Interview: Maria Hollweck "Programmieren ist wie Rätsel lösen"

Maria Hollweck arbeitet als Programmiererin für Facebook in Kalifornien. Mit uns hat die gebürtige Neumarkterin über ihren Beruf gesprochen
Maria Hollweck

Maria Hollweck, Programmiererin und Gründerin von Girls Can Do IT!

Maria Hollweck programmiert seit sie 13 Jahre alt ist und ist Gründerin von Girls Can Do IT. Mit dieser Initiative setzt sie sich dafür ein, dass Mädchen schon früh mit der IT in Berührung kommen und das Programmieren lernen können.

Mit kostenlosen Workshopangeboten zu Programmiergrundlagen und allgemeinen Informationen über IT-Berufe möchte Maria Hollweck so das Interesse für die IT bei Mädchen und jungen Frauen wecken.

Im Interview erzählt sie uns von ihrer Arbeit bei Facebook, ihrem Leben in Kalifornien und welche Erfahrungen sie als deutsche Programmiererin in Amerika gemacht hat.

GEOlino: Hast du einen schönen Beruf?

Maria Hollweck: Aber klar! Ich arbeite als "Software Engineer", das ist der englische Begriff für "Programmierer". Mit meinem Beruf kann ich in jede Branche hineinschnuppern und viele verschiedene Herausforderungen kennenlernen und lösen. Das macht mir besonders viel Spaß!

Als Programmiererin gestalte ich außerdem mit, was ihr morgen auf eurem Handy seht oder wie ihr es benutzen könnt. Hört sich spannend an, oder?

Wie kamst du auf die Idee für diesen Beruf?

Ich wollte schon als Kind wissen, wie ein Computer funktioniert. Außerdem habe ich früh angefangen, meine eigene Website zu erstellen. Ich finde den Beruf toll, weil ich vielen Menschen in verschiedenen Situationen helfen kann. Jeden Tag stelle ich mich neuen technischen Herausforderungen.

Wie kamst du von Regensburg nach Kalifornien?

Ich habe mich nach der Schulzeit dazu entschieden, Informatik zu studieren und bin für ein Studienjahr nach New York gegangen. Von dort aus habe ich mich auf Praktika im Silicon Valley in Kalifornien beworben. Das Silicon Valley ist sozusagen die weltweite Hauptstadt für alles, was mit Computern und Apps zu tun hat. So habe ich meine Arbeit gefunden, bei der ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

Denn als Programmiererin kann man nicht nur in reinen Software-Firmen arbeiten, sondern ist in vielen Bereichen gefragt. Heute braucht zum Beispiel auch die Automobilindustrie Programmiererinnen, die an den neuesten Autos mitarbeiten.

War es schon immer dein Wunsch, bei Facebook zu arbeiten?

Die Frage kann ich so gar nicht beantworten. Als ich jünger war und zum ersten Mal programmiert habe, da gab es Facebook noch gar nicht! Wenn es Facebook damals schon gegeben hätte, dann bestimmt. Ich darf jeden Tag neue Aufgaben lösen, Milliarden Menschen auf der Welt helfen und sie miteinander verbinden.

Außerdem arbeite ich in einem total außergewöhnlichen Büro. Wir haben überall viele Farben, Kunst, Sofas und kostenloses Essen und Getränke. Es macht wirklich Spaß, hier zu arbeiten.

Hast du in deinem Beruf mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun?

Oh ja! Momentan arbeite ich mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Ich treffe regelmäßig Personen aus Brasilien, Israel oder China und vielen anderen Ländern. Ich lerne jeden Tag etwas Neues über andere Kulturen und freue mich, ein paar Leuten auch unsere deutschen Sitten zu zeigen. Außerdem ist es lustig, wenn jeder mit einem anderen Akzent redet!

Ist es spannend, in einem anderen Land zu arbeiten?

Ja, sehr! Denn hier im sonnigen Kalifornien kommen Menschen aus aller Welt zusammen. Ich kann Gerichte aus verschiedensten Ländern essen und abwechslungsreiche Feste feiern. Mit meinen Freunden hier teile ich viele Interessen und Hobbys, obwohl sie auf der anderen Seite der Welt aufgewachsen sind.

Aber manchmal habe ich auch Heimweh. Besonders in der Weihnachtszeit vermisse ich meine Familie und Deutschland. Dann würde ich am liebsten einfach für ein paar Stunden nach Hause kommen. Meine Freunde und ich unterstützen uns dann gegenseitig, da wir alle das Gleiche erleben.

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Hast du ein Vorbild?

Mein Vorbild ist Sheryl Sandberg, die Geschäftsführerin von Facebook. Zusammen mit Mark Zuckerberg leitet sie das Unternehmen. Ich bewundere sie, weil sie Facebook erfolgreich führt und zur gleichen Zeit zwei Kinder großzieht. Sie setzt sich außerdem für mehr Frauenrechte ein, was mir ebenfalls am Herzen liegt.

Bist du privat auch viel in den sozialen Netzwerken unterwegs?

Ich bin ein sehr großer Fan von Instagram, denn in meiner Freizeit bin ich leidenschaftlich gerne Fotografin. Instagram macht es mir super einfach, meine Fotos mit der Welt zu teilen und mich mit anderen Fotografen auszutauschen. Meine Freunde in Deutschland freuen sich, wenn sie auf ihrem Handy sehen können, wie mein Leben in Amerika aussieht.

Hast du Tipps für den Umgang mit Facebook & Co?

Wenn ihr mindestens 13 Jahre alt seid und ein Facebook-Konto eröffnen möchtet, macht das am besten gemeinsam mit euren Eltern. So könnt ihr die Privatsphäre- und Kontoeinstellungen zusammen durchgehen und besprechen. Wie überall im Internet ist es natürlich wichtig, das eigene Passwort niemals anderen zu verraten.

Außerdem solltet ihr euch immer genau überlegen, ob und was ihr postet und mit anderen teilt und mit wem ihr in Kontakt tretet. Bis ihr 18 seid werdet ihr von Facebook übrigens besonders geschützt. Das bedeutet, Fremde können euch keine Freundschaftsanfragen senden und ihr werdet nicht in der Suche angezeigt.

Welche Fähigkeiten sind für einen Softwareentwickler besonders wichtig?

Als Programmiererin sollte man natürlich ein Grundinteresse für Technologie haben. Das heißt, ihr findet es spannend, wie ihr zum Beispiel lustige Tierfilter über ein Foto legen könnt oder wie selbstfahrende Autos funktionieren.

Was ich den ganzen Tag mache, kann man mit Rätsellösen vergleichen. Es wird nie langweilig, weil ich jeden Tag neue Herausforderungen lösen kann. Dabei hilft mir meine Kreativität und die vielen Ideen, die ich ausprobiere. Ich entwerfe einen Großteil der Apps selbst und darf mich ausleben, wenn wir nach neuen Ideen für Produkte suchen.

Was würdest du Kindern empfehlen, die sich für diesen Beruf interessieren und hineinschnuppern möchten?

Erkundigt euch nach einem Kurs, in dem ihr eine Einführung ins Programmieren bekommt. Ihr könnt euch auch ein Buch über App-Programmierung aus der Bücherei ausleihen. So habe ich mit 13 meine erste Website programmiert.

Mit 14 Jahren habe ich außerdem ein Schnupperpraktikum als Programmiererin gemacht. Heute freue ich mich, dass ich meine große Leidenschaft zum Beruf machen konnte.

Vielen Dank für das Interview, Maria!

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