Der US-amerikanische Künstler Christopher Fennell erbaut architektonische Skelette aus Müllobjekten. Zum Beispiel verwandelte er alte Scheunenbretter in einen überdimensionalen Kiefernzapfen...

... und 600 ausrangierte Baseball-Schläger schweißte er so zusammen, dass sie einen Bogen ergeben. Zu sehen ist der in einem Park in Atlanta, Georgia

Die einzelnen Elemente von Christopher Fennells Kunstwerken scheinen um ein Zentrum zu kreisen und sich vorwärts zu bewegen. Er benutzt nur Gegenstände, die Menschen einmal ausrangiert haben. Holzbretter und Baseballschläger, aber auch kaputte Fahrräder und Teile alter Omnibusse werden zu hohen Wellen, Toren und Bögen

Ein ganzes "Schrottvolk" hat der deutsche Künstler HA Schult geschaffen: Er presste rund 1000 mannsgroße Figuren aus Dosen und schickte sie auf eine Reise um die Welt, hier vor dem Matterhorn, einem Berg in den Alpen...

Station machten die "Trashpeople" (zu Deutsch etwa "Schrottvolk") zum Beispiel 2001 vor den Pyramiden von Kairo, ...

... und im Jahr 2002 auf der chinesischen Mauer. Auch in Gorleben, Rom, Paris, Moskau und Barcelona machten die die bizarren Müll-Skulpturen Halt. Der Kölner Künstler HA Schult will mit dem Schrottvolk auf das Müllproblem unserer Wohlstandsgesellschaft aufmerksam machen

"Earthships", zu Deutsch etwa "Erdenschiffe", nennt man Wohnhäuser, die mithilfe von recycelten Materialien gebaut werden. Ihre massiven Wände bestehen aus alten, mit Erde gefüllten Autoreifen - so nutzen die Architekten das natürliche Vermögen von Erde, Wärme zu speichern

"Earthships" sind grundsätzlich von den großen Stromversorgern und damit von umweltschädlichen und endlichen Energien wie Öl oder Kohle unabhängig, da sie sich weitgehend selbst versorgen: Mit Sonnenlicht wird zum Beispiel das Wasser erwärmt

Die Menschen haben Tonnen von Müll als Nebenprodukte ihres aufwändigen Lebensstils hervorgebracht, der an allen Ecken und Enden der Erde herumliegt. "Earthship"-Architekten betrachten diesen Müll – zum Beispiel Glas, Aluminium-Dosen und Plastikflaschen – als natürliche "Rohstoffe" der modernen Menschheit. Diese werden zum Beispiel in Zementwände eingebaut, durch die dann das Licht in verschiedenen Farben durchschimmert

Auch mit LKW-Planen, die einige Zeit zuvor noch Kilometer auf Europas Autobahnen geschrubbt haben, kann man so einiges anstellen:

Die Schweizer Firma Freitag zerschneidet die Planen und näht sie wieder zusammen. Heraus kommt ...

... eine praktische und sportliche Tasche

Es funktioniert! Das Radio besteht aus recycelten Dosen und Draht. Es wurde in Afrika von Hand gefertigt und ist voll funktionstüchtig

Martina Zenker aus Düsseldorf betreibt einen fairen Handel: Sie gibt Frauen in vielen Ländern Afrikas Arbeit und verkauft die gefertigten Produkte in Deutschland und anderswo zu fairen Preisen. Im südlichen und östlichen Teil Afrikas arbeiten hunderte Frauen in mehr als 40 Werkstätten für faire Löhne – sie sichern damit ihre Existenz und die ihrer Familien. Gleichzeitig werden traditionelle afrikanische Techniken bewahrt und weitergegeben

Ein Warzenschwein aus Blech: Dieses lustige Exemplar besteht aus recycelten Dosen. Die Gewinne aus dem Verkauf der Kunst nutzt Martina Zenker, um nach Afrika zu reisen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Ideen für neue Produkte zu entwickeln. So lernt sie das Land und seine Bewohner kennen und baut das Vertrauen der Afrikanerinnen in ihre Arbeit auf

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