Meine Schule und ich,Teil 1: Äthiopien

Im ersten Teil unserer neuen Serie reisen wir mit euch nach Äthiopien. Burke Mekonen Kebed berichtet nicht nur von ungewöhnlichen Sprachen und seinen Mitschülern. Aber lest selbst . . .
In diesem Artikel
Kaffino, Amharisch und Englisch

Ich bin:

Bruke Mekonen Kebed, 13 Jahre, 7. Klasse, Bonga Elementary School, Bonga, Kaffa-Provinz mehr als 2000 Schüler (Klassen 1-8), 70 Lehrer; ein Lehrer betreut ca. 30 Schüler

"Eigentlich gehe ich gerne zur Schule"

Unsere Schule liegt im Südwesten von Äthiopien und ist die größte in der Stadt Bonga. Allein von den siebten Klassen gibt es zehn. Die meisten meiner 68 Mitschüler sind älter als ich; einige sogar schon 18 Jahre, denn bei uns werden manche Kinder erst spät eingeschult. Eigentlich gehe ich gern zur Schule, aber mich nervt, dass mich die Großen manchmal hänseln, weil ich der Kleinste bin. Ab und zu prügeln wir uns sogar.

Manche laufen drei Stunden bis zur Schule

Mein Schulweg ist nicht weit, weil ich mitten in Bonga wohne. Aber manche meiner Kameraden brauchen zu Fuß drei Stunden für den Hinweg und genauso lange zurück. Am liebsten mag ich den Englischunterricht. Der Lehrer ist nett, bei dem haben wir auch Sport. Fußball finde ich ganz toll. Unsere Schule liegt mitten im Ort, mit einem großen Fußballplatz direkt neben den Gebäuden. Ich spiele auch im Verein von Bonga.

Kaffino, Amharisch und Englisch

Englisch lernen wir von der ersten Klasse an. Von der siebten Klasse an ist der ganze Unterricht auf Englisch. Kaffino, das ist die Sprache, die wir in der Kaffa-Provinz untereinander sprechen, wird dann zum Unterrichtsfach. Genauso wie Amharisch, die Hauptsprache von Äthiopien, die allerdings ganz andere Buchstaben hat als Englisch.

Wir sprechen und schreiben also drei verschiedene Sprachen. Zu Hause, mit meinen Eltern, meinen beiden Schwestern und dem Bruder, rede ich Amharisch. Ich glaube, das liegt daran, dass mein Vater als Beamter in der Regierung arbeitet.

Traumberuf: Arzt

Wenn ich groß bin, will ich Arzt werden. Äthiopien ist ein armes Land, da müssen wir hart arbeiten, um weiterzukommen. Auch unsere Schule hat nicht genug Geld und viel zu wenige Klassenräume. Deshalb werden wir abwechselnd unterrichtet: eine Woche vormittags, die nächste nachmittags. Für die ganze Klasse haben wir nur drei Englischbücher. Trotzdem sind wir gern in Bonga. Alles ist grün, und bei uns leben noch wilde Tiere. Im Wald habe ich schon Affen, Vögel und Schlangen gesehen. Manche Leute sagen sogar, es gebe noch Löwen.

Und so geht's weiter

Im nächsten Teil unserer Serie geht's nach Ecuador. Dort liegt die Schule von Margoth Titumaita in einer tiefen Schlucht.

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