Harry Potter: Wie geht's weiter?

Der Autor Michael Maar spekuliert, wie sich die Handlung um Harry Potter weiterentwickeln könnte
In diesem Artikel
Ein Blick in Harrys Zukunft
Dumbledore und Voldemort
Hagrid und die Drachen

Ein Blick in Harrys Zukunft

Wie immer wird ein großes Geheimnis um den Inhalt des nächsten Harry-Potter-Buches "Der Halbblut-Prinz" gemacht. Einer traut sich zu, die weitere Handlung vorherzusagen: Der Autor Michael Maar hat ein Buch für Erwachsene geschrieben, der Titel: "Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte" (Vladimir Nabokov, 1899-1977, war ein berühmter Roman-Autor). In seinem Buch erklärt Maar den Großen, was wir Potter-Fans schon immer wussten - dass Joanne K. Rowlings Bücher nicht nur für Mädchen und Jungen, sondern auch für Erwachsene spannend zu lesen sind. Für uns Kenner lohnt sich also allenfalls ein Blick in die letzten Kapitel des Buches von Maar. Darin versucht er nämlich, interessante Ereignisse in den nächsten Potter-Bänden vorherzusagen.

Rowling, die Zauberkünstlerin

Unglaublich: Schon im fünften Band trafen ein paar der Vorhersagen Maars ein. Die enge Verbindung zwischen Harrys und Nevilles Schicksal und die entscheidende Prophezeiung von Professor Trewlaney hatte Maar tatsächlich gleich nach dem vierten Band vorhergesehen. Einer seiner Hinweise für die "geistige Brüderschaft" zwischen den Jungen war, dass Harry sich im dritten Band im Bus für Neville ausgab. Wir hielten das für einen unbedeutenden Zufall und haben es sofort vergessen. Maar glaubt nicht an solche Zufälle: "Bei Rowlings Büchern kommt nichts aus dem Nichts," sagt er. Stattdessen verstecke sie die Lösungen schon lange vorher in Andeutungen und lenke dann, wie ein richtiger Zauberkünstler auf der Bühne, unseren Blick ab. So bemerken wir nur die scheinbar großen Ereignisse und übersehen im Bann der Geschichte die kleinen Details.

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In seinem Buch erklärt der Autor Michael Maar, warum Harry Potter auch für Erwachsene interessant ist - und wie es weitergehen könnte

So ein Bluff

Genau die stellen sich aber meist am Ende als die Entscheidenden heraus und wir ärgern uns dann, dass wir uns so haben bluffen lassen. Wo doch die Lösung die ganze Zeit vor unserer Nase lag! Man denke nur an den zweiten Band, wo der ganze Text mit Andeutungen gespickt war, dass Ginny von Voldemort besessen sein könnte. Gleichzeitig lenkte Rowling unseren Verdacht so stark auf Hagrid, dass wir die richtigen Hinweise glatt übersahen. Was ist uns noch alles entgangen?

Dumbledore und Voldemort

Im vierten Band sagt Voldemort: "Mein Ziel ist es, den Tod zu besiegen." Vielleicht wird genau dieser Wunsch dem bösen Zauberer am Ende den Tod bringen. Maar ist aufgefallen, dass im gleichen Band ganz kurz Triumph in Dumbledores Augen aufleuchtet, als Harry von seiner Blutübertragung mit Voldemort erzählt. Da sind der Leser und Sirius entsetzt, schließlich sorgte dieses Blut dafür, dass Voldemort stärker wurde. Zwar steht an der Stelle auch, dass Harry sich nicht sicher ist, ob er sich Dumbledores Triumph nicht getäuscht hat. Da will Rowling wohl wieder ablenken, Harry hat sich sicher nicht getäuscht. Sonst würde sein Gefühl wohl nicht erwähnt.

Dumbledore ein Bösewicht?

