Weltveränderer Vincent van Gogh

Der niederländische Maler und Zeichner Vincent van Gogh schuf fast 900 Gemälde und über 1000 Zeichnungen, mit denen er die moderne Malerei begründete. Lest hier mehr über sein turbulentes Leben
Vincent van Gogh

Selbstporträt: Vincent van Gogh führte ein turbulentes Leben und lebte in vielen verschiedenen Städten

Vincent van Gogh

  • Lebensdaten: 30. März 1853 bis 29. Juli 1890
  • Nationalität: niederländisch
  • Zitat: "Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen."

Vincent van Gogh gilt als Begründer der modernen Kunst. Er schuf fast 900 Gemälde und über 1000 Zeichnungen.

Wie Vincent van Gogh lebte

Vincent van Gogh wird am 30. März 1853 in der niederländischen Stadt Groot-Zundert geboren. Als Kind interessiert er sich noch gar nicht für Kunst, seine Geburtsstadt Groot-Zundert taucht Jahre später aber sehr häufig als Motiv seiner Werke auf. Van Gogh wächst als Sohn eines Pfarrers und einer Buchbinderin mit fünf Geschwistern auf. Der Junge besucht zunächst das Internat, wo er Französisch, Englisch und Deutsch sowie Zeichnen lernt.

Nachdem er die Schule früher als geplant verlässt, beginnt er im Juli 1869 eine Ausbildung in der Kunsthandlung Goupil & Co im niederländischen Den Haag. Im Anschluss wird er in die Londoner Filiale versetzt, wo er sich aber einsam und ungut fühlt. Seine Unzufriedenheit findet man heute in vielen der Zeichnungen wieder, die der Künstler während seiner Zeit in England anfertigte.

Vincent van Gogh beschließt, sich nach Paris versetzen zu lassen. In Paris angekommen, probiert der Künstler sich in unterschiedlichen Berufen. Er wird Hilfslehrer, dann Pfarrer, später Prediger, schließlich Volontär in einer Buchhandlung und beginnt kurzzeitig ein Theologiestudium, für das er zurück in die Niederlande zieht.

Erst im Herbst 1880, als Vincent van Gogh 27 Jahre alt ist, entschließt er sich dazu, Maler zu werden.

Wie Vincent van Gogh die Welt veränderte

Mit seinem Bruder Theo, der die Pariser Filiale der Kunsthandlung Goupil & Co. leitet, vereinbart er, seine Bilder zu vertreiben. Doch Vincent van Gogh kann mit Geld, das er und sein Bruder Theo verdienen, nicht umgehen und lebt deshalb in ständiger Armut. Er zieht 1880 nach Brüssel, um mit Künstlern in Kontakt zu kommen und das Maler-Handwerk zu lernen.

Dort zeichnet er vor allem Landschaftsmotive und bäuerliche Arbeiter. Zurück in den Niederlanden erlebt van Gogh dann eine der wichtigsten Phasen seines Lebens. In der Stadt Nuenen malt er über 180 Gemälde. 1885 schuf er eines seiner Hauptwerke: die Kartoffelesser.

Als van Gogh 32 Jahre alt ist, zieht er ins niederländische Antwerpen und später nach Paris, wo er seinem Bruder und Händler Theo wieder näher ist. Unter dem Eindruck des Impressionismus, dem damals aktuellen Kunststil, beginnt der Maler mit Farben und verschiedenen Techniken zu experimentieren.

Wenige Jahre später lockt ihn der Süden Frankreichs, wo er in Arles die schönsten Farben der Natur für seine Gemälde finden möchte. Hier ist der niedlerländische Maler sehr produktiv und schafft unter Einfluss des Impressionismus fast 190 Gemälde, unter anderem die berühmten Sonnenblumenbilder.

Wieso Vincent van Gogh sich das Ohr abschnitt

Doch hier bricht auch seine Krankheit aus. Ärzte stellen bei ihm schwere Wahnvorstellungen und Albträume fest, die ihn fortan immer mehr am freien Malen und Zeichnen hindern. Nach einem Streit mit seinem Künstlerfreund Paul Gauguin schneidet sich van Gogh im Oktober 1888 einen Teil seines linken Ohres ab.

Auf Anraten der Bürger Arles wird van Gogh in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, wo ihm nichts anderes übrig bleibt, als Selbstporträts oder die später sehr berühmte Sternennacht zu malen.

Im Frühjahr 1890 darf er die Anstalt verlassen, da sich ein Kunstfreund und Arzt seiner annehmen will. Van Gogh verbringt in Paris die letzten Jahre seines Lebens, bis er am 27. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise, einem kleinen Ort nördlich von Paris, unter ungeklärten Umständen stirbt.

Das turbulente Leben des Malers beeinflusste seine Bilder stark. Er machte vor allem die Welt der einfachen Menschen, also Bauern und Handwerker, zu seinen Motiven. Diese malte er schnell, spontan und ohne anschließende Korrekturen. Vincent van Goghs Werke wurden unmittelbar nach seinem Tod berühmt.

So fanden 1901, 1905 und 1912 europaweit die ersten bedeutenden Ausstellungen statt, woraufhin sich moderne Künstler von seinem Stil inspiriert fühlten und sich Mal- und Zeichenweise von ihm abguckten. Vincent van Gogh leitete somit den Kunststil der Moderne ein.

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Vincent van Gogh: Werke des Malers

Zu Lebzeiten hatte Vincent Van Gogh nur sehr wenig wirtschaftlichen Erfolg mit seinen Gemälden. Er verkaufte nur einige wenige Bilder, darunter das Gemälde "Der rote Weinberg".

Erst nach dem Tod des Malers erzielten die Meisterwerke Vincent Van Goghs Rekordsummen bei Auktionen und sind auch heute begehrte Sammlerstücke. Sein letztes Selbstportrait, das er im Jahre 1889 fertig stellte, wurde beispielsweise für ganze 71 Millionen Dollar verkauft.

Die folgenden 15 Gemälde zählen zu den berühmtesten und begehrtesten Werken Vincent van Goghs:

  1. "Sonnenblumen" (1888)
  2. "Das Nachtcafe" (1888)
  3. "Sternennacht" (1889)
  4. "Getreidefeld mit Raben" (1890)
  5. "Die Kartoffelesser" (1885)
  6. "Schlafzimmer in Arles" (1889)
  7. "Bildnis Dr. Gachet" (1890)
  8. "Pfirsichbaum" (1888)
  9. "Ebene von Crau" (1888)
  10. Boote von Saintes-Maries (1888)
  11. "Die Kirche von Auvers" (1890)
  12. "Schwertlilien" (1889)
  13. "Das gelbe Haus" (1888)
  14. "Sternennacht über der Rhone" (1889)
  15. "Weizenfeld mit Zyressen" (1889)
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