GEOlino.de Osterspecial Alte Osterbräuche

Wusstet ihr eigentlich, dass Australier Osterhasen überhaupt nicht mögen und Bulgaren gerne Eier zerschlagen? GEOlino zeigt euch, wie in anderen Ländern Ostern gefeiert wird

Warum gibt es eigentlich Ostern?

An dem verlängerten Wochenende, das dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang folgt, gedenken die Christen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Auch wenn es heutzutage zu Weihnachten mehr Geschenke gibt - Ostern ist seit über 1700 Jahren das wichtigste Fest im Kirchenkalender. Das Wort "Ostern" geht wahrscheinlich zurück auf eine germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin namens Eostrae, zu deren Ehren in dieser Jahreszeit ein Fest gefeiert wurde.

Was haben die Hasen und die Eier mit Ostern zu tun?

Beide gehören zu vorchristlichen Bräuchen: Denn Hase und Ei gelten seit Urzeiten als Symbole für Fruchtbarkeit und den Beginn neuen Lebens.

Der Hase könnte als Frühlingsbote sogar das heilige Tier der germanischen Göttin Eostrae gewesen sein. Darüber hinaus wurde an Ostern einfach aufgegessen, was vorher ins Haus gekommen war: Im Mittelalter war kurz vor Ostern Zahltag für all jene, die Schulden zu begleichen hatten. Diese wurden oft mit Hasen "getilgt" - oder auch mit Eiern. Wer sich schließlich den Eier bringenden Osterhasen ausgedacht hat, ist unklar. Fest steht nur: Die erste bekannte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1678.

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Warum wollen Australier den Osterhasen abschaffen?

Osterbräuche hin oder her - in Australien hat Meister Lampe einen wirklich miesen Ruf. Das hat er seinen Verwandten, den Kaninchen, zu verdanken. Die gab es dort ursprünglich nicht.

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Erst vor rund 150 Jahren setzten europäische Siedler einige Tiere aus. Da sie kaum auf natürliche Feinde trafen, vermehrten sich die Kaninchen wie verrückt; heute gibt es in Australien etwa 300 Millionen - 16 auf jeden Menschen. Die Folge dieser Plage: Die Langohren fressen alles kahl, sodass für viele einheimische Tierarten nichts mehr bleibt. Diese werden verdrängt und sterben schließlich aus.

In Gefahr ist zum Beispiel der Bilby, ein so genannter Nasenbeutler. Doch der ist nicht nur vom Kaninchen bedroht, sondern sieht ihm mit seinem weichen Fell und den langen Löffeln auch noch ähnlich. Ein prima Ersatz-Osterhase, dachten sich die Australier. Und so macht der Bilby seit einigen Jahren Karriere; in den Geschäften etwa hat der Schoko-Nasenbeutler seine Hasen-Konkurrenz schon ausgestochen.

Und das Beste ist: Ein Teil des Geldes, das mit den Osterbilbys verdient wird, geht in Projekte zum Schutz einheimischer Tierarten.

Warum schlagen die Bulgaren mit Eiern?

Wie bei uns spielen auch beim bulgarischen Osterfest Eier eine wichtige Rolle - wenn auch auf eine etwas andere Weise. Zunächst scheint alles normal: Die Eier werden gekocht und gefärbt, zum Beispiel mit Roter Bete für rote Eier, mit Blaubeeren für violette oder mit Kornblumen für blaue.

Doch nun kommt's: Statt alle Eier einfach zu essen, hauen die Bulgaren eine ganze Menge zu Klump. Am Ostersonntag nämlich nimmt jeder ein Ei mit zum Kirchgang; und sobald die Messe vorüber ist, beginnen die Duelle: Immer zwei Eier werden mit den Spitzen gegeneinander geschlagen; und wer als Letzter noch eine heile Schale vorweisen kann, dem steht ein besonders glückliches Jahr bevor - bis zur nächsten Schlacht. Die Reste der Eierduelle werden schließlich in den Müll geworfen.

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Grüne Speisen und "Glücks-Eier"

Vielerorts essen die Christen heute am Gründonnerstag (in Österreich Antlaßtag) grüne Speisen, wie zum Beispiel Spinat, grüne Bohnen oder Petersilie. Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden (Antlaßeier), sollen angeblich Glück bringen.

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Trotz der grünen Speisen leitet sich der Name Gründonnerstag aber nicht von der Farbe her, sondern geht auf das alte Wort "greinen" (für weinen) zurück. Was war so traurig? Am Gründonnerstag nahm Jesus sein letztes Abendmahl zu sich. Nach dem Essen ging er in den Garten Gethsemane außerhalb von Jerusalem. Dort wurde er beim Gebet mit seinen Jüngern für die neuen Glaubensansichten, die er vertrat, verhaftet und am Karfreitag gekreuzigt.

Klappern statt Läuten

Von Gründonnerstag bis zur Osternacht läuten keine Kirchenglocken mehr. Auch Blumenschmuck und Kerzen verschwinden vom Altar. Trotzdem finden Messen statt, aber statt der Glocken werden die Menschen in vielen Regionen mit Holzratschen und Klappern zum Gottesdienst gerufen. Dieser alte Brauch wurde schon zur Zeit Karls des Großen (747-814 n.Chr.) gepflegt.

Karfreitag gibt es Fisch

An diesem Tag gedenken die Christen überall auf der Welt der Kreuzigung Jesus. Es ist der höchste und gleichzeitig der traurigste christliche Feiertag. Gegen 15:00 soll Jesus verstorben sein. Um diese Zeit finden zahlreiche Gottesdienste statt, bei denen keine Glocken läuten und keine Orgelmusik die Kirchenlieder begleitet.

Viele Christen essen am Karfreitag Fisch, weil der Fisch das Symbol ist, mit dem sie sich zur Zeit der Christenverfolgung untereinander zu erkennen gaben. In vielen Ländern ist Karfreitag außerdem der einzige Tag im Jahr, an dem keine Zeitung erscheint.

Osterfeuer und Osterräder

In vielen norddeutschen Regionen werden in der Nacht auf Ostersonntag Osterfeuer angezündet. In Hamburg ist das ein besonderes Schauspiel, weil dort mehrere große Osterfeuer entlang der Elbe brennen, was man besonders gut vom Wasser aus sehen kann. Dieser Brauch ist über 500 Jahre alt. Früher hießen diese Osterfeuer "Hildebrand", was soviel heißt wie "heiliger Brand".

Die Feuer sollen Hexen und alles Böse abwehren. In den Alpen, aber auch in einigen norddeutschen Regionen werden am Karsamstag riesige Räder aus Reisig in Brand gesteckt und mit langen Stangen von den Bergen ins Tal hinunter gerollt.

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Osterwasser

Ein alter heidnischer Brauch besagt, dass ein Bad in einem fließenden Bach am Ostersonntag Jugend und Schönheit bewahrt, Krankheiten heilt und Unglück abhält. Um es vor Krankheit zu schützen trieben die Menschen sogar ihr Vieh am Ostermorgen in die Bäche.

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Mancherorts schöpft man noch heute in der Nacht auf Ostersonntag Wasser aus einem Bach oder Brunnen. Dieses so genannte Osterwasser gilt als Symbol der Fruchtbarkeit. Dem Brauch gemäß müssen junge Mädchen es schweigend und gegen den Strom schöpfen, damit das Wasser seine Heilkraft behält, und weder auf dem Heimweg, noch zuhause darf ein Tropfen davon verschüttet werden. In einigen Regionen Deutschlands wird heute noch heute der Dorfbrunnen mit Osterschmuck behängt.

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