Eure Meinung: Weg mit den Noten?

Unter Eltern und Lehrern ist seit langem umstritten, ob man mit Zensuren, mit nichts als Zahlen also, Leistung wirklich fair bewerten kann. Viele schlagen deshalb vor, Noten abzuschaffen und stattdessen längere Beurteilungen zu schreiben. Was meint ihr? Möchtet ihr längere Beschreibungen eurer Stärken und Schwächen lesen? Oder haltet ihr das für Blabla und wollt lieber weiterhin Noten, die man gut vergleichen kann?
In diesem Artikel
Lisa-Marie Barth, 12 Jahre, aus Pfullendorf
Tina Schilling, 12 Jahre, aus Lüneburg
Luisa Kreime, 11 Jahre, aus Verden

Isabel Bilstein, 13 Jahre, aus Glauberg:

Ich selbst bin auf einer Waldorfschule und ich finde ein Zeugnis ohne Noten besser. Ich war auch vorher auf einer Staatsschule und habe es "live" mitbekommen. Ich sage, es sollte für die staatlichen Schulen auch eher Beschreibungen geben über die Stärken und Schwächen, dann weiß man, wo es noch hapert, wo man noch lernen muss oder wo man auch Mal ein bisschen Stolz sein kann. Ich sage: "Weg mit den Noten und her mit den Beschreibungen!"

Nadine Dechant, 10 Jahre, aus Hahnbach

Meine Meinung ist geteilt. Ganz ohne Noten wäre es wirklich zu ungenau, da man im Text nicht alles so genau ausdrücken könnte. Mein Vorschlag: Die Noten auf das Komma genau ausrechnen und mehr Text über das einzelne Fach, statt nur ein paar Zeilen und wegen eines Punktes gleich die schlechtere Note.

Andrea Göhring, 11 Jahre, aus Owen/ Teck

Ich finde, nur eine Beurteilung ist blöd, weil ich gerne auf den ersten Blick sehen möchte, wie gut ich bin.

Kim Delventhal, 14 Jahre, aus Bad Fallingbostel

Ich finde, dass ein Zeugnis ohne Noten viel besser ist. Ich gehe auf eine Waldorfschule, wo wir bis zur 11. Klasse keine Noten kriegen, sondern Kurzbeschreibungen. So kann ich sehen, was ich besser machen muss oder wo ich gut war. Außerdem werden nicht nur die schulischen Leistungen aufgeschrieben, sondern auch die sozialen Dinge, was, wie ich finde, auch sehr wichtig ist. Dadurch kann man nicht sitzen bleiben und auch den Notendruck gibt es nicht.

Stefan Schweizer, 11 Jahre, aus Vaterstetten

Ich finde, dass die Beurteilungen oft zweifelhafte Noten sind. Deshalb sind die Zahlen für mich klarer als Noten.

Lara Rauch, 11 Jahre, aus Friedrichsdorf

Meine Meinung ist, dass man immer noch Noten gibt, aber zu jeder Note eine Bewertung macht. Mit Noten hat man einen festen Anhaltspunkt, aber mit der Bewertung weiß man, warum ich z.B. auf einer zwei und keiner eins stehe.

Lisa-Marie Barth, 12 Jahre, aus Pfullendorf

Ich finde es voll blöd, wenn sich jemand in einem Fach viel Mühe gegeben hat, aber trotzdem eine drei oder vier oder noch eine schlechtere Note im Zeugnis steht. Das ist dann echt ungerecht. Aber mit Noten weiß man, wo man steht und wie viel man noch lernen muss. Bei einer Beurteilung kann zum Beispiel stehen: "Du bist ganz gut in diesem Fach." Das kann heißen, du hast eine drei oder eine zwei. Also Noten finde ich besser, auch wenn sie manchmal wehtun!

Maria Thümmel, 13 Jahre, aus Chemnitz

Ich bin dafür, dass die Zensuren weiterhin verteilt werden, weil man sie sehr gut vergleichen kann. Außerdem gehe ich auf eine Montessori-Schule, da haben wir erst ab der 8. Klasse Zensuren und im Zeugnis steht dann eine Beurteilung dabei und wer nun die Beurteilung lesen will, der liest die Beurteilung. Und andersherum, wen die Noten interessieren, der kann sich die Noten anschauen (oder auch beides). Ich finde Zensuren gut.

Philipp Lay, 9 Jahre, aus Landau

Natürlich sind Noten wichtig. Ich würde es aber auch besser finden, wenn es in Zeugnissen mehr schriftliche Beurteilungen gäbe. Noten sollten aber auch bleiben.

Nina Altenburg, 10 Jahre, aus Seehof

Ich finde es wäre besser, wenn es keine Noten geben würde. Weil dann niemand sagen kann: "Ich bin besser als du, ich habe eine eins mehr!". Und viele Kinder müssten sich dann nicht mehr so doll unter Druck setzen.

Laura Bär, 11 Jahre, aus Gemmingen

Ich finde das mit den Noten schon okay. Nur ist es ungerecht, wenn jemand auf 2,6 steht und der andere auf 3,4 und beide eine 3 bekommen. Aber die Noten abzuschaffen fände ich nicht gut. Wie wollen das die Lehrer bei den Tests und Arbeiten machen? Etwa statt einer Note eine Beurteilung schreiben? Am besten fände ich es, im Zeugnis Komma-Noten zu machen. Es wäre einfach gerechter und danach könnte auch keiner mehr sagen: "Och Mann, einen Dreier hätte er mir schon noch geben können.

