Malaria: Durch einen Mückenstich lebensgefährlich krank

Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen - wie eine typische Erkältung fängt es an. Dann kommen Schüttelfrost und hohes Fieber dazu: Die Krankheit Malaria kann, wenn sie nicht behandelt wird, lebensgefährlich sein. Und wird durch einen winzigen Mückenstich ausgelöst
In diesem Artikel
Die Krankheit Malaria wird von Mücken übertragen
Malaria durch gefährliche Überträger
Der Arzt kann bei Malaria helfen
Schutz ist wichtig

Die Krankheit Malaria wird von Mücken übertragen

Täglich sterben etwa 3 000 Kinder unter fünf Jahren allein in Afrika an einer der schlimmsten Krankheiten überhaupt: Malaria. Und das, obwohl Malaria, wenn es sofort erkannt und richtig behandelt wird, gar nicht tödlich sein muss. Jedes Jahr erkranken, so schätzen es die Wissenschaftler, etwa 300 Millionen Menschen an der Fieberkrankheit, 2,7 Millionen sterben daran. Aber was ist Malaria eigentlich?

Die Anophelesmücke überträgt Malaria

Die Krankheit Malaria wird von Mücken übertragen. Nicht von ganz normalen Mücken, wie wir sie aus Mitteleuropa kennen. Sondern nur von einer ganz bestimmten Mückenart: der Anophelesmücke. Die lebt in Afrika, Asien und Südamerika. Und zwar in den Tropen und Subtropen, in der Nähe von feuchten Gebieten und Gewässern. Genau wie auch die Mücken hierzulande scharen sich Anophelesmücken gerne um kleine Teiche und Tümpel. Darin legen sie nämlich ihre Eier ab, aus denen dann später die Larven schlüpfen. So vermehren sich die Mücken. Und nachts, wenn es dunkel ist, werden sie erst richtig aktiv. Darum bekommen wir die meisten Mückenstiche auch während des Schlafs.

In Afrika ist das genau so. Die Anophelesmücke lebt auch an Gewässern und vermehrt sich dort. Sie mag es feucht-heiß. Und in den Tropen und Subtropen ist es meistens feucht und heiß. Ganz besonders in der Regenzeit. Denn wenn es eine lange Zeit nur geregnet hat, fühlt sich die Anophelesmücke wie im Paradies: In jedem Tümpel und in jeder Pfütze kann sie ihre Eier ablegen und sich vermehren. Nur ist die Anophelesmücke leider mehr als nur lästig; sie kann die lebensgefährliche Krankheit Malaria übertragen.

Malaria durch gefährliche Überträger

Die Anophelesmücke trägt nämlich Plasmodien in sich. Das sind kleine, einzellige Organismen, die bei einem Stich dieser Mücke in die Blutbahn des Menschen geraten können. Dort setzen sich die Plasmodien in den roten Blutkörperchen fest und vermehren sich. Wenn sich immer mehr Plasmodien in einem roten Blutkörperchen gebildet haben, dann sind es irgendwann so viele, dass das Blutkörperchen platzt. Dadurch werden alle Plasmodien, die bisher in dem einen Blutkörperchen waren, freigesetzt und können andere rote Blutkörperchen befallen, sich dort vermehren, bis diese wieder platzen - und so weiter.

Bis zu 40 Grad Fieber

Dadurch, dass die vielen roten Blutkörperchen zerstört werden, bekommt ein Malaria-Kranker einen Fieberschub. Doch vorher ist ihm zuerst einmal unglaublich kalt. Etwa eine Stunde lang friert der Patient und hat Schüttelfrost. In dieser kurzen Zeit steigt die Körpertemperatur dann so stark an, dass sie kurz darauf sogar über 40 Grad betragen kann. Der Patient bekommt schlimmes Fieber, das bis zu vier Stunden andauern kann. Außerdem ist ihm auch noch ziemlich schlecht und er muss sich übergeben. Wenn er diese Phase überstanden hat, kommt er in das so genannte Schweißstadium: Drei Stunden lang schwitzt er, bis die Temperatur wieder auf den Normalwert von ungefähr 37 Grad sinkt. Alle zwei Tage wiederholt sich diese Prozedur und der Patient macht wieder genau dieselben Fieberschübe durch.

