Kleiner Reiseführer zum Mond

Irgendwann werden Touristen zum Mond fliegen. Vielleicht schon, wenn ihr erwachsen seid. Damit ihr wisst, was es da oben zu entdecken gibt, haben wir schon mal interessante Routen ausgearbeitet
In diesem Artikel
Route 1: Sightseeing auf Armstrongs Spuren
Route 2: Ein Paradies für Bergsteiger
Route 3: Polarexpedition für Überlebenskünstler

Reiseprospekte der Zukunft

"Erleben Sie einen unvergesslichen Urlaub auf dem Mond: Entspannen Sie bei ausgedehnten Spaziergängen durch feinsten Mondstaub, genießen Sie die unverwechselbare Landschaft aus Kratern, Mondseen und Bergen oder gehen Sie auf eine abenteuerliche Spurensuche auf der Mondoberfläche. Frühbucher erhalten jetzt kostenlos einen Raumanzug sowie ein Miet-Mondauto dazu - also greifen Sie schnell zu!"

So in etwa könnte ein Reiseprospekt der Zukunft aussehen. Vielleicht schon in einigen Jahrzehnten werden die ersten Touristen ihre Ferien auf dem Mond verbringen. Doch Mondfahrt ist nicht gleich Mondfahrt: Ob für Sport- oder Bildungsinteressierte - für jeden Geschmack wird es passende Angebote in den jeweiligen Mondregionen geben.

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Unsere drei Mond-Routen von der Erde aus gesehen

Route 1: Sightseeing auf Armstrongs Spuren

Hier wandelt ihr auf den Spuren des Ersten Menschen auf dem Mond, Neil Armstrong. Die Tour beginnt an der "Tranquillity Base". Das ist die Stelle auf dem Mond, die als allererste mit einem Menschen in Berührung kam. Das war vor mehr als 35 Jahren, am 20. Juli 1969. Doch bis heute sind die Überreste der damaligen Expedition sichtbar: Die Flagge der USA, die Armstrong hinterließ, liegt dort am Boden, daneben ein paar andere Utensilien, die die Mondbesatzung zurückließ: Stiefel, Urinbeutel und Essensverpackungen zum Beispiel. Und natürlich die legendären Fußspuren Armstrongs, die auf der Mondoberfläche ewig erhalten bleiben, falls nicht gerade ein Meteorit sie zerstört - ein absolutes Muss für jedes Fotoalbum!

Von hier aus geht es weiter mit dem Mondauto in Richtung Nordosten, vorbei an einem über vier Kilometer weiten Krater namens "Armstrong" zum Wrack der Sonde "Ranger 8", die 1965 an dieser Stelle einschlug - also nur wenige Jahre vor der ersten bemannten Mondfahrt. Die Überreste sind noch immer sichtbar. Etwa 60 Kilometer weiter in Richtung Südwesten trefft ihr auf den Landeplatz der "Surveyor 5", die 1967 hier landete, um die Mondoberfläche zu erkunden.

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Route 2: Ein Paradies für Bergsteiger

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Kletterfreunde kommen in der Region rund um den Tycho, einer der berühmtesten Mondkrater, voll auf ihre Kosten. 85 Kilometer groß ist das Loch, das ein Meteoriteneinschlag vor 108 Millionen Jahren in die Mondoberfläche bohrte. Die Gegend eignet sich wie kaum eine zweite für eine ausgedehnte Krater-Erkundungstour. Ausgangspunkt ist der 2400 Meter hohe Zentralberg in der Mitte des Kraters. Von hier aus erhaltet ihr einen eindrucksvollen Rundum-Blick über die ganze Schlucht hinweg bis hin zu ihren etwa 5000 Meter hohen Kraterwänden.

Nach dem Abstieg durchquert ihr die Kraterebene gen Norden und genießt die einmalige Landschaft aus verschiedensten Felsbildungen bis hin zur Kraterwand. Die gilt es nun natürlich zu bezwingen - schließlich ist dies eine Expedition für Kraxel-Freunde! Doch keine Angst: Die Anziehungskraft auf dem Mond ist viel geringer als auf der Erde, so dass die Bezwingung des 5000ers euch nicht mehr Mühe machen dürfte, als dies ein 800 Meter hoher Hügel auf der Erde täte. Das Schwierigste dabei ist, das Gleichgewicht zu halten. Oben angekommen erwarten euch die nächsten Phänomene: Steinerne Mondseen. Hier könnt ihr euch ein wenig von der Bergtour erholen. Oder gleich dahinter die Mondsonde "Surveyor 7" betrachten.

Route 3: Polarexpedition für Überlebenskünstler

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Extremsport-Erfahrung und eine gute Kondition sind bei dieser Reise absolute Voraussetzung! Los geht's auf dem 8000 Meter hohen "Malapert Mountain". Hier seid ihr als Überlebenskünstler gefragt. Denn die Sonne kommt hier nur selten zum Vorschein. Deshalb müsst ihr euch natürlich erst einmal an die Dunkelheit gewöhnen. Orientieren solltet ihr euch an den Sternen, der Sonne und der Erde - denn ein Kompass funktioniert auf dem Mond nicht.

Vom Malapert Mountain aus geht's dann in Richtung Südpol. Kurz vor dem Ziel erhebt sich zu eurer Rechten eine Gebirgskette. Ein Abstecher auf die Spitze lohnt in jedem Falle. Denn oben auf den "Peaks of Eternal Light" (Gipfel des ewigen Lichts) erwartet euch Sonne fast non-stop. Nach dem Sonnenbad erfolgt der Abstieg und dann heißt es: "Willkommen am Südpol des Mondes!"

Wem das noch nicht extrem genug war, der kann jetzt noch den Shackleton-Krater hinabsteigen - mit 2600 Kilometer Weite und über acht Kilometer Tiefe der größte bekannte Krater im Sonnensystem. Je weiter ihr hinab steigt, desto dunkler und kälter wird es - minus 170 Grad Celsius sind hier keine Seltenheit. Also immer schön den Raumanzug beheizen! Doch das Frieren ist nicht umsonst: Ganz unten könnt ihr Überreste von Kometeneinschlägen finden: Wassereis. Wenn das mal nicht ein tolles Souvenir von einer Mondreise ist!

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