World Press Photo Award 2009: Preisträger geben euch Tipps

Knipsen wie die Profis! Hier verraten euch drei Preisträger des World Press Photo Award 2009 kleine Tricks und Kniffe für eindrucksvolle Fotos
In diesem Artikel
Tipps von Berthold Steinhilber
Tipps von Heidi und Hans-Jürgen Koch

Berthold Steinhilber belegte dieses Jahr in der Kategorie "Sport" des World Press Photo Award den zweiten Platz. Und die Tierfotografen Heidi und Hans-Jürgen Koch haben den dritten Preis in der Kategorie "Natur" gewonnen. Echte Profis, also. Von ihnen erfahrt ihr, wie gute Bilder mit Leichtigkeit entstehen...

Tipps von Berthold Steinhilber

Fotografieren bei wenig Licht

Besonders spannend sind Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Zum Beispiel in dunklen Räumen oder draußen nach Untergang der Sonne. Hier gilt: Nicht gleich die Kamera einpacken, wenn die Sonne verschwunden ist.

Es gibt auch nach Sonnenuntergang gute Möglichkeiten, interessante Bilder zu machen. Wichtig ist zunächst, dass man sich dazu ein Stativ zulegt. Es genügt schon ein kleines Taschenstativ oder sogar ein Stativ für den Flaschenhals (allerdings nur für kleine Kompakt-Digitalkameras). Wer kein Stativ hat, legt die Kamera irgendwo auf einen soliden Untergrund. Außerdem braucht ihr eine Kamera mit der Möglichkeit zur Langzeitbelichtung. Dann schaltet ihr die Belichtungsautomatik der Digitalkamera aus und beginnt im Modus M (M steht für manuell) die Langzeitbelichtung.

68c859dfb48c0b1d00bac8f38aed27d1

Berthold Steinhilber fotografiert viel in der Natur

Hier könnt ihr euch Bilder von Berthold Steinhilber ansehen

Gerade in Städten mit unterschiedlichen Lichtquellen kann man sehr spannende Stimmungen einfangen. Hier genügen schon Belichtungszeiten zwischen einer und fünfzehn Sekunden um tolle Aufnahmen zu bekommen. Diese Zeiten sind mit fast allen kompakten Digitalkameras möglich. In Innenräumen funktioniert das auch prima. Aus dunklen finsteren Räumen werden auf dem Foto dann hellere Räume mit interessanten Farbstimmungen.

Fotografieren ohne Kamera

Wer noch alte Filme zuhause hat, aber keine Kamera mehr dazu besitzt, der kann tolle Experimente machen. Das Verfallsdatum der Filme einfach ignorieren und ausprobieren: Baut euch aus elber eine Lochkamera! Dazu nehmt ihr eine Schachtel, Dose oder Holzkiste und stecht mit einer Nadel ein kleines Loch durch die Vorderseite. Das Loch klebt ihr dann mit Knete zu. Den Film zieht ihr im Dunkeln aus der Filmpatrone und klebt ihn mit Tesa an die Innenseite eurer "Kamera". Fertig!

Bebilderte Bastelanweisung Lochkamera

Jetzt könnt ihr euch ein Motiv für die Aufnahme suchen: Stellt eure selbstgebastelte Kamera auf den Boden oder besser auf einen leicht erhöhten Gegenstand, wie zum Beispiel einen Stuhl. Dann entfernt ihr die Knete von dem kleinen Loch eurer Kamera, belichtet den Film ein paar Sekunden und klebt das Loch wieder zu.

Jetzt könnt ihr den Film im Dunkeln wieder zusammenrollen, zurück in seine Filmdose stecken und zum Entwickeln bringen. Die Abzüge könnt ihr dann noch zusammen kleben: Das Ergebnis ist ein ein tolles Panorama auf Film - leicht unscharf, aber mit interessanten Effekten und Farben.

Nehmt an unseren aktuellen Fotowettbewerben teil!

Tipps von Heidi und Hans-Jürgen Koch

Spaß am Fotografieren

Die Technik ist am Anfang gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass ihr Spaß daran habt, Bilder zu machen. Also, rennt nicht irgendeinem Ideal hinterher oder versucht es Anderen nachzumachen. Es kommt mehr darauf an, dass ihr Lust darauf habt, ein bestimmtes Bild zu schießen.

Tierfotos

Ihr solltet die Tiere einfach einmal eine Weile ungestört lassen und ruhig beobachten, was sie so machen. Dabei könnt ihr euch überlegen, welche Fotos man aus dieser Situation "rausholen" könnte. Dazu gehört, dass man immer versucht zu erahnen, was als Nächstes passieren könnte. Wenn zum Beispiel zwei Hunde spielen, könntet ihr darauf warten, dass sie sich anspringen. Haltet dabei immer die Kamera bereit, um schnell auslösen zu können!

Perspektiven

Versucht einmal ein Motiv aus möglichst vielen verschiedenen Perspektiven aufzunehmen. Zum Beispiel könnt ihr mit euren Haustieren herumtollen und dabei immer Bilder machen. Oder ihr fotografiert einen Gegenstand ganz aus der Nähe, so wie wir es für die Fotoreihe "Augen-Blicke" gemacht haben. Da sind wir ganz nah an die Tiere heran gegangen und haben ihre Augen fotografiert. Die Ergebnisse sahen gar nicht mehr aus wie Augen, sondern eher wie bunte Landschaften. Viel auszuprobieren - darauf kommt es an!

d99f1ce204300fe17cff4bc6eb903fba

Heidi und Hans-Jürgen Koch sind Tierfotografen

Hier könnt ihr euch Bilder von Heidi und Hans-Jürgen Koch ansehen

Mehr zum Thema Fotografie

Fotoschule Teil 1: Fotografieren mit der Digitalkamera
Fotoschule Teil 1: Fotografieren mit der Digitalkamera
In unserer Serie "Fotoschule" erklären wir euch Schritt für Schritt den Umgang mit einer Digitalkamera!
Beruf: Fotograf
Beruf
Fotograf
Isst du gern Reis mit Ameisen? Schläfst du selbst in Gesellschaft von Ratten und Kakerlaken gut? Hast du Spaß daran, stundenlang platt auf dem Bauch vor einem Kuhfladen zu liegen? Wenn du wenigstens eine dieser Fragen mit ja beantwortet hast, hast den ersten Eignungstest zum GEOlino-Fotografen bestanden
Mit der Kamera auf Weltreise
Mit der Kamera auf Weltreise
Tina Ahrens reist für GEOlino durch die Welt und hält ihre Eindrücke mit ihrer Kamera fest. Hier erzählt sie euch, was sie schon alles erlebt hat
Fotografieren und Freundschaften knüpfen
Fotografieren und Freundschaften knüpfen
Neue Freunde zu finden ist für Nam nicht leicht. Die Neunjährige gehört zum Volk der Moken, die in Thailand nicht gut angesehen sind. Doch beim Fotokurs gelten andere Regeln. Mit Fotoshow!
Fotos aus Ruanda
Fotos aus Ruanda
Dusingizimana und Elizabeth, Musa und Jacqueline leben im Imbabazi-Waisenheim in Ruanda. Zusammen mit sieben anderen Kindern haben sie Einweg-Kameras geschenkt bekommen, mit denen sie Fotos von ihrem Alltag machen konnten. Dabei sind ganz außergewöhnliche Bilder entstanden
GEOlino-Newsletter