bereit, mit denen sich Santa Claus und seine Begleiter stärken können, wenn sie die Geschenke bringen. Weihnachten nennen in Nordamerika alle nur X-Mas. Sie verwenden die Abkürzung jedoch nicht aus Faulheit. Im griechischen Alphabet steht X für die Buchstaben Ch, also für den Beginn des Wortes Christus, der am Weihnachtstag geboren wurde.

In Mexiko ist es Brauch, Maria und Josef eine Unterkunft zu gewähren. In jedem Dorf werden deshalb neun Familien ausgewählt, die drei hölzerne Figuren für einen Tag und eine Nacht bei sich aufnehmen. In den Häusern wird für sie gesungen und es warten Speisen und Getränke.

Außerdem gehören die Pinatas dazu, das sind große Puppen aus Pappmaché, die mit Süßigkeiten gefüllt werden. Nach der Mitternachtsmesse gibt es ein großes Feuerwerk. Anschließend werden die Pinatas von der Kirchendecke herabgelassen und die Mexikaner können versuchen, mit verbundenen Augen aufzuschlagen, um die Leckereien herauszuholen.

Bei den Südamerikanern wird in beinahe jedem Haus eine Weihnachtskrippe aufgebaut. Nach der Mitternachtsmesse bestaunen die Menschen außerdem die Krippen, die draußen auf den Straßen errichtet wurden. In Bolivien feiert man am 24. Dezember, in Peru am 25. Dezember und in Argentinien erst am Dreikönigstag. Bei allen Feierlichkeiten stehen jedoch die Kirche und die Familie im Vordergrund.

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Australien, Neuseeland und Ozeanien

Während wir in Deutschland unter dem Tannenbaum sitzen, schwitzen die Menschen in Australien bei 40 Grad Celsius Grad im Schatten. Kein Wunder, dass kaum jemand Lust auf eine fettige Weihnachtsgans hat, die aber traditionell dazugehört. Beim Nachtisch dürfen es gerne auch einheimische Spezialitäten sein, zum Beispiel die Baiser-Torte Pavlova mit viel Vanilleeis und tropischen Früchten.

Auch der Weihnachtsbaum ist beim australischen Weihnachten ein Muss. Wie man sich einen echten Baum in die Wohnung stellen und daran auch noch echte Kerzen anzünden kann, ist den von Waldbränden geplagten Australiern allerdings ein Rätsel. Sie greifen lieber auf Kunstbäume zurück, die meist kunterbunt geschmückt werden.

Weihnachten rund um den Globus

Father Santa kommt in Australien auf dem Surfboard.

Die Geschenke gibt es wie in Amerika am Morgen des 25. Dezember. Sie werden vom Weihnachtsmann gebracht, der in Australien auf dem Surfboard mit einer roten Badehose bekleidet kommt. Fröhlich und ausgelassen geht es an den Weihnachtsfeiertagen weiter. Viele Australier treffen sich zu Grillparties im Park oder am Strand und probieren die neue Taucherbrille oder das lang ersehnte Surfbrett aus.

Auch in Neuseeland herrschen zur Weihnachtszeit hochsommerliche Temperaturen. Hier geht es ähnlich zu wie in Australien. Anstatt eines Tannenbaums verwenden die Neuseeländer allerdings häufig einen Pohutukawa-Baum, den es nur in Neuseeland gibt. Im Dezember trägt er große rote Blüten. Auch zum Essen gibt es häufig eine neuseeländische Spezialität, die Boysenberries. Sie schmecken ähnlich wie Brombeeren und werden mit Vanilleeis zum Nachtisch gegessen.

Auch die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, haben einen ganz besonderen Weihnachtsbrauch. Sie graben ein Erdloch, das mit heißen Steinen gefüllt wird. Darauf kommen Fleisch und Gemüse, bevor das Loch noch einmal geschlossen wird. Bis zum Abend gart das Essen und dann trinken, essen und singen die Maoris bis tief in die Nacht.

Mitten im Indischen Ozean liegt die Weihnachtsinsel. Doch ausgerechnet auf ihr wird kein Weihnachten gefeiert, denn hier wohnen hauptsächlich Muslime und Buddhisten. Die Insel erhielt ihren Namen nur deshalb, weil ihr Entdecker, der britische Kapitän William Mynors, dort am 25. Dezember zum ersten Mal Land betrat, nämlich im Jahr 1643.

