Kochtipp Von Lebkuchen keine Spur

Wunderbare Adventszeit: Überall duftet es nach Apfel, Nuss und Mandelkern. Überall? Nicht in der Küche der Internationalen Schule in Hamburg. Dort haben uns fünf Kinder ihre liebsten Festtagsrezepte verraten und auf den nächsten Seiten vorgeführt. Statt Pfefferkuchen und Co. kamen philippinische Krabben und Kokosbällchen aus Indien auf den Tisch
In diesem Artikel
Laddus - Bälle fürs Fest
Lamingtons - Lockere Sattmacher
Krabbenpfanne - Tropisches Lieblingsgericht
Onigiri - Endlich mal nichts Süßes
Cookies mit "Königsguss" - farbenfroh und zuckersüss

Laddus - Bälle fürs Fest

Von Chadrik, Indien:

Vergleichsweise wenige Inder feiern Weihnachten, nämlich nur jene, die sich zum Christentum bekennen. Aber weil Chadrik Sodhi schon lange in Deutschland lebt, gibt es auch für den 12-Jährigen an Heiligabend eine Bescherung. Damit er nicht als Einziger unter seinen Freunden

ohne Geschenke bleibt. »Laddus« - das ist Hindi und bedeutet »Bälle« - gibt es in Indien zu jedem festlichen Anlass.

Ihr braucht:

  • 200 ml gesüßte Kondensmilch
  • 125 g Kokosraspel
  • 5 TL gehackte Mandeln
  • etwas Butter oder Öl
(für 12 bis 15 Stück)
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Vergleichsweise wenige Inder feiern Weihnachten, nämlich nur jene, die sich zum Christentum bekennen. Weil Chadrik Sodhi schon lange in Deutschland lebt, gibt es auch für den Zwölfjährigen an Heiligabend eine Bescherung

Und so wird's gemacht

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"Laddus" - das ist Hindi und bedeutet "Bälle" - gibt es in Indien zu jedem festlichen Anlass

1. Stellt 25 Gramm Kokosraspel beiseite. Den Rest vermengt ihr mit der Kondensmilch in einer Pfanne, am besten einer mit Antihaftbeschichtung. Dann erhitzt ihr das Gemisch für etwa fünf Minuten.

2. Nehmt die Pfanne vom Herd und lasst den Brei abkühlen. Stellt die gehackten Mandeln und die übrigen Kokosraspel auf je einem flachen Teller bereit. Dann fettet ihr euch die Finger ein und nehmt ein etwa walnussgroßes Stück Kokosbrei. 3. Drückt das in der Handfläche platt und streut etwas von den Mandeln in die Mitte. Klappt das Ganze zusammen und formt daraus eine Kugel. Die fertigen Bällchen wälzt ihr in den Kokosraspeln. Dann könnt ihr die Laddus gleich selbst vernaschen. Oder - wie in Indien - verschenken.

Lamingtons - Lockere Sattmacher

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Für Anisha Gittins (13 Jahre) aus Australien heißt Weihnachten: Schwimmen gehen statt frieren, Grillparty statt Glühwein. Denn während es in unseren Breiten im Dezember früh dunkel und oft grimmig kalt ist, herrscht auf der Südhalbkugel der Erde Sommer

Von Anisha, Australien:

Für Anisha Gittins (13 Jahre) heißt Weihnachten: Schwimmen gehen statt frieren, Grillparty statt Glühwein. Denn während es in unseren Breiten im Dezember früh dunkel und oft grimmig kalt ist, herrscht auf der Südhalbkugel der Erde dann Sommer. Trotzdem: Australiens Weihnachtsküche hat ihre Wurzeln in Europa; »Lamingtons« - angeblich nach einem gewissen Baron Lamington oder seiner Frau benannt - sind dafür ein typisches Beispiel.

Ihr braucht:

  • 6 Eier
  • 150 g Zucker
  • 125 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 3 EL Maismehl
  • 5 EL heißes Wasser
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 250 g Kokosraspel
  • 500 g Puderzucker
  • 5 EL Kakaopulver
  • 100 ml Milch
  • Backpapier und eine rechteckige

    Backform (etwa 25 cm Seitenlänge)

(für etwa 20 Stück)
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Noch sieht es aus wie gewöhnlicher Teig - schon bald werden es schmackhafte "Lamingtons"

Und so wird's gemacht

1. Schlagt die Eier in einer Schüssel cremig. Habt Geduld: Das dauert eine Weile! Dann gebt den Zucker dazu - nach und nach, damit er sich immer ganz auflösen kann, bevor eine neue Partie reinkommt. Schließlich folgen Mehl, Backpulver, Wasser und die Hälfte der geschmolzenen Butter. Vorsichtig, damit der lockere Brei nicht in sich zusammenfällt!

