Nachnamen Welche Nachnamen häufen sich in anderen Ländern?

Der häufigste Familienname der Welt kommt aus China. Aber wie heißen die Menschen in anderen Ländern mit Nachnamen - und warum? Wir haben nachgeschaut.
Nachnamen weltweit

Auf der Karten zeigen wir euch die häufigsten Familiennamen rund um die Welt

Es gab nicht immer schon Nachnamen

Wärt ihr im frühen Mittelalter geboren, etwa im Jahr 800, würdet ihr diesen Artikel wohl gar nicht verstehen. Denn damals waren Nachnamen (oder wie man sie auch nennt: Familiennamen) noch unbekannt. Ihr hättet vielleicht Irmingart geheißen oder Hans. Und fertig. Vermutlich hätte das auch gereicht, um nicht verwechselt zu werden. Denn damals lebten hierzulande – wie auf der ganzen Welt – viel weniger Menschen, und die meisten davon auf kleinen Gehöften.

Als vor rund 1000 Jahren immer mehr Städte entstanden, wurde es jedoch unübersichtlich. Wenn es in einer Stadt 20 Peter gab – wie sollte man da den richtigen finden? Die Menschen kamen auf eine schlaue Lösung: Sie gaben Beinamen. War ein Peter groß, nannte man ihn den "langen Peter". War er aus Franken zugezogen, den Frankenpeter. Und wenn er Müller war? Klar: "Peter, der Müller".

Im Laufe der Zeit wurde es Mode, diese Familiennamen an seine Kinder zu vererben. Noch heute verraten die meisten Nachnamen bei uns den Beruf der Vorfahren: In der Rangliste führen Namen wie Müller, Meier und Schmidt – so nannte man früher Verwalter. Viele Namen verweisen auch auf Eigenschaften: Klein oder Stark. Oder auf die Herkunft: Ein "Bachmann" wohnte am Bach.

Der häufigste Nachname der Welt kommt aus China

In Norddeutschland und Skandinavien wurden Nachnamen oft aus dem Vornamen des Vaters gebildet: Hansen etwa heißt nichts anderes als "Sohn des Hans". In Island funktioniert die Namensgebung noch heute so. Kinder heißen deshalb meist anders als ihre Eltern. Die Tochter von Jon Einarsson (Jon, Sohn des Einar) etwa Frida Jonsdottir: Frida, Tochter des Jon.

In Deutschland gibt es heute rund 850 000 verschiedene Familiennamen. Auch die häufigsten werden kaum von einem Prozent der Menschen getragen. In anderen Ländern ist die Vielfalt geringer: In Vietnam hören vier von zehn Menschen auf den Namen "Nguyen", der so viel wie reich bedeutet. In Südkorea heißen mehr als 20 Prozent Kim (Gold).

Der häufigste Name der Welt kommt aber aus China: Dort gibt es mehr als 100 Millionen Lî! Den Namen führten früher die Anhänger der Kaiserfamilie Lî. Vermutlich fällt es sogar  Chinesen schwer, die alle auseinanderzuhalten…

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