Warum weint man beim Zwiebelschneiden?

Antwort:

Wer kocht, weiß: Diese Knollen haben es in sich. Ein Schnitt – und schon entweichen den Zellen Stoffe, aus denen sich ein Gas bildet, das in die Augen steigt. Dort vermischt es sich mit Tränenflüssigkeit und ergibt, man glaubt es kaum: Schwefelsäure! Zum Glück in extrem niedriger Konzentration. Weil das Gehirn den Augenschmerz registriert und sogleich noch mehr Tränen ausschütten lässt, wird die Säure weiter verdünnt.

Jeder Hobbykoch wird seinen eigenen Tricks haben, um die Qual aufsteigender Zwiebeldämpfe zu lindern. Manche halten die Zwiebel möglichst weit vom Gesicht entfernt. Andere verdünnen das Aroma, indem sie die Knolle unter fließendem Wasser schneiden. Etwas skurril, aber sehr wirksam: beim Schneiden eine Taucherbrille tragen.

Vielleicht wird man jedoch bald auf solche Schutzmaßnahmen ganz verzichten können. Denn Gen-Forscher aus Japan berichten, jene Substanz, die das Weinen auslöst, sei das Produkt eines einzigen speziellen Enzyms. Man wolle das entsprechende Gen ausschalten und tränenlose Zwiebeln züchten. Geschmack und Nährstoff würden erhalten bleiben, weil das neu entdeckte Enzym im Stoffwechsel keine Rolle spiele.

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