Afrika

In Ägypten fällt das Weihnachtsfest auf den 7. Januar. Die 43 Tage zuvor dürfen die Menschen kein Fleisch essen. Am Weihnachtstag werden dann in großen Mengen traditionelle Speisen zubereitet, zum Beispiel das Gebäck Zalabya oder das Fischgericht Bouri. Wichtig ist, dass zum Festmahl alle neue Kleider tragen, um das Christkind gebührend in Empfang zu nehmen.

In Ghana beginnen die Vorbereitungen schon lange vor dem eigentlichen Fest. Denn in der Vorweihnachtszeit besuchen die Menschen traditionell ihre Freunde und Familien. Die meisten versuchen jedoch, am Heilig Abend wieder zu Hause zu sein. Dann gibt es üblicherweise Huhn, Ziege oder Lamm, denn viele Ghanaer können sich nur zu besonderen Anlässen Fleisch leisten.

Für die Kenianer ist Weihnachten das Fest der Kinder. Sie sind es, die das ganze Haus putzen und schmücken und anschließend das Festmahl für den 25. Dezember vorbereiten. Dafür wird am frühen Morgen eine Ziege geschlachtet und an die Familien im Ort verteilt. Nach dem Essen gehen die alle von Haus zu Haus, wünschen sich frohe Weihnachten und verteilen Geschenke. Viele Menschen feiern und tanzen bis zum Morgengrauen.

Wie das traditionelle Weihnachtsfest in Südafrika aussieht, ist schwer zu sagen. Dort leben Angehörige von rund 5.000 verschiedene Konfessionen und Kirchen, die je nach Herkunft unterschiedlich feiern. Selbst unter den Schwarzafrikanern gibt es viele verschiedene Bräuche. Für die meisten ist Weihnachten jedoch das Fest der Familie. Einige haben nur dieses eine Mal im Jahr die Möglichkeit, ihre Verwandten zu besuchen und beginnen bereits Monate zuvor dafür zu sparen.

In einigen Stämmen rückt der eigentliche Anlass des Weihnachtsfestes in den Hintergrund, denn dort kehren die jungen Männer nach der Beschneidung aus dem Busch zurück. Sie werden mit viel Hirsebier und Schnaps gefeiert. Im Gegensatz zu den Städten, wo bunte Dekorationen überwiegen, findet man auf dem Land keinen Weihnachtsschmuck. Stattdessen bekommen die Kinder zum Fest neue Kleidung, die sie stolz ausführen.

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Asien

Auf dem asiatischen Kontinent leben nur wenige Christen, deshalb ist das Weihnachtsfest dort nicht weit verbreitet. Außer in Korea ist Weihnachten kein offizieller Feiertag, an dem die Menschen frei bekommen. Da jedoch viele Asiaten die Traditionen, die sie aus westlichen Filmen kennen, nacheifern, findet man inzwischen vor allem in Japan und China immer häufiger künstliche Tannenbäume, bunte Lichterketten und Lametta. Bei den meisten Asiaten, die Weihnachten feiern, steht das Schenken im Vordergrund.

Indien erkennt Weihnachten als Feiertag an, was auf die Kolonialzeit unter den Briten zurückzuführen ist. Dort feiern die Menschen am 24. Dezember „bada din“, den großen Tag. Viele Christen gehen in die Kirche, zu Hause wird getanzt und gesungen und die Häuser mit den schillernden Farben Indiens geschmückt. Satt Tannenbäume schmücken die Inder Bananenpalmen oder Mangobäume. Das Oberhaupt der Familie erhält außerdem eine Zitrone, ein Zeichen des Respekts. Sie soll Glück und Erfolg für das nächste Jahr bringen.

Auf den Philippinen beginnt Weihnachten bereits mit dem 16. Dezember. Ab diesem Tag gehen die Philippinen jeden Abend in die Kirche. Nach der Messe am 24. Dezember beginnt das das große Schlemmen. Zum traditionellen Festmahl, das auch noch am 25. Dezember weitergeht, gehören in jedem Fall Käsebällchen und Schinken. Am 26. Dezember wird traditionell die Verwandtschaft besucht.

Wie ihr seht, müssen es nicht immer Lebkuchen und Kerzenschein sein. Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, Weihnachten in diesem Jahr einmal anders zu feiern. Wie wäre es zum Beispiel mit dänischem Apfelkuchen am 23. Dezember oder einem feurigen südafrikanischen Gericht an Heiligabend? Eure Verwandten werden Augen machen!

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