Monika Nordhausen bestrickt gerne alles, was Niet- und Nagelfest ist!

Mit urban knitting werden graue Steinquader zu bunten Steinquadern...

... und Poller bekommen einen gestrickten Schlauch übergestülpt.

So sieht der Straßenrand schon viel fröhlicher aus!

Auch ein Geländer kann man in Wolle einpacken...

... und den Bronzevögelchen am Brunnenrand steht im Winter eine Mütze gut.

Monika Nordhausen bestrickt ihre Stadt aber nicht alleine: immer finden sich zahlreiche Helfer ein.

Und nicht nur die Stadt kann man verschönern. Dieses Straßenschild im Wald wird durch den Stricküberzug leicht verändert. "Wolle mit Köpfchen" nennt Frau Nordhausen dieses Werk.

Ein im Wald herumliegender Stock wird mit etwas Strickgarn zu einem besonderen Hingucker.

Und wem das alles noch nicht genug ist, der strickt eine riesige Weinbergschnecke, stopft sie aus und lässt sie im Wald frei...

... oder ergänzt die Waldblumen durch einen filigranen Fingerhut!

GEOlino.de: Frau Nordhausen, auf welches Strickwerk sind Sie besonders stolz?

Monika Nordhausen: In der Fußgängerzone von Aachen gibt es Steinquader, auf denen man sitzen kann. Aber die übersieht man leicht, manche Leute sind tatsächlich darüber gestolpert, und viele haben sich über diese Quader geärgert. Also haben wir sie mit buntem Strick überzogen, so hat man sie schon von Weitem gesehen.

... und etwas gemütlicher zum Sitzen waren sie bestimmt auch! Was verschönern Sie noch?

Im Wald haben wir Bäume bestrickt und Grenzsteine. In der Stadt kann man auch ganz viel bunt machen: Brunnen und Denkmäler, Klinken, Geländer, ein herausragendes Teil an einer Unterführung, es gibt da keine Grenzen! Die schönsten Bilder von unseren Strick-Aktionen zeigen wir auf unserem Blog Aachen strickt schön.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, ihre Stadt zu bestricken?

Die Idee ist zusammen mit dem Wollladen in Aachen entstanden: Martin Görg, der Besitzer des Wollladens, will schon seit zehn Jahren Poller bestricken. 2009 haben wir eine erste Aktion in Köln gemacht, eine richtige Strick-Party mit DJ und allem. In Aachen versuchen wir seither, Themen aufzugreifen, die aktuell sind oder eben mit der Stadt zu tun haben.

Und was wäre das zum Beispiel?

Aachen ist eine alte Tuchmacher-Stadt. Auch daran sollen unsere Stoffe und Stricksachen erinnern. Unser nächstes Projekt wird sein, die unterirdischen Bäche von Aachen wieder sichtbar zu machen - durch einen oberirdischen, gestrickten Bach. Wir haben Schüler aufgerufen und Flyer verteilt. So viele Leute wie möglich sollen ein Stück aus blauem Garn stricken, damit unser oberirdischer Strickbach schön lang wird.

Ist das denn legal - oder müssen Sie heimlich bei Nacht stricken?

Nun ja... Wir haben bei der Stadt nachgefragt und leider keine Genehmigung erhalten. Dann haben wir erstmal vor Ort die Klinken oder Poller ausgemessen. Das Stricken und Häkeln eines entsprechenden Stücks haben wir zu Hause gemacht. Und dann sind wir tatsächlich bei Nacht und Nebel losgezogen und haben die Stricksachen über die Poller gestülpt! Das war für die Kinder, die mitgemacht haben, sehr spannend. Aber jetzt bestricken wir schon so lange alles Mögliche und hatten noch nie Probleme mit der Stadtverwaltung; die nimmt das schmunzelnd hin.

Und wie reagieren Passanten auf das Stricken?

Immer wieder kommen Leute vorbei und sagen: "Oh, urban knitting, darüber habe ich gerade was im Fernsehen gesehen!" Die finden das toll, was wir machen.

Wird das Garn nicht mit der Zeit schmutzig, wenn es Wind und Wetter ausgesetzt ist?

In unserem eigenen Hof haben wir ein Stück Strick aus Naturgarnen zum Test aufgehängt. Wir hätten gedacht, dass es nach einer Weile schmutzig wird. Aber es sieht jetzt nach einem halben Jahr noch immer gut aus. Kunstgarne, Baumwolle, Wolle - urban knitting funktioniert mit jedem Garn! Aber ja, die meisten Stücke entfernen wir nach einer Weile wieder. Die Beinstulpen an einer Statue kann man im Frühling abmachen, die braucht die Statue ja dann nicht mehr...

Wie fänden Sie es, wenn jetzt ganz viele unserer Leser auch mit urban knitting ihre Stadt verschönern würden?

Das fänden wir großartig!

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