2. Schlagt nun die Backform mit Backpapier aus und kippt den Teig hinein. Der kommt bei etwa 160 Grad für eine halbe Stunde in den Ofen.

3. Damit euch beim Warten nicht langweilig wird, rührt doch schon mal den Schokoüberzug an: Dazu Puderzucker, Kakaopulver, die restliche Butter und Milch miteinander vermengen. Falls das Gemisch zu zäh wird, stellt es über einen Topf heißes Wasser: Durch den Dampf wird der Schokobrei erwärmt und dabei flüssiger. Außerdem solltet ihr die Kokosraspel in einer Schale oder auf einem Teller bereithalten!

4. Holt die Form aus dem Ofen, lasst sie fünf Minuten abkühlen und stürzt ihren Inhalt danach auf einen Rost, wo er ordentlich auskühlen kann. Dann zerteilt ihr den Teigquader in Quadrate von jeweils etwa fünf Zentimeter Seitenlänge.

5. Diese noch "nackten" Lamingtons spießt ihr Stück für Stück auf eine Gabel, taucht sie in den Schokobrei und wälzt sie im Kokos. Sobald die Schokolade fest ist, könnt ihr servieren!

Krabbenpfanne - Tropisches Lieblingsgericht

Von Isabel, Philippinen:

Isabel Pöges Mutter kommt von den Philippinen, ihr Vater ist Deutscher. Den größten Teil des Jahres verbringt die 11-Jährige in Hamburg. Doch an Weihnachten reisen die Pöges in den südostasiatischen Inselstaat. Das Beste am Fest: Isabel darf sich für Heiligabend ein Lieblingsgericht wünschen. Da muss das Mädchen nicht lange nachdenken: Krabbenpfanne! Den Eltern ist es recht. Das ist schnell bereitet und sogar billig. Meeresfrüchte kosten nicht viel auf den Philippinen.

Ihr braucht:

  • 1 kg Garnelen mit Schale
  • 1 kleine Zwiebel, in Scheiben geschnitten
  • 3 kleine Tomaten, klein geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt oder gepresst
  • 2 TL frischen Ingwer, gehackt
  • 1 EL Öl
  • 5 EL Wasser
  • etwas Salz und Pfeffer
(für vier - große! - Portionen)
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Isabel Pöges Mutter kommt von den Philippinen, ihr Vater ist Deutscher. Den größten Teil des Jahres verbringt die Elfjährige in Hamburg. Doch an Weihnachten reisen die Pöges in den südostasiatischen Inselstaat

Und so wird's gemacht

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Krabbenpfanne - ihr Lieblingsgericht bekommt Isabel jedes Jahr zu Weihnachten

1. Erwärmt das Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne. Gebt dann Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch dazu. Nach ein paar Minuten rührt ihr alle übrigen Zutaten unter.

2. Das Ganze lasst ihr mit geschlossenem Deckel für 5 bis 10 Minuten weiterköcheln, bis die Garnelen eine rötliche Färbung angenommen haben. Wenn ihr allerdings Garnelen aus der Nordsee verwendet, könnt ihr lange warten: Die behalten nämlich ihre leicht gräuliche Farbe.

3. Die Krabbenpfanne vor dem Servieren noch mal mit Pfeffer und Salz abschmecken. Auf den Philippinen gibt es Reis als Beilage. Weißbrot passt aber auch sehr gut.

Onigiri - Endlich mal nichts Süßes

Von Tatsuya, Japan:

Wie Japaner Weihnachten feiern? Da muss Tatsuya Matsumoto (11 Jahre) passen: »Keine Ahnung. So wie hier, mit Tannenbaum und so?« Er war noch zu klein, als seine Familie die Heimat verließ. Inzwischen hat er in Spanien und den USA gelebt und wohnt jetzt seit einigen Monaten in Deutschland. »Onigiri« heißt so viel wie »mit den Händen modelliert«. Mit etwas Geschick lässt sich der Klebreis auch in adventliche Formen bringen. Ganz unjapanisch.

Ihr braucht:

  • 350 g japanischen Reis
  • 1 TL Salz
  • 2 EL geröstete Sesamkörner
  • 2 EL Sojasoße
  • Frischhaltefolie
(für 8 bis 10 Stück)

Reis und Sesam bekommt ihr in Läden mit asiatischen Spezialitäten.

