Wintersport: Neuer Pistenzauber

Wollt ihr mal was anderes ausprobieren als Ski fahren? Hier gibt es Tipps für neuen Spaß im Wintersport
In diesem Artikel
Rad ohne Räder: Skibob
Rasender Melkschemel: Skifox
Fliegende Ski-Piloten: Snowkiting

Rad ohne Räder: Skibob

Das Gerät erinnert an ein Kinderfahrrad ohne Räder. Mit einer langen Sitzbank für den Fahrer, hochgezogenem Lenker, das Ganze auf zwei gefederten Skibrettern montiert; 7,5 Kilo schwer - und stattliche 1000 Euro teuer: der Skibob.

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Snowbiken - ein rasanter Fahrspaß

Als "Sitzski" wurde das urige Gefährt schon 1949 in Österreich patientiert und war lange Zeit sehr beliebt. Theoretisch könnten bereits eure Großeltern damit die Schneepisten hinabgesaust sein. Fragt sie doch mal danach! Inzwischen jedenfalls sind die Geräte ziemlich aus der Mode gekommen. Mehr noch: In vielen Skigebieten sind sie sogar verboten. Die Pistenbetreiber haben Angst, die Skibobs würden beim Bremsen die Hänge zerfurchen. Doch das ist ein grober Irrtum: Skibobs haben nämlich gar keine Bremsen!

Nun bemühen sich Industrie und Skibob-Lehrer, das Ansehen des altehrwürdigen Wintersportgerätes wieder aufzupolieren. In Österreich wurde es neu designt und mit dem flotten Namen "Snowbike" auf den Markt gebracht. Und in Oberstdorf hat die Erste Deutsche Skibobschule (www.skibob-snowbike.de) eröffnet. Dort können Anfänger auf dem Sitzbrett Platz nehmen und den Flitzer ausprobieren.

Das Lernen fällt den meisten leicht. Denn wer Rad fahren kann, wird auch mit dem Skibob keine Probleme haben. Man lenkt überwiegend mit dem Körper. Zur Unterstützung hat der Fahrer zwei Kurzbretter unter den Stiefelsohlen. Wer geschickt ist, erreicht mit dem Skibob ein beachtliches Tempo. Der Weltrekord liegt zur Zeit bei 180 Stundenkilometern!

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Pulverschnee garantiert gute Laune bei Snowbikern

Rasender Melkschemel: Skifox

Wer zum ersten Mal einen Skifox sieht, wird nicht glauben wollen, dass man damit auch nur zehn Meter weit kommt, ohne hinzufallen. Im Prinzip besteht das Gerät nur aus einer einzigen Kufe, einem kurzen Carvingski. Dort, wo normalerweise die Bindung wäre, wurde ein stark nach hinten gebogenes Schichtholz aufmontiert und obendrauf, quer dazu, ein schmaler Sitz. Aus der Ferne betrachtet erinnert der Skifox an einen Melkschemel.

Drückt man während der Schussfahrt den Sitz mit der Hand links oder rechts, ändert der Skifox seine Richtung. Mehr darf man zur Lenkung nicht tun. Wer Beine und Oberkörper einsetzt, wie man es vom Skifahren kennt, riskiert einen flinken Sturz in den Schnee. Gebremst wird mit den eingekerbten Fersen der Kurzski, die man unter die Stiefel schnallt.

Was extrem wacklig anmutet, stellt sich schnell als kinderleicht heraus: Mit dem Skifox zu fahren, sieht vielleicht nicht wirklich cool aus, macht aber viel Spaß. Die Erfinder des Fun-Sportgerätes vom "New Technology Center" (www.ntc-sport.com )in dem österreichischen Dorf Schruns schwören darauf, dass auch jene, die kein Talent zum Skifahren haben, im Nu mit dem Skifox talwärts brausen können, ohne Angst vor Knochenbrüchen und sonstigen Unfällen.

Rutschender Reifen: Snowtube

"Tuben" geht ganz einfach: Man nimmt einen aufgepumpten Autoschlauch vom Lastwagen, streift eine Hülle mit Gummiboden darüber, näht zwei Schlaufen zum Festhalten dran - und ab geht die Post. Dass sich der Reifen nicht lenken lässt, man sich also im Kreis dreht und bei der Talfahrt wie ein Eishockey-Puck durch die Gegend bolzt - das zusammen macht den Spaß beim "Tuben" aus.

Damit "Snowtuber" aber keine unkontrollierte Gefahr für die übrigen Pistennutzer werden, gibt es für das Schlauchrutschen spezielle Tubing-Bahnen. Die sind tunnelförmig und aus Schnee gebaut und 30 bis 150 Meter lang. Zur Fahrt setzt man sich entweder in den Schlauch wie in eine zu enge Badewanne, also mit dem Po in der Mitte, den Beinen und Armen über den Schlauch baumelnd. Oder man legt sich darüber, mit dem Kopf nach vorn und den v-förmig gespreizten Beinen hinten.

Sicherheitshalber trägt man beim Rutschen einen Helm. Speziell geschulte Betreuer weisen Anfänger ins "Tuben" ein - und dann dann steht dem rasanten Spaß nichts mehr im Weg.

Fliegende Ski-Piloten: Snowkiting

Für Jugendliche ist dieser Sport vielleicht etwas zu riskant. Aber Snowkiting (www.snowkiten.de) macht selbst dann viel Vergnügen, wenn man - erstmal - nur zuschauen darf. Snowkiten ist Skifahren oder Snowboarden mit Windkraft. Auf Snowboard oder Ski lässt man sich von einem zehn Quadratmeter großen Zugdrachen an einer 20 Meter langen Leine über Schneewiesen oder Eisfelder ziehen. Es empfiehlt sich, nur baumlose Pisten auszuwählen. Denn wenn man mit bis zu 70 Stundenkilometern unterwegs ist, können unerwartete Hindernisse schlimme Folgen haben.

Natürlich kann man sich zum Ziehen auch kleinere Lenkdrachen ("Stuntkites") wählen. Damit wird man nicht so halsbrecherisch schnell. Wer Kenntnisse vom Skifahren oder Snowboarden mitbringt, lernt das Snowkiting in wenigen Tagen. Billig ist das Vergnügen allerdings nicht: Ein Profi-Zugdrachen kostet bis zu 1200 Euro - plus die nötigen Übungsstunden.

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