Die kniffligsten Knotentricks

Boote vertäuen, Räuber verschnüren, Pferde festbinden - alles kein Problem, wenn man ein Stück Seil zur Hand hat und mit ein paar Handgriffen die passenden Knoten knüpfen kann. Wir zeigen euch, wie ihr die tollsten Schlingen hinbekommt. Und die sind nicht nur praktisch, sondern sehen auch ziemlich gut aus!
In diesem Artikel
RÄUBERKNOTEN
PALSTEK
LASSOSCHLINGE
AFFENFAUST
JAPANKNOTEN
TROMPETENSCHNUR
KREUZKNOTEN
ZAUBERERKNOTEN

RÄUBERKNOTEN

Der RÄUBERKNOTEN verschwindet spurlos, wenn man daran zieht. Allerdings nur, wenn ihr am richtigen Ende zupft. Das andere hält nämlich bombenfest. Den Namen hat dieser Knoten angeblich aus dem Wilden Westen: Weil Bankräuber damit ihre Pferde festbanden - und mit einer einzigen Handbewegung befreiten, wenn sie schnell fliehen mussten.

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Außer eurem Seil braucht ihr für diesen Knoten noch eine Stange, zum Beispiel einen Besenstiel. Darüber legt ihr zunächst eine Schlaufe, so wie auf dem Bild.

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Nehmt das kurze Ende der Schnur doppelt und schiebt es von vorne durch die Schlaufe hindurch.

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Schließlich zieht ihr den Knoten fest zusammen. An dem langen Ende (dort, wo bei Räubern das Pferd dranhängt) könnt ihr nun ziehen und reißen wie ihr wollt - der Knoten hält. Am kurzen Ende dagegen genügt ein kleiner Ruck, und das Seil gibt die Stange frei.

PALSTEK

Der PALSTEK ist der perfekte Schlingenknoten! Wer eine Schlaufe will, die sich selbst bei größter Belastung nicht zuzieht, knüpft diesen Seemannsknoten. Wie das geht, verrät der Merkspruch für vergessliche Matrosen: "Das Krokodil kommt aus dem Teich, kriecht um den Baum und taucht wieder unter." Dahinter verbirgt sich Folgendes:

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Zuerst legt ihr eine Schlaufe so wie auf dem Bild; das ist der Teich. Dann führt ihr das Krokodil, also ein Ende der Schnur, im Kreis, bevor ihr es von unten durch die Schlaufe schiebt.

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Legt das "Kroko-Ende" der Schnur hinter dem anderen Ende - dem Baum - herum und steckt es von oben wieder in die Schlaufe.

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Jetzt müsst ihr das Gebilde nur noch festziehen. Übrigens lässt sich der Palstek problemlos wieder öffnen, egal wie fest er zugezogen wird.

LASSOSCHLINGE

Nicht von Matrosen, sondern von Cowboys ist die LASSOSCHLINGE erfunden worden. Im Gegensatz zum Palstek lässt sie sich leicht auf- und zuziehen. Das ist auch praktischer, um Rinder oder Pferde zu fangen...

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Als Erstes legt ihr eine Schlaufe, als ob ihr einen Palstek machen wolltet. Dann aber kommt das Krokodil sozusagen gleich aus dem Teich.

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Nun legt ihr das Seil in eine zweite, größere Schlaufe und führt es zurück wie auf dem Bild. Haltet die Schnur an der größeren Schlaufe und den beiden Enden und zieht den Knoten zusammen.

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Damit diese Schlinge nicht aufgeht, sichert ihr das kurze Ende (A) mit einem einfachen Knoten. Das lange Ende (B) zieht ihr durch die Schlaufe. So entsteht die Schlinge (C), mit der ihr nun Kühe fangen könnt.

AFFENFAUST

Die AFFENFAUST verdankt den Namen ihrer Form. Diesen eleganten Knubbel knüpfen Seeleute allerdings nicht nur zur Dekoration: Wenn sie ein Tau besonders weit werfen wollen, verknoten sie ein Ende zur Affenfaust - so fliegt es besser. Von allen hier vorgestellten Knoten ist die Affenfaust der schwierigste. Also nicht verzagen, wenn sie euch anfangs nicht so schön gleichmäßig gerät - das ist reine Übungssache!