Uta Streckert, 11 Jahre, aus Witten

Ich finde, dass Noten viele Kinder nur krank machen, weil sie vielleicht Ärger mit ihren Eltern bekommen oder von anderen Schülern wegen schlechter Noten ausgelacht werden. Ich persönlich gehöre zwar nicht dazu, aber ich finde, das muss nicht sein. Bei einer Beschreibung, was gut oder schlecht war, ist das vielleicht nicht so der Fall.

Tina Schilling, 12 Jahre, aus Lüneburg

Ich würde es am besten finden, wenn es eine Note und dazu eine Erklärung gäbe, weil manche Lehrer ungerechte Noten geben. Wenn es Erklärungen gibt, dann weiß man jedenfalls, ob die Note gerecht ist. Wenn es jedoch keine Noten gibt, ist das Zeugnis langweilig und man kann sich nicht so gut vergleichen.

Ida Fleischer, 11 Jahre, aus Pyrna

Ich finde Zensuren viel besser als ewig lange Beurteilungen. Da hat man alles auf einen Blick und muss nicht erst lesen. In Beurteilungen findet man nicht immer alles so gut raus. Aber bei Zensuren sehe ich sofort, dass ich entweder gut oder schlecht in dem und dem Fach bin.

Kristin Heyne, 9 Jahre, aus Baunatal

Es wäre besser, wenn man Noten behalten würde. Ein Text wäre zwar oft gerechter, ist aber viel mehr Arbeit für die Lehrer. Aus einem Text kann man nicht so genau heraushören, "wie" gut oder schlecht das Kind ist.

Charlotte Schulz-Knappe, 12 Jahre, aus Hemmingen

Ich bin der Meinung, dass es keine Zensuren, sondern eine schriftliche Bewertung geben sollte. Denn eine Zensur sagt nur den Durchschnitt aller Zensuren im jeweiligen Fach aus. Vielleicht ist jemand z.B. im Schriftlichen ein Zweier-Kandidat, aber weil er so schüchtern ist, hat er im Mündlichen eine 4. Man sollte in der Bewertung die guten und schlechten Seiten erörtern, so sieht man besser, wo man sich mehr anstrengen sollte.

Kristin Pfeilsticker, 12 Jahre, aus Uslar

Ich finde, dass es zu jeder Note eine kurze Begründung geben sollte, damit man weiß, was man besser machen kann. Außerdem sollte zu jedem Fach auch die mündliche und schriftliche Note geschrieben werden. Dann kann man sich besser vorstellen, wie sich die Zensur zusammensetzt.

Luisa Kreime, 11 Jahre, aus Verden

Ich finde, dass man die Zensuren behalten sollte. Unsere Lehrer erklären uns sowieso, wo wir unsere Stärken und Schwächen haben. Außerdem besprechen wir die Noten ohnehin immer, bevor wir die Zeugnisse bekommen. Man kann Noten gut vergleichen und sie sind übersichtlich.

Sascha Krebs, 13 Jahre, aus Coburg

Ich besuche eine Waldorfschule, an der es keine Noten gibt. Ich finde es sehr gut, denn eine Zahl kann nicht so genau gut sagen, wie gut ich in der Schule bin, wie ein Wortgutachten des Lehrers.

Verena Kleinsteuber, 13 Jahre, aus Altdorf

Noten sind handfester und vergleichbarer. Das finde ich gut. Klar, dass die Lehrer ihre Lieblingsschüler manchmal besser benoten als andere Schüler, aber da kann man nichts machen, außer strenger kontrollieren. Das muss jedoch jede Schule selbst wissen. Ich schlage Noten + Beurteilung vor. Die Noten wie bisher und die Beurteilung zur mündlichen Leistung und ausführlicher als bisher. Dann haben die Lehrer zwar mehr zu tun, aber: Liebe Lehrer, denkt daran, was ihr uns Tag für Tag an Hausaufgaben aufgebt?!

Katharina Geyer, 13 Jahre, aus Marburg

Ich finde, die Noten sollten auf dem Zeugnis bleiben, denn Noten sind doch dazu da, dass man lernen soll, damit umzugehen und zu wissen, wo man steht! Bei längeren Beschreibungen wird meistens nur um den heißen Brei geredet!

Clara Glahe und Larissa Wenniges, 12 Jahre, aus Verne

Wir finden, Noten können sehr ungerecht, enttäuschend und überflüssig sein. Es gibt wichtige (Hauptfächer) und unwichtige (Nebenfächer) Noten. Man kann in einer Beurteilung viel besser und gerechter den Schüler/ die Schülerin mündlich und schriftlich beurteilen als mit einer schlichten Note. Deshalb finden wir ausführliche Beurteilungen aussagekräftiger als Noten.

Julia Winkler, 11 Jahre, aus Alzenau

Ich finde, es sollte weiterhin Noten geben, weil ich keine Lust hätte, elend lange Texte zu lesen. Und ich denke, man könnte dann auch nicht so richtig wissen, wie gut oder schlecht man war.

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