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Wie Japaner Weihnachten feiern? Da muss Tatsuya Matsumoto (11 Jahre) passen. Er war noch zu klein, als seine Familie die Heimat verließ. Inzwischen hat er in Spanien und den USA gelebt und wohnt jetzt seit einigen Monaten in Deutschland

Und so wird's gemacht

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"Onigri" heiß so viel wie "mit den Händen modelliert". Mit etwas Geschick lässt sich der Klebreis auch in adventliche Formen bringen. Ganz unjapanisch

1. Als Erstes müsst ihr den Reis waschen, dann kocht ihr ihn, wie auf der Verpackung angegeben. Achtung: Es ist wichtig, dass ihr japanischen Reis nehmt. Nur der klebt am Ende so, dass ihr daraus etwas formen könnt. Ist der Reis fertig, rührt ihr das Salz unter. Lasst das Ganze etwas abkühlen und nehmt dann mit den Händen einen Klumpen heraus, etwas größer als ein Tischtennisball. 2. Wickelt den in ein Stück Frischhaltefolie und fangt an, ihn zu formen. Japaner modellieren daraus etwa zwei Zentimeter dicke Dreiecke, Quadrate oder Kreise. Damit es etwas weihnachtlicher aussieht, könntet ihr euch zum Beispiel an Sternen versuchen. Was immer ihr gestaltet: Drückt den Reis dabei fest zusammen, sonst bröselt die Form wieder auseinander.

3. Ist der Reis vollständig verarbeitet, nehmt ihr zwei kleine Teller. Auf den einen gebt ihr die Sojasoße, auf den anderen die Sesamkörner. Eine Hälfte der - wieder ausgewickelten - Onigiri drückt ihr mit Ober- und Unterseite in die Körner, die andere in die Soße. Letztere werden danach in einer Pfanne angeröstet. Jetzt noch hübsch auf einem bunten Teller zwischen Mandarinen und Mandeln arrangieren - fertig ist das etwas andere Weihnachtsgebäck.

Cookies mit "Königsguss" - farbenfroh und zuckersüss

Von Meg, USA:

Meg Ehman stammt aus Kalifornien. Doch den größten Teil ihres Lebens hat sie in Hamburg verbracht. Weihnachten sieht es bei der 11-Jährigen zu Hause allerdings noch immer aus wie in einem typisch amerikanischen Haushalt: Traditionell kommt ein Truthahn aus der Backröhre auf den Tisch. Und zum Naschen gibt es Kekse mit »Königsguss« oder »royal icing«, wie die quietschbunte Glasur auf Englisch heißt.

Ihr braucht:

  • 100 g weißen oder braunen Zucker
  • 125 g Butter
  • 2 Eier
  • 350 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Vanille-Aroma
  • 125 g Gramm Puderzucker
  • 1 Eiweiß
  • Lebensmittelfarbe
  • Ausstechformen und Backpapier
  • Klarsichtfolie
(für etwa 40 Stück)
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Meg Ehmann (11) stammt aus Kalifornien. Doch den größten Teil ihres Lebens hat sie in Hamburg verbracht

Und so wird's gemacht

  1. Schlagt zuerst Butter und Zucker in einer Schüssel zu einer cremigen Masse. Rührt danach Eier, Mehl und Backpulver und das Vanille-Aroma hinein. Diesen Teig schlagt ihr in ein Stück Klarsichtfolie ein und legt ihn für drei bis vier Stunden in den Kühlschrank, bevor ihr ihn weiterverarbeitet.
  2. Erhitzt nun den Backofen auf etwa 190 Grad. Nehmt den Teig aus dem Kühlschrank und rollt ihn auf einer bemehlten Unterlage etwa drei Millimeter dick aus.
  3. Stecht mit den Formen Kekse aus und platziert die auf einem Blech mit Backpapier. Lasst aber etwas Platz zwischen den Teilen, denn der Teig geht im Ofen noch auf! Dann kommt das Blech für etwa 10 Minuten in die Backröhre. Vorsicht: Die Kekse sollen nicht braun werden!
  4. Während die Kekse abkühlen, rührt ihr den Guss an. Dafür vermengt ihr den Puderzucker mit dem übrigen Eiweiß. Diese Masse verteilt ihr am besten gleichmäßig auf drei oder vier Gläser oder Tassen - je nachdem, wie viele Farben ihr anmischen wollt.
  5. Jetzt könnt ihr loslegen mit der Lebensmittelfarbe. Kleiner Tipp: Mischt nicht zu viele zusammen. Sonst habt ihr am Ende nur noch grau-braune Matsche zum Glasieren. Den frisch gefärbten Guss tragt ihr mit einem Teelöffel auf die Oberseite der Kekse auf. Bunte Streusel oder Perlen runden das Bild ab.
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Neben dem traditionellen Truthahn gibt es in amerikanischen Familien Heiligabend zum Naschen Kekse mit "Königsguss" oder "royal icing", wie die quietschbunte Glasur auf Englisch heißt

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