Wir brauchen sauberes Wasser!

Schmutziges Wasser und mangelnde Sauberkeit sind Ursache vieler tödlicher Krankheiten. Die Kinder an der Jomo-Kenyatta-Schule in Kenia lernen deshalb nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch Waschen und Putzen
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In vielen Ländern ist sauberes Wasser keine Selbstverständlichkeit

Endlich, die Schulklingel! Nichts wie raus in die Sonne, zum Mittagessen. Vorher aber müssen alle Kinder bei "Maji und Sabuni" antreten - und das dauert. Die Hauptrolle spielt heute Yussuf. Der 13-Jährige hilft seinen Mitschülern - beim Händewaschen. Denn "Maji" heißt Wasser in der kenianischen Landessprache Suaheli, und "Sabuni" bedeutet Seife. Yussuf gießt aus einem Becher frisches Wasser über die Hände seiner Mitschüler.

Lange gibt es diesen Brauch an der Jomo-Kenyatta-Grundschule in Msambweni an der Südküste Kenias noch nicht. Auch das Wasserrohr, das am Rande des Schulhofs aus dem Boden ragt, ist neu. Ebenso sind es die vielen bunten Bilder an den Wänden. Eines davon zeigt Schüler, die den Boden fegen, auf einem anderen sieht man einen kranken Jungen. Was das mit "Maji und Sabuni" zu tun hat? Eine Menge!

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Zähneputzen muss sein

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Auf dem Stundenplan stehen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch Hygiene

Jedes Jahr sterben nämlich rund zwei Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen wie Cholera und Typhus, und das vor allem in armen Ländern wie Kenia. Der Grund? "Matope", sagt Yussuf, das heißt Schmutz. Das Problem: Schmutz ist überall, sauberes Wasser zum Trinken und Waschen dagegen ist knapp. Jeder sechste Mensch auf der Erde muss mit Wasser aus verschmutzten Brunnen oder Flüssen auskommen.

Die Mitarbeiter von Unicef unterstützen deshalb Schulen wie die von Yussuf. Dort haben die Kinder jetzt nicht nur eine eigene Wasserversorgung, sondern sogar ein Toilettenhaus - und jeden Tag gibt es Wasch- und Putz-Unterricht.

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Jeden Tag gibt es Wasch- und Putz-Unterricht

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Das Wasser muss abgekocht werden

Dann schrubben die Kinder ihre Füße, damit sich keine Würmer und Sandflöhe zwischen den Zehen einnisten. Regelmäßig stutzen sie die Büsche rund um die Schule - zur Abwehr der Moskitos, Stechmücken, die Krankheiten wie die Malaria übertragen. Und nach dem Essen heißt es Zähneputzen, bis der Schaum über die Lippen quillt!

Zu Hause berichtet Yussuf seinen Eltern, was er gelernt hat; erzählt, dass das trübe Wasser aus dem Brunnen abgekocht und gefiltert werden muss. Und er erklärt, weshalb sie ein Loch graben und es wieder zuschütten sollen, wenn sie mal müssen.

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Auch Putzen gehört zur Hygiene

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Msambweni liegt im Süden Kenias

Abends sitzen alle miteinander am Feuer. Über den Flammen garen Spinat, Zwiebeln und Tomaten. Yussuf läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Aber da fällt ihm ein, dass er beinahe das Wichtigste vergessen hätte! Er springt auf - um sich rasch die Hände zu waschen. Mit Maji und Sabuni!

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