Computersicherheit, Teil 1: Wenn der Computer zur Virenschleuder wird

Ihr habt keine Ahnung, was Viren, Würmer und Trojanische Pferde sind? Dann unbedingt weiterlesen! Wir haben Tipps und verraten Tricks, wie ihr die fiesen Biester zur Strecke bringt
In diesem Artikel
Den Computer „impfen“ – mit Anti-Virenprogramm

Was ist das? Jedes Mal, wenn ich einen Doppelklick auf einen Ordner durchführe, grunzt mein Computer! Hat da jemand an meinem Computer rumgefummelt und sich einen dummen Scherz erlaubt?

Computer stecken sich vor allem übers Internet mit Viren an

In der Tat, da hat jemand Schindluder getrieben! Allerdings sitzt der Verursacher ganz woanders, als ich gedacht habe – in meinem Computer. Der hat sich nämlich einen Virus eingefangen. Ähnlich, wie wir mit einem Grippevirus, können sich auch Computer mit einem Virus anstecken. Meistens holt man sich den Störenfried über das Internet ins Haus, manchmal auch über infizierte Datenträger (CDs, Disketten, DVDs und USB-Sticks). Aber was ist ein Virus überhaupt genau? Und vor allem: Wie werde ich ihn wieder los?

Viren sind kleine Programme, die schaden wollen

Eine kleine Internetrecherche ergibt: Die meisten Viren sind kleine Computerprogramme, die ohne Wissen und vor allem gegen den Willen des PC-Besitzers ablaufen. Ähnlich wie sein Namensvetter (der Menschen befällt), hat der Computervirus zwei Ziele: sich vermehren und den Infizierten zu schaden. Dabei habe ich noch Glück gehabt, mein Virus ist harmlos. Aber es gibt auch richtig gemeine, die Daten löschen oder sogar den ganzen PC unbrauchbar machen. Doch damit nicht genug: Man kann andere damit anstecken, ohne es zu wollen.

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Viren schleichen sich oft durch E-Mails auf den PC

Aber wie habe ich mir den bloß geholt? O.k., ich habe neulich diese E-Mail von einer Freundin bekommen, mit einer Datei im Anhang. Aha - der Anhang. Meine Freundin hatte wohl auch den Virus auf ihrem Computer. Dieser hat dann ihr Mail-Programm geentert und sich an die Adressen in ihrem Adressbuch selber versendet. Die E-Mails wurden verschickt, ohne, dass meine Freundin etwas davon wusste. Aber erst durch das Klicken auf den Anhang habe ich mir den Eindringling schlussendlich auf den Computer geholt. Das heißt: In Zukunft darf ich Anhänge, die mit .com, .exe, .scr oder .zip enden, auf keinen Fall öffnen. Lieber frag ich erst beim Absender nach, ob die E-Mail wirklich von ihm ist.

Auch nicht besser als Viren: Würmer

Aber – was lese ich da: Mein Computer ist nicht nur von Viren bedroht, sondern auch von Würmern. Würmer! Das klingt ja eklig! Ein Wurm ist im Prinzip auch ein Computervirus, aber er arbeitet noch mehr im Untergrund als die normalen Viren. Irgendwo in den Tiefen der Festplatte sitzt der Wurm und vermehrt sich wie wild, bis nichts mehr geht, weil das System so mit Würmer produzieren beschäftigt ist. Bei Würmern steht nicht so sehr der Schaden im Vordergrund, sondern viel mehr die Vermehrung und Verbreitung. Dementsprechend hat er auch mehr Möglichkeiten sich zu verbreiten. Mit großem Schrecken erfahre ich, dass ich mir Würmer auch mit so genannten Instant Messenger Programmen ins Haus holen kann. Das sind die nützlichen Chatprogramme, von denen aus ich direkt mit Freunden chatten kann, ohne Chaträume benutzen zu müssen.

Trojanische Pferde öffnen Fremden heimlich das Hintertürchen

Genauso fies: die trojanischen Pferde! Vielleicht kennt ihr die griechische Sage? Die Trojaner freuen sich über das große Holzpferd, das ihnen die Griechen geschenkt haben. Sie holen es in die Stadt – und noch in derselben Nacht schleichen die feindlichen Soldaten, die sich in dem hohlen Pferd versteckt hatten, raus und besiegen die Trojaner. Genauso arbeitet diese Art von Computerprogrammen.

Man lädt sich zum Beispiel ein kleines Programm runter, was eigentlich ganz nützlich erscheint. Das treibt dann aber im Verborgenen sein Unwesen. Denn die Programme tun nur so, als wären sie nützlich. In Wirklichkeit wollen sie nur durch die Vordertür eingelassen werden, um dann andere Sachen zu machen. Ganz oft werden solche Programme benutzt, um zum Beispiel Passwörter auszuspionieren oder, im Extremfall, dem Programmierer von außen Zugriff auf den Computer zu ermöglichen.

Immer steckt ein Mensch dahinter

Dem Programmierer? Ja, denn egal ob Virus, Wurm oder Trojaner - immer steckt ein Mensch hinter der Schweinerei. Das reicht vom Witzbold, der den Computer zum Grunzen bringt, bis hin zum Schwerkriminellen, der Geld oder andere Sachen von mir klauen will. Kaum zu glauben, aber manchen geht es auch nur darum, einfach nur Schaden anzurichten.

