Ein Mann für alle Fälle

Romuald "Sunny" Vervin erlebt täglich freiwillig, was anderen Menschen in Albträumen passiert - von Dächern stürzen, vor Autos laufen, Feuer fangen

GEO- SAISON: Hat ein Stuntman überhaupt noch Angst – außer vor Geschwindigkeitskontrollen oder Strafmandaten?

Romuald "Sunny" Vervin: Natürlich kennt ein Stuntman Angst, aber er muss sie kontrollieren können. Gefühle dürfen nie die Oberhand gewinnen.

GEO-SAISON: Was war Ihr gefährlichster Stunt?

Vervin: Die technischen Stunts mit Autos und Explosionen sind nicht automatisch die schwierigsten, auch wenn sie vielleicht so wirken. Fallen ist extrem schwer. Bei unserer Stunt-Show sind es immerhin schon zehn Meter. Mein persönlicher Rekord liegt bei 35 Metern freier Fall – auf einen riesigen Airbag.

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Die Nummer "Burning Man" ist der aufwändigste Stunt

GEO-SAISON: Und, haben Sie sich schon einmal verletzt?

Vervin: Was heißt hier einmal? Prellungen, Brüche – da war schon alles dabei.

GEO-SAISON: Wann haben Sie gewusst, dass Sie Stuntman werden wollten? Schon als Kind.

Vervin: Ich komme aus einer Stuntman-Familie. Mein Vater Jean war in Europa einer der Wegbereiter auf dem Gebiet der Stunts. Er hat Anfang der 50er Jahre das Autofahren auf zwei Rädern erfunden. 1962 fuhr er so 111 Kilometer weit. Von Paris bis Chartres. Ich habe das von ihm mit 15 Jahren gelernt.

GEO-SAISON: Wann haben Sie gewusst, dass Sie Stuntman werden wollten? Schon als Kind.

Vervin: Ich komme aus einer Stuntman-Familie. Mein Vater Jean war in Europa einer der Wegbereiter auf dem Gebiet der Stunts. Er hat Anfang der 50er Jahre das Autofahren auf zwei Rädern erfunden. 1962 fuhr er so 111 Kilometer weit. Von Paris bis Chartres. Ich habe das von ihm mit 15 Jahren gelernt.

GEO-SAISON: In dem Alter können andere noch nicht einmal auf vier Rädern fahren.

Vervin: Das ist wahr. Meinen ersten Überschlag hatte ich dann mit 16 ...

GEO-SAISON: ...und wahrscheinlich waren Ihre Eltern begeistert.

Vervin: Klar. Inzwischen habe ich circa 20000 Autos auf dem Gewissen. Auto-Stunts sind mir auch am liebsten. Mein Weitsprungrekord liegt übrigens bei 70 Metern. Gerade arbeite ich an einem neuen Rekord: 200 Stundenkilometer!

GEO-SAISON: Wir wollen Sie nicht enttäuschen, aber das schaffen in Deutschland einige Autofahrer.

Vervin: Aber nicht auf zwei Rädern.

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Die Stunt Show findet mehrmals täglich statt

Live dabei

Gemeinsam mit dem französischen Stunt-Regisseur Rémy Julienne (u. a. James Bond – "Golden Eye", "Octopussy") haben Disneys "Imagineers" die Stunt-Show exklusiv für den Walt Disney Studios Park entwickelt. Die bis zu fünfmal täglich stattfindende Action-Show spielt in einem beschaulich wirkenden Dorf im Süden Frankreichs, in dem man allerdings nicht gerne Urlaub machen möchte – mal fliegen Autos über die Marktstände, mal springen Motorradfahrer durch die Schaufenster von Geschäften, mal fallen angeschossene Revolverhelden von Dächern.

Nur Mut

Auf einer riesigen Kinoleinwand können Besucher anschließend sehen, wie die Stunts im realen Film wirken würden. Wer sich traut, kann selbst an der Show teilnehmen und wiederum lernen, wie man sich vor laufender Kamera, umgeben von Profis, ängstigt.

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