Kann der Mensch im Schlaf lernen?

Antwort:

Forscher gehen inzwischen davon aus, dass der Schlaf zumindest wesentlich beim Lernen hilft. Schon vor 100 Jahren haben erste Experimente gezeigt, dass bereits Gelerntes im Schlaf quasi in das Langzeitgedächtnis "eingebrannt" wird. Eine Reihe neuer Studien unterstreicht diese These.

Schlafforscher in den USA fanden heraus, dass Versuchspersonen zuvor antrainierte Fähigkeiten besser und länger beherrschten, wenn sie direkt nach der Lernphase zu Bett gingen und mindestens acht Stunden schliefen. Belgische Wissenschaftler stellten mit Hilfe der PET-Technik (Positronen-Emissions-Tomographie) fest, dass in den kurzen, aber traumreichen REM-Phasen (Rapid Eye Movement) unseres Schlafes die gleichen Hirnareale aktiv sind, die auch am stärksten aufleuchten, wenn wir neue Aufgaben bewältigen. Sie vermuten, dass Erlerntes während der Träume im Gedächtnis abgespeichert wird.

Deshalb Achtung, Schüler: Unser Gehirn ist nach einer durchschlafenen Nacht wesentlich leistungsfähiger als etwa nach einer nächtlichen Sitzung, bei der man sich den Stoff einer Woche in den Kopf gehämmert hat. Allerdings hilft ausgedehntes Schlafen lediglich, Gelerntes besser zu behalten. Neue Inhalte müssen nach wie vor im Wachzustand gepaukt werden.

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