Warum heben Militärs fast überall auf der Welt die Handspitze an die Schläfe, wenn sie grüßen oder salutieren?

Antwort:

Ein Überbleibsel aus Ritterzeiten, das offensichtlich erfolgreich in alle Welt exportiert wurde. Wenn damals zwei Recken in Rüstung zum Kampf antraten, pflegten sie in ihrer etwas ungelenken Blechmontur mit der Hand das Visier noch einmal zu lüften. Vor dem Gemetzel wollte man sich der gegenseitigen Hochachtung versichern und dabei gleichzeitig – durch den symbolischen Verlust des eigenen Schutzes – signalisieren, dass man keine niederträchtigen Absichten hegt.

Auch in den Heeren des 17. und 18. Jahrhunderts war das Grüßen durch Hutabnehmen allgemeiner Brauch, "weilen zum bon air von einem Soldaten mit gehöret, dass ein Kerl weiß, den Huht recht abzunehmen ...".

Erst mit dem Aufkommen der Bären- und Grenadiermützen, die ihres Gewichts und ihrer Höhe wegen mit Riemen unter dem Kinn festgehalten werden mussten und sich schlecht abnehmen ließen, wurde eine neue Grußform eingeführt: Zuerst 1769 für die Soldaten der österreichischen Armee, die ihre linke Hand an die Kopfbedeckung führten. Später folgten Preußen, Bayern, Sachsen – allerdings mit der rechten Hand. Dieser militärische Gruß hat sich in allen deutschen Armeen bis in die heutige Zeit erhalten. Mit einer Ausnahme: Während der NS-Zeit reckten die deutschen Soldaten ihre Arme zum "Deutschen Gruß".

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