Bei Asayech zuhause gibt es keinen Wasserhahn, den man einfach aufdrehen kann, wenn man Durst hat. Sie muss das Wasser jeden Tag in Krügen holen.

Neuerdings gibt es einen Brunnen ganz in der Nähe. Hier muss Asayech nur den langen Hebel nach unten drücken und das Wasser sprudelt hervor. Der Brunnen wurde mit Spendengeldern von Unicef gebaut.

… und zweitens ist das Wasser viel sauberer als das aus dem Bach. Das ist wichtig: Schließlich braucht die Familie es nicht nur zum Waschen und Putzen, sondern auch zum Trinken und zum Zubereiten der Mahlzeiten.

Wasserholen ist nur eine von Asayechs Aufgaben. Sie hilft außerdem ihrem Vater auf dem Feld und ihrer Mutter beim Putzen – genauso wie ihre acht Geschwister es tun.

Alle gemeinsam wohnen in einer kleinen Hütte, direkt an dem Feld, das ihnen gehört.

Auch ein paar Tiere hält die Familie. Etwa diese Ziegen, sie geben leckere Milch und sind eine freundliche Gesellschaft, findet Asayech.

Das Wasser, das Asayech geholt hat, ist nicht nur für die Menschen. Auch die Tiere bekommen natürlich etwas ab.

Obwohl sie ihrer Familie viel helfen muss, besucht Asayech die Schule. Jeden Tag vier Stunden lang. Weil es sehr viele Schüler gibt, aber nur wenige Lehrer und der Klassenraum recht eng ist, werden die Jugendlichen in zwei Schichten unterrichtet: eine vormittags, die andere am Nachmittag.

Vormittags- und Nachmittagsschicht werden jede Woche gewechselt, sodass jeder mal früh und mal spät Unterricht hat.

Und der Krug wiegt schwer, etwa 40 Kilogramm, wenn er randvoll ist. Seit sie sieben Jahre als ist, muss Asayech Wasser schleppen. Allerdings trug sie früher einen etwas kleineren Krug.

Der neue Brunnen verschönert Asayechs Leben jeden Tag! Erstens dauert das Wasserholen nun längst nicht mehr so lang …

Früher war das eine Tortur: 40 Minuten musste sie laufen, bis sie diesen Bach erreichte. Nach dem Wasserschöpfen schleppte sie den randvollen Krug 40 Minuten zurück. Jeden Tag.

Asyaech und ihre Schwester mussten auf ihrem Weg zum Wasser jedes Mal eine große Straße überqueren. Das war der Schlimmste Abschnitt für das Mädchen, denn die großen Lastwagen bretterten rücksichtslos an ihr vorbei. Leicht hätte sie überfahren werden können.

Weil sich Felder und Hütten in der Landschaft abwechseln, dehnt sich Asayechs Heimatdorf Egeherzeta über weite Landstriche.

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