Den Computer „impfen“ – mit Anti-Virenprogramm

Aber zumindest kann man es ihnen schwer machen! Denn auch die "Guten" sind nicht von gestern. Jeder Computer sollte mit einem Anti-Virenprogramm ausgestattet sein. Diese nützlichen kleinen Helfer sind wie Detektive, die den Computer nach schädlichen Elementen durchkämmen. Haben sie einen gefunden, wird das sofort gemeldet und wenn gewünscht auch entfernt. Diese Virenscanner finden die unerwünschten Dateien, weil sie nach deren Spuren suchen.

Dazu hat der Scanner eine Liste, auf der sämtliche bisher bekannten Arten von Viren, Würmern und Trojanern aufgelistet sind. Und genau da muss ich den kleinen Helfern unter die Arme greifen. Regelmäßige Updates sind Pflicht, am besten täglich! Denn nur so hat der Virenscanner immer eine aktuelle Liste, wonach er suchen soll. Von den Anti-Virenprogrammen gibt es einige, zum Beispiel Avira (ehemals AntiVir) oder PC-illin. Auf den Webseiten dieser beiden Anbieter kann ich mir die Programme kostenlos herunterladen. Na dann mal los!

Mauern bauen

Aber was kann ich noch tun, um meinen Computer in Zukunft zu schützen? Ich kann mir noch eine so genannte Firewall (englisch für "Brandmauer") zulegen. "Firewall" – das klingt toll! Nach kräftigen Mauern, hinter denen ich mich mit meinem Computer verstecken kann. Tatsächlich funktioniert das so ähnlich. Die Firewall wird zwischen den PC und dem Internet geschaltet. Sie sorgt dafür, dass nur bestimmte Daten versendet und empfangen werden können. Zum Glück haben die modernsten Betriebssysteme, wie zum Beispiel Windows Vista eine automatische Firewall, mit deren Bedienungen ich mich nicht persönlich herum schlagen muss.

Goldene Regel: Updates, Updates, Updates

Puh, aber das modernste Betriebssystem, das hat nicht jeder. Deswegen ist es ganz wichtig, auch die „älteren“ Betriebssysteme, wie Windows XP, durch Auffrischungen, so genannte Updates, fit zu halten. Windows XP zum Beispiel kann man durch Sicherheitsupdates mit einer Firewall nachrüsten. Schau ich doch gleich mal nach, ob meine Firewall da an ist. Ich klicke auf „Start“ und dann auf „Systemsteuerung“. Dort ist eine kleine Weltkugel mit einer Mauer davor zu finden, drunter steht Windows Firewall. Ein Doppelklick auf das Symbol verrät mir: Meine Firewall ist aktiv.

Na prima, da hat das Systemupdate ja was gebracht. Apropos Updates, da gibt es noch etwas, wo ich dringend wieder ein Update machen sollte: beim Internetbrowser. Denn auch die Programme, mit denen man ins Internet geht, können Schwachstellen aufweisen, Schlupflöcher für Bösewichte. Ein moderner Browser kann mir auch helfen, Internetseiten mit zwielichtigen Inhalten zu erkennen. Der holt sich bei mir dann noch einmal ausdrücklich die Erlaubnis, die Inhalte der Seite anzuzeigen zu dürfen. Gesagt getan, auf der Internetseite meines Browseranbieters steht eine neue Version zum Download bereit. Ich speichere den Download ab und installiere dann meinen Browser neu. So, jetzt fühl ich mich gleich wieder sicherer.

Gesundes Misstrauen kann viel Ärger ersparen!

Viren, Würmer, Trojanische Pferde – das Internet ist ein gefährliches Pflaster. Mir ist fast die Lust vergangen, mich überhaupt noch vor die „Internet–Tür“ zu wagen. Nein, das ist auch keine Lösung – lieber statte ich mich mit dem vollen Abwehrarsenal aus. Mit Anti-Virenprogrammen, regelmäßigen Updates, einer Firewall – und mit einem gesunden Misstrauen gegenüber Websites und E-Mails, die mir nicht geheuer sind. Es gilt: Im Internet ist wenig umsonst. Sollten doch kostenlos Downloads von Programmen, Filmen, Spielen oder Musikdateien angeboten werden, lade ich die nur herunter, wenn ich ganz sicher bin, dass ich dem Anbieter vertrauen kann.

Aber da war doch noch was, ach ja: Ich habe ja den Grunzvirus noch auf meinem Laufwerk. Gut. Da mach ich doch mal gleich einen Virenscan, vielleicht findet das Antiviren-Programm ihn ja. Nachdem ich das Programm installiert habe, lasse ich erst mal einen Suchlauf über meine Dateien durchführen. Aha! Hat ihn schon, den kleinen Störenfried. Auf die Frage des Antivirenscanners, ob er den Virus löschen soll, drücke ich mit sichtlicher Genugtuung: O.k.!

Erfahrt nächste Woche noch mehr über Computersicherheit, wenn es im zweiten Teil heißt: Warum Phishing tatsächlich mit Angeln zu tun hat

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