Schaltjahr Der 29. Februar

Alle vier Jahre steht der 29. Februar plötzlich wieder im Kalender. Warum gibt es das kuriose Datum und was haben Julius Caesar und ein Papst mit dem Schaltjahr zu tun? Das erklären wir euch hier!

Manchmal gibt es ihn, meistens nicht: Der 29. Februar

Marrigje und Lieven gehen in die zehnte Klasse, ihre Hobbys sind Reiten und Fußball, und sie freuen sich schon riesig auf ihren vierten Geburtstag. Richtig gelesen: Die Zwillinge sind erst vier – jedenfalls, wenn man ihre Geburtstage zählt.

Sie kamen nämlich am 29. Februar 2000 zur Welt. Und da es den 29. Februar nur alle vier Jahre gibt, eben in Schaltjahren, haben sie auch nur alle vier Jahre "richtig" Geburtstag.

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Alle vier Jahre erleben wir ein Schaltjahr - dann hat der Februar 29 Tage

Julius Caesar knöpft sich das Schaltjahr vor

Das Schaltjahr wurde erfunden, um ein kleines, aber kniffliges Problem zu lösen. Ein Jahr dauert 365 Tage. So rechneten schon die alten Ägypter. Genau genommen braucht die Erde aber 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden, um einmal komplett um die Sonne zu kreisen. Ein Sonnenjahr ist also fast einen Vierteltag länger als ein Kalenderjahr.

Dadurch wandern in einem Kalender mit 365-Tage-Jahren die Jahreszeiten ganz allmählich nach hinten. Ohne Schaltjahr fiele Weihnachten irgendwann in den Hochsommer.

Kein Geringerer als der römische Herrscher Gaius Julius Caesar knöpfte sich den Fall im Jahr 45 vor Christus vor. Er rundete die fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden auf sechs Stunden auf. Diese wurden fortan gesammelt: Nach vier Jahren hatte man 24 Stunden zusammen, die dann als Extra-Tag in den Kalender kamen. In jedem vierten Jahr hatte der Februar fortan einen Tag mehr. Problem gelöst?

1582: Der Gregorianische Kalender wird eingeführt

Leider nicht ganz. Denn dass Caesar auf die fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden einfach mal elf Minuten und 14 Sekunden draufschlug, rächte sich mit der Zeit: Alle 128 Jahre gab es dadurch ein Schaltjahr zu viel. Auf diese Weise verschob sich der Frühlingsanfang immer weiter in den Winter, im Jahr 1582 kam er bereits zehn Tage zu früh!

"So kann das nicht weitergehen!", beschloss Papst Gregor XIII. und führte einen neuen Kalender ein. Der gilt bis heute: Im "Gregorianischen Kalender" ist die Schaltjahr-Regel einen Tick komplizierter. Zwar gibt es immer noch alle vier Jahre im Februar einen Extra-Tag. In allen Jahren jedoch, die ohne Rest durch 100, aber nicht durch 400 teilbar sind, fällt der Schalttag aus. So geht der Kalender zwar immer noch ein winziges bisschen vor - aber nur einen Tag in 3333 Jahren!

Wenn Marrigje und Lieven gefragt werden, wie alt sie sind, sagen sie natürlich nicht "vier", sondern "16". Und natürlich feiern sie jedes Jahr Geburtstag. Wenn der 29. Februar ausfällt, dann eben am 1. März. Aber auf ihren Schaltjahr-Geburtstag freuen sie sich immer noch ein klein wenig mehr.

Fünf Fakten zum Schaltjahr:

  • In Großbritannien ist es Tradition, dass in Schaltjahren ausnahmsweise die Frauen den Männern Heiratsanträge machen.
  • Rund fünf Millionen Menschen weltweit haben am 29. Februar Geburtstag, davon etwa 55 000 Deutsche.
  • 1582 war das kürzeste Jahr der Zeitgeschichte. Damit der Gregorianische Kalender mit der neuen Schalttag-Regel einführt werden konnte, mussten zehn Tage ausfallen: Auf den 4. Oktober 1582 folgte der 15. Oktober 1582.
  • Der Februar wurde von den alten Römern als kürzester Monat ausgewählt, weil er im römischen Kalender ursprünglich der letzte Monat des Jahres war.
  • In manchen Jahren gibt es auch eine Schaltsekunde, bei uns zuletzt am 1. Juli 2015 um 1.59 Uhr. Der Grund: Die Erde dreht sich immer langsamer, weil die Gezeiten – also Ebbe und Flut – sie ausbremsen. Die Zusatzsekunde passt die Weltzeit wieder an die astronomische Zeit an.
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