Miku Sato (8) blickt auf den Gugunari Strand in der Stadt Ishinomaki. Hier sind bei dem Tsunami 3.144 Menschen ums Leben gekommen. 890 werden immer noch vermisst.

Shuri Numakura macht ein Selbstporträt im Spiegel bei sich zuhause in Ishinomaki. "Mein zuhause ist ein ein toller Ort, an dem man viel Spaß haben kann", erzählt die 9-Jährige.

Die Workshop-Teilnehmer haben sich auch gegenseitig fotografiert: Auf der Suche nach Fotomotiven läuft die 11-jährige Maya Kobayashi den Strand in der Nähe der Stadt Soma entlang, der noch mit Schuttresten des Tsunamis übersät ist.

Der 9-jährige Asahi Ishnomori will mit diesem Foto zeigen, dass diese Schiffe den Menschen einmal sehr viel genutzt haben und jetzt nur noch wertlos am Ufer liegen. Asahi hat bei der Katastrophe vor einem Jahr seinen Großvater verloren.

Die 8-jährige Yuuna Sasaki macht ein Foto von Trümmerbergen am Strand von Ishinomaki. "Ich habe den Schutt fotografiert, weil an jedem einzelnen Stück Erinnerungen von Menschen hängen. Ich möchte, dass sie nicht vergessen werden."

Yuuna hat auch einen Baum fotografiert, der ganz allein den Tsunami überlebt hat. "Der Tsunami hat viele Bäume mit sich gerissen, aber dieser Baum hat überlebt. Das hat mich beeindruckt", erzählt die 8-Jährige über ihr Foto.

Miki Furuuchi (10) hat in den vielen Schuttbergen am Ufer einen Wasserhahn gefunden. Große Teile der Küste um Ishinomaki wurden komplett zerstört.

In Soma, in der Nähe von Fukushima, hat die 12-jährige Nao Kado diese Blume in einem Riss in der Straße fotografiert. "Ich habe ein Bild von der Blume gemacht, weil sie so wunderschön an einem Ort blüht, wo sie niemand bemerkt", kommentiert Nao ihre Aufnahme.

1.000 gefaltete Origami-Kraniche hängen aufgezogen an einer Schnur vor dem Yawata Schrein in Soma. Eine japanische Legende besagt: "Falte 1.000 Kraniche und ein Wunsch geht in Erfüllung." Das Foto hat die 11-jährige Riri Yoshida gemacht.

Auf einem traditionellen Markt hat der 10-jährige Ren Abe Freiwillige fotografiert, die Glücksbringer verteilen. Sie sind gefüllt mit einem kleinen Reisbällchen.

Riri Yoshida (11) hat eine Frau fotografiert, die als Clown verkleidet auf dem Markt Haragama Essen verteilt. Bewohner der Stadt Soma haben den Markt für hilfsbedürftige Menschen ins Leben gerufen, die hier warmes Essen bekommen.

UNICEF-Fotograf Giacomo Pirozzi hat den Foto-Workshop für die Kinder angeleitet. Hier fotografierte ihn der 15-jährige Atsuya Ueyama vor einem riesigen Berg aus Schutt und Trümmern.

Das Zentrum des Erdbebens lag unter dem Meer, vor der Ostküste Japans. Es zerstörte Häuser und Schulen. Doch damit nicht genug: Es folgte eine riesige Welle, ein Tsunami. Sie spülte Schiffe bis weit aufs Land und riss Trümmer mit sich. Schließlich erfasste die Zerstörung auch noch das Atomkraftwerk von Fukushima. Dort trat Radioaktivität aus und machte einen ganzen Landstrich unbewohnbar. Diese dreifache Katastrophe ist nun ein Jahr her. Wir wollten wissen, wie es den Familien vor Ort geht. Dafür lässt man die Kinder am besten selbst erzählen. Und ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.

Die Fotos, die wir hier zeigen, sind in einem Workshop entstanden. Der italienische Fotograf Giacomo Pirozzi ist für die Kinderhilfsorganisation UNICEF nach Japan gereist und hat die Kinder vor Ort angeleitet. Am ersten Tag, erzählt der Fotograf, haben die Kinder viele Bilder der Trümmer gemacht. Dazu haben sie Sätze aufgeschrieben wie "Hier habe ich früher gespielt." Oder "Ich bin traurig." In den folgenden Tagen hat Giacomo Pirozzi sie ermuntert, ihr heutiges Leben zu dokumentieren und mit Hilfe der Fotos in die Zukunft zu blicken. So sind Bilder von Glücksbringern und Origami-Kranichen entstanden. Denn einer Legende nach können eintausend gefaltete Kraniche einen Wunsch erfüllen...

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