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Zunächst legt ihr die Schnur zu einer dreifachen Schlaufe, am besten, indem ihr sie um zwei Finger wickelt. Lasst etwas Luft zwischen den Fingern - dann könnt ihr die nächsten Schlaufen leichter binden.

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Nach den drei senkrechten folgen drei waagerechte Schlaufen. Das Bild zeigt euch, wie ihr diese wickeln müsst.

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Jetzt wird es knifflig, weil ihr an diesem Punkt eure halbfertige Affenfaust von den Fingern abstreifen müsst - ohne dass dabei alles auseinander fällt! Habt ihr das geschafft, fädelt ihr die letzten drei Schlaufen durch die anderen hindurch und führt das Ende der Schnur aus dem Wirrwarr heraus. Die gleichmäßige Form erreicht ihr, indem ihr nacheinander jede der Schlaufen noch einmal stramm zieht.

JAPANKNOTEN

Habt ihr auch immer dieses Problem, wenn ihr Geschenke verpackt? Entweder hält das Band nicht, oder es sieht gruselig aus - mit lauter dicken, hässlichen Knoten. Abhilfe schafft in diesem Fall der JAPANKNOTEN. Der ist hübsch - und fest!

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Nehmt zum Üben am besten zwei Schnüre. Legt das Ende der einen doppelt und zu einer Schlaufe.

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Verdoppelt auch das Ende der anderen Leine und fädelt es so um die erste Schlaufe, wie ihr es auf dem Bild sehen könnt.

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Führt das zweite Ende aus der Schlaufe wieder heraus und zieht den Knoten vorsichtig zusammen.

TROMPETENSCHNUR

Matrosen häkeln nicht. Sie knoten lieber die TROMPETENSCHNUR, auch Kettenplatting genannt. Die ist sehr nützlich, wenn man ein Seil verkürzen will, ohne es abzuschneiden - zum Beispiel das Anschlusskabel einer Esstischlampe.

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Man ahnt es fast: Auch die Trompetenschnur beginnt mit einer simplen Schlaufe.

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Durch diese erste Schlaufe zieht ihr eine zweite. Und so geht es weiter: Durch die zweite fädelt ihre eine dritte, durch die dritte eine vierte - bis ihr keine Lust mehr habt oder eure Schnur zu Ende ist.

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Am Ende müsst ihr jedoch den Rest der Leine noch einmal so durch die letzte Schlaufe führen, wie ihr es auf dem Bild seht. Sonst war alle Mühe vergebens: Ohne diesen Abschluss würde sich die ganze "Trompete" durch einen kurzen Ruck in Wohlgefallen auflösen.

KREUZKNOTEN

Der KREUZKNOTEN ist einer der wichtigsten und meistgebrauchten Knoten. Er ist ideal, um zwei Seile oder Bänder miteinander zu verbinden oder um ein Paket zu verschnüren. Allerdings: Der Kreuzknoten hat seine Macken - er hält nur zwischen zwei gleichartigen Leinen. Wer seine Wäscheschnur mit Paketband verlängern will, wird mit diesem Knoten scheitern.

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Verbindet die beiden Enden zunächst mit einem einfachen Knoten. Achtet dabei darauf, welches Seil oben liegt.

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Nun macht ihr einen zweiten Knoten. Dabei muss das Ende, das beim ersten Mal oben lag, wiederum oben liegen.

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Zieht das Ganze an allen vier Enden zusammen - fertig ist der Kreuzknoten.

ZAUBERERKNOTEN

Es gibt Knoten, die gar keine sind. Zu denen gehört der ZAUBERERKNOTEN. Der sieht furchtbar kompliziert, geradezu unentwirrbar aus. Doch ein einziger Zug - und er ist weg! Ein Spitzentrick, um ein wenig Eindruck zu schinden.

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Nehmt die beiden Enden einer Schnur und verbindet sie zunächst mit einem Kreuzknoten. Achtet darauf, dass ihr den genau so knüpft wie auf dem Bild - sonst bindet ihr womöglich einen Knoten, der wirklich unentwirrbar ist!

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Nun führt ihr eines der Enden (A) von hinten durch die Schlaufe.

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Fädelt das Ende dann weiter durch den Knoten, wie ihr es auf dem Bild seht. Das war's. Sieht mächtig beeindruckend aus, oder? Wenn ihr nun zugleich an beiden Enden zieht, löst sich das verknäulte Ungetüm jedoch wieder zu einer simplen Geraden auf.

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