Die gute Nachricht zuerst: Rajib schläft nicht mehr auf der Straße. Er hat in einem Hilfszentrum Zuflucht gefunden. Hier ist er sicher, aber arbeiten muss er immer noch. Und zwar in...

... einer Plastikfabrik. Säckeweise kleine Plastikschnipsel, sogenanntes Granulat, füllt er in einen Bottich. Darin erhitzt er es, bis es zu einer orangefarbenen Suppe verschmilzt

Hier sieht man, wie das Granulat vor dem Schmelzen aussieht. Wie es stinkt, kann man nur erahnen

Das flüssige Plastik presst Rajib in einer Maschine zu Bechern, die er anschließend stapelt. Den ganzen Tag. Das meiste Geld, das er damit verdient, schickt er seiner Familie

Die Familie wohnt weit entfernt in einem Dorf, fern der lauten, chaotischen Stadt Dhaka. Sich hier auf der Straße durchzuschlagen war hart. Viele andere Straßenkinder berauschten sich, indem sie Klebstoff schnüffelten. Rajib verzichtete, blieb standhaft

Eines Tages las ihn ein Unicef-Mitarbeiter von der Straße auf, überredete den Zwölfjährigen, mit ins Zentrum zum kommen. Rajib willigte ein. Seine beste Entscheidung. Nun bekommt er regelmäßig zu essen und hat einen Schlafplatz

Abends, nach der Arbeit, spielt er mit den anderen Kindern, hört mit ihnen Musik, klopft Sprüche. Zur Schule geht er nicht. Schließlich zwingt ihn niemand, denn in Bangladesch gibt es keine Schulpflicht. Und ihm ist es wichtiger, seiner Familie Geld zu schicken

Mutter und Vater vermisst er schon. Ab und zu leistet er sich einen Anruf nach Hause. Die Stimmen seiner Eltern zu hören, fühlt sich an wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Aufzulegen ist immer hat, aber Rajib tröstet sich damit, dass er neue Freunde gefunden hat. So ist er wenigstens nicht mehr allein.

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