Verschiedene Malaria Arten

Nicht jede Malaria-Erkrankung verläuft genau nach diesem Schema. Es gibt nämlich sogar drei verschiedene Arten der Malaria. Manche sind nicht ganz so schlimm, andere wiederum tödlich, weil sie die inneren Organe des Menschen, wie zum Beispiel die Leber oder die Nieren, schädigen und auch zu einem Kreislaufkollaps führen können.

Der Arzt kann bei Malaria helfen

Wenn erst einmal klar ist, dass der Patient an Malaria erkrankt ist, kann der Arzt schnell weiterhelfen. Durch eine Blutprobe stellt er fest, ob die Malaria-Erreger im Blut vorhanden sind. Es gibt gute Medikamente, mit denen sich die Krankheit gut behandeln lässt. Das Problem ist jedoch nur, Malaria zu erkennen. Viele Touristen beispielsweise, die in die Tropen gereist waren, kommen nach Hause zurück und haben ein paar Mückenstiche. Das ist ja nichts Besonderes, die bekommt man ja zu Hause auch. Und dann, zwei Wochen später, geht es los mit Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Die meisten denken, dass sie sich eine ganz normale Grippe eingefangen haben - der Mückenstich aus dem Sommerurlaub ist schon längst wieder vergessen. Die Krankheit bricht nämlich nicht sofort in dem Moment aus, wenn der Mensch von einer Mücke gestochen wurde. Die Plasmodien müssen sich zunächst einmal im Körper vermehren - und dabei vergeht einige Zeit. Inkubationszeit nennt man diese Zeitspanne, in der die Krankheit schon im Körper lauert, aber noch nicht ausbricht. Bei Malaria kann die Inkubationszeit eine bis vier Wochen andauern.

Schutz ist wichtig

Für die meisten Touristen ist es also nicht lebensgefährlich, an Malaria zu erkranken. Wenn sie wieder zu Hause sind und die Krankheit ausbricht, kann ihnen der Arzt gut weiterhelfen. Außerdem werden sie vom Auswärtigen Amt und von Reiseunternehmen vor der Reise schon darauf hingewiesen, dass in einer bestimmten Region Anophelesmücken leben und sie sich schützen sollten. Der beste Schutz sind dabei lange Kleidung, Mückensprays und - ganz wichtig: ein Moskitonetz über dem Bett. Nur so kann man möglichst viele Mückenstiche vermeiden. Und nur durch die Vorsichtsmaßnahmen kann man sich vor Malaria schützen, denn bisher gibt es noch keine Impfung gegen die Krankheit.

Aber was ist mit den Menschen, die in Gebieten leben, in denen eine Malaria-Gefährdung herrscht?

90 Prozent aller Menschen, die an Malaria sterben, leben in Afrika. Meist kommen sie aus armen Dörfern und können es sich nicht leisten, sich vor den Moskitos zu schützen. Sie haben kein Mückenspray und schon gar kein Moskitonetz, dass sie sich abends über das Bett hängen können. Und sie haben nicht genügend Geld, um die Medikamente zu bezahlen, die gegen die Krankheit helfen.

Ganz besonders kleine Kinder, alte Menschen und schwangere Frauen sterben oft an der Krankheit. Sie haben nicht so gute Abwehrkräfte, um die langen und schweren Fieberschübe zu überleben. Hilfsorganisationen und die Weltgesundheitsorganisation machen schon seit langem darauf aufmerksam, dass Malaria eine Krankheit ist, an der nicht so viele Menschen sterben müssen. Denn schließlich kostet ein Moskitonetz nur etwa drei Euro - und wenn das jeder dort, wo die Anophelesmücke lebt, über dem Bett hängen hätte, gäbe es bestimmt viel weniger Menschen, die an der Krankheit sterben würden.

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