Weltveränderer Sophie Scholl

Am 1. September 2014 jährte sich zum 75. Mal der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Sophie Scholl gehörte zu den wichtigen Kämpfern gegen den Nationalsozialismus. Lest hier, wie sie lebte und was sie als Teil der Gruppe "Weiße Rose" gegen das NS-Regime unternahm
Sophie Scholl

Die Widerstandskämpferin Sophie Scholl wurde nur 21 Jahre alt

Sophia Magdalena Scholl

  • Lebensdaten: 9. Mai 1921 bis 22. Februar 1943
  • Nationalität: deutsch
  • Zitat: "Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen."

Sophie und ihr Bruder Hans Scholl kämpften als Teil der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen die Diktatur des Nationalsozialismus. Dafür wurden sie zum Tode verurteilt.

Wie Sophie Scholl lebte

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg (Baden-Württemberg) geboren. Sie wuchs zusammen mit ihren fünf Geschwistern sowie der Mutter Magdalena und Vater Robert in Ludwigsburg und Ulm auf.

Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die Nationalsozialisten 1933 veränderte sich das Leben in Deutschland. Doch zu Beginn fanden Sophie und ihre Geschwister die Ideen der Nazis noch gut. In Ulm traten sie sogar freiwillig der Hitlerjugend und dem Bund Deutscher Mädel bei, den Jugendorganisationen der Nazis.

Mit diesen Gruppen unternahmen sie Ausflüge und veranstalteten Zeltlager. Sie taten, was Kinder und Jugendlichen Spaß macht und verstanden zunächst nicht, dass ihnen dabei die Denkweise Adolf Hitlers anerzogen wurde. Die Eltern der beiden lehnten die Haltung der Nazis aber durchgehend ab und versuchten, ihre Kinder aufzuklären.

Anne Frank
Weltveränderer
Anne Frank
Weil sie Juden sind, müssen die Franks 1942 untertauchen. In ihrem Versteck schreibt Anne Frank ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder.

Sie erzählten ihnen unter anderem, dass Juden fliehen mussten, weil die Nazis sie sonst töten würden. Die Kinder glaubten ihren Eltern nach und nach und traten Ende der 1930er Jahre aus den jeweiligen Organisationen aus.

Sophie begann im Anschluss eine Ausbildung als Kindergärtnerin, bis sie im Mai 1940 zwangsweise zum Kriegshilfsdienst berufen wurde. Diese Arbeit war für junge Erwachsene im Nationalsozialismus Pflicht. Etwa zeitgleich lernte sie ihren späteren Verlobten Fritz Hartnagel kennen.

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Wie Sophie Scholl die Welt veränderte

Hans, Sophies zwei Jahre älterer Bruder, studierte seit 1942 in München Medizin. Gemeinsam mit Freunden gründete er dort die „Weiße Rose“, eine Widerstandsgruppe gegen die Nationalsozialisten. Auch Sophie zog nach München, begann ein Biologie- und Philosophie-Studium und schloss sich der Gruppe an. Von nun an studierten die Mitglieder tagsüber und stellten in den Nächten heimlich Flugblätter her. Diese verteilten sie in der ganzen Stadt.

"Im Namen der deutschen Jugend fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit zurück" und "Kampf gegen die Partei", stand dort geschrieben. Die Geschwister Scholl und die anderen Mitglieder der "Weißen Rose" brachten sich mit diesem Protest in Lebensgefahr. Denn wer zur Zeit des Nationalsozialismus offen gegen die Nazis wetterte, wurde verhaftet oder sogar getötet.

Sie blieben nicht lange verschont. Als Sophie und ihr Bruder am 18. Februar 1943 wieder Flugblätter verteilten, entdeckte sie der Hausmeister ihrer Universität. Er verriet sie an die Gestapo, die Geheime Staatspolizei im Nationalsozialismus. Schon wenige Tage später standen die beiden und ein weiteres Mitglied vor Gericht. Am 22. Februar 1943 wurden sie zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Heute sind zahlreiche Straßen, öffentliche Plätze und Schulen nach den Geschwistern Scholl benannt. Sie gelten als Vorbilder und mit anderen zu den wichtigsten Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler und das NS-Regime.

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