Weltveränderer Martin Luther King

Der Bürgerrechtler Martin Luther King Junior kämpfte friedlich gegen die Rassentrennung in den USA. Bis heute ist seine Rede "I have a dream" weltweit bekannt. Lest hier mehr über das Leben eines Helden

Martin Luther King Junior

  • Lebensdaten: 15. Januar 1929 bis 4. April 1968
  • Nationalität: US-amerikanisch
  • Zitat: "Wahre Nächstenliebe ist mehr als die Fähigkeit zum Mitleid, es ist die Fähigkeit zur Zuneigung.'"

Martin Luther King Junior gilt als Märtyrer. Seines Glaubens und seiner Träume wegen nahm er den Tod in Kauf.

Martin Luther King

Mit seiner Rede "I have a dream" begeisterte Martin Luther King im Jahr 1963 tausende Menschen

Wie Martin Luther King lebte

Martin Luther King Junior wurde am 15. Januar 1929 unter dem Namen Michael King Junior im US-amerikanischen Atlanta geboren. Während einer Europareise ließ der Vater später den Namen seines Sohnes ändern. Er ehrte damit Martin Luther, den Anstifter der Reformation im 16. Jahrhundert.

King Junior wuchs in einer sehr religiösen Familie auf; seine Mutter war Lehrerin, der Vater Pfarrer in einer evangelischen Gemeinde. Zu seiner Lebzeit war die Rassentrennung in den USA noch ein großes Thema: Schwarze Menschen wurden ausgegrenzt und hatten kaum Rechte. Sie mussten gesonderte Schulen besuchen, durften nicht mit Weißen in einem Bus fahren, im selben Restaurant essen oder am selben Arbeitsplatz tätig sein.

Martin Luther King Junior war, wie auch sein Vater, strikt gegen den Rassismus. Dass er nach der Grundschule keinen Kontakt mehr zu seinem langjährigen weißen Freund haben durfte, bewegte King Jr. dazu, sich für die Rechte seiner Landsleute einzusetzen. Schon im Kindesalter hielt er Vorträge und trat als Hilfsprediger in der Gemeinde seines Vaters auf. 1948 schloss er ein Studium der Soziologie (Wissenschaft vom sozialen Verhalten der Menschen) ab, 1951 folgte ein Aufbaustudium der Theologie (Lehre von Gott).

Dann begann King Jr. als Pfarrer in Montgomery/Alabama zu arbeiten. Zur selben Zeit heiratete er auch seine langjährige Freundin Coretta Scott Williams, mit der er insgesamt vier Kinder bekam.

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Nelson Mandela gilt als Symbolfigur für Freiheit und Gerechtigkeit. Nach dem Motto "Der Kampf ist mein Leben" setzte er sich erfolgreich für die Rechte der Schwarzen in Afrika ein. Am 5. Dezember 2013 verstarb er

Wie Martin Luther King die Welt veränderte

Mitte der Fünfzigerjahre begannen erste Proteste gegen die Rassentrennung. In Montgomery, Kings Wohnort, weigerten sich die Schwarzen auf ihre Sitzplätze im Bus zugunsten der Weißen zu verzichten. Martin Luther King, damals 26 Jahre alt, wurde zum Leiter einer Gruppe ernannt, die den sogenannten Boykott (eine Art politisches Druckmittel, in diesem Fall der Verzicht der Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel) organisierte: Die Southern Christian Leadership Conference (SCLC). Die Proteste hielten 381 Tage an - und waren erfolgreich: Der Oberste Gerichtshof entschied, dass die Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln fortan verboten sei.

Weil sich Martin Luther King Junior noch intensiver den Bürgerrechten widmen wollte, kündigte er seine Stelle in Montgomery und zog zurück nach Atlanta zu seinem Vater. Nun konnte er sich erlauben, den amerikanischen Süden zu bereisen, um Reden zu halten und weitere friedliche Protestaktionen zu organisieren. Mehrere Male wurde King festgenommen, auf Eingreifen des damaligen Präsidenten John F. Kennedy aber wieder freigelassen.

Sein ungebrochener Mut, sich für die Rechte der Schwarzen einzusetzen, stieß auf große Begeisterung in der Gesellschaft. Aus einer kleinen Gruppe war eine große Bewegung geworden: 1963 nahmen mehr als 250.000 Menschen, darunter auch Weiße, an einer Demonstration teil. Hier hielt King auch seine wohl bedeutendste Rede: "I have a dream" ("Ich habe einen Traum").

John F. Kennedy
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1963 wurde John F. Kennedy, der beliebteste Präsident der Vereinigten Staaten, erschossen. Womit er die Menschen so begeisterte und was der Anlass für seinen Tod war, lest ihr hier

Sein Wille, die Rechte der Schwarzen zu stärken, fand in den USA endlich Anklang. 1964 wurde das Gesetz zur Aufhebung der Rassentrennung, das King entworfen hatte, beschlossen. Er erhielt dafür im selben Jahr den Friedensnobelpreis und wurde vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Time zum "Mann des Jahres" ernannt.

Doch sein Erfolg erfreute nicht alle. Am 4. April 1968 wurde er - wohl von Rassisten - erschossen. Nach seinem Tod wurden King nicht nur etliche Preise verliehen, er gilt bei Amerikanern und Schwarzen weltweit als Märtyrer, also Mensch, der seines Glaubens wegen den eigenen Tod in Kauf nimmt. Am dritten Montag im Januar feiert man heute den Martin Luther Kings Day. Für viele US-Amerikaner ist dies ein gesetzlicher Gedenk- und Feiertag.

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