Wieso also freut sich ausgerechnet Dumbledore? Ist er am Ende selbst ein Bösewicht? Das wäre echt fies von Rowling. Vielleicht liegt die Lösung für dieses Rätsel aber schon im ersten Band. Da sagte Dumbledore nämlich, dass Voldemort nicht getötet werden könne, solange er nicht richtig lebe. Wahrscheinlich denkt Dumbledore, dass es eigentlich ein gutes Zeichen ist, dass Voldemort immer lebendiger wird. Weil er dann von einem guten Zauberer getötet werden kann?

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Das Quidditch-Spiel wird in den nächsten Harry Potter-Büchern noch eine sehr wichtige Rolle spielen, davon ist Michael Maar überzeugt

Quidditch - Ein Spiel um Leben und Tod

Michael Maar glaubt, dass das Quidditch-Spiel in den Büchern nicht nur eine abgedrehte Sportart ist, sondern die Vorbereitung auf ein großes Finale. Da könnten Harrys Fähigkeiten als schneller Sucher und Flieger zu lebenswichtiger Bedeutung gelangen. Bis zum vierten Band geht es Harry beim Fliegen nur um den Schnatz. Im vierten Band allerdings ist es schon ein Drachenei, das er mit seinen Flugkünsten erjagen muss. Da scheint alles noch - wie Quidditch - ein Spiel zu sein. Dieses stellt sich 500 Seiten später als tödlicher Ernst heraus. Im fünften Band gibt Moody sogar schon Anweisungen, wie man sich in Luftkämpfen zu verhalten habe - ganz am Anfang als er und seine Kollgen eigentlich nur mal kurz Harry von den Dursleys abholen wollen. Da machen sich seine Kollegen noch über ihn lustig. Darauf fallen wir aber nicht mehr rein. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn nicht demnächst ein großer, tödlicher Luftkampf folgen wird.

Hagrid und die Drachen

Klar, ein bisschen merkwürdig ist der Wildhüter Hagrid mit seinen wilden Kreaturen. Aber abgesehen davon ist er richtig nett. Maar ist sich sicher, dass die Autorin Hagrid diesen merkwürdigen Tick nicht umsonst verliehen hat. Irgendwann werden die gefährlichen Biester Dumbledore und seinen Helfern zur Rettung eilen. Besonders Drachen werden noch eine wichtige Rolle spielen. Immer wieder wird betont, dass Hagrid Drachen besonders mag. Dazu passt auch, dass Charlie Weasley in einem Drachenreservat in Rumänien arbeitet. Das wäre sicher nicht erwähnt worden, wenn sein Job nicht irgendwann von Nutzen sein würde. Und gab es da nicht auch einmal eine Schokofroschkarte, auf der stand, dass Dumbledore "sechs Anwendungen für Drachenmilch" kenne? Die wird er uns irgendwann einmal vorführen müssen!

Tante Petunia - eine Hexe?

Rowling hat in einem Interview gesagt, dass eine Figur in der Geschichte erst als Erwachsener bemerken wird, dass sie Zauberkräfte besitzt. So viele erwachsene Muggels kommen in den Büchern ja nicht vor. Daher erscheint es am wahrscheinlichsten, dass Tante Petunia Hexenkräfte entdecken wird. Zaubererblut hat sie schließlich schon in ihren Adern. Außerdem wäre es eine wunderbare Gemeinheit, wenn die größte Zaubererhasserin sich am Ende als Hexe entpuppen würde.

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Eine Möglichkeit an die Harry Potter-Fans gar nicht gerne denken: Könnte Harry am Ende des Abenteuers vielleicht sterben?

Muss Harry sterben?

Daniel Radcliffe (der im Kinofilm Harry Potter spielt) meint: "Eigentlich müsste Harry am Ende sterben." Rowling hat das zwar nicht abgestritten, aber auch gesagt, dass das letzte Wort im letzten Band "Narbe" sein würde. Und es wäre doch wirklich viel zu grausam, wenn dieses letzte Wort sich auf die Narbe von einem toten Harry beziehen würde, oder? Allerdings - zuzutrauen wäre es der einfallsreichen